
- L'Eau Vive - Alexandra Barone
„Der Gesang des Ave Marias möge auf der ganzen Welt erschallen. Lebt und singt euren Glauben!“ Das waren die Worte von Daniel Roussel-Gale. Der französische Priester hat 1950 in Paris „Donum dei“ gegründet. Was als kleiner Orden begann ist heute eine Organisation, die in verschiedenen Ländern in Asien, Ozeanien, Europa und Afrika Kloster, Schulen und Restaurants führt. Die ursprüngliche Idee von Roussel war, den Fabrikarbeiterinnen und Prostituierten eine Möglichkeit zu geben, zum rechten Leben zurück zu finden. Die Ordensschwestern hatten zunächst erst einmal die Aufgabe, zu missionieren, den anderen Frauen ein Leitlicht, ein Vorbild zu sein.
Ora et labora
Ganz nach dem Motto „Ora et labora“ haben die Schwestern zwar gemeinsam im Kloster gewohnt, gearbeitet haben sie aber in den verschiedenen Fabriken und Krankenhäusern der Städte. In den 50er Jahren haben die Schwestern dann ihre Missionstätigkeit auch auf andere Länder der Welt erstreckt. „Der Kontakt mit den Menschen war und ist sehr wichtig, nur so können wir das Evangelium vermitteln“, erzählt Schwester Michelle. Sie kam in ihrem Heimatland Polynesien mit dem Orden in Kontakt und fühlte sich dort sofort aufgehoben. Warum ist sie nicht in der Mission in Ozeanien geblieben? „Für uns Ordensschwestern ist es wichtig, in andere Länder zu gehen, weil man im eigenen Land an viele Sachen, wie beispielsweise an die Familie, gebunden ist und sich nicht frei verhalten kann. Außerdem müssen wir lernen, dass wir mit dem Eintritt in den Orden, Gott unser Leben schenken und nur ihn lieben dürfen“, erzählt Michelle.
Das Restaurant
Auch wenn die Schwestern ihre Familien in den jeweiligen Ländern zurückgelassen haben, eines aber haben sie beibehalten: die traditionelle Küche ihrer Heimat. So kann man im L’Eau Vive nicht nur französische Patés essen, sondern auch das afrikanische Kuskus oder aber karibische und polynesische Küche. Jeden Tag steht ein anderes Motto, bzw. Land auf der Speisekarte. Die Preise der Menus bewegen sich alle um die 15 Euro, ein Teller Pasta mit selbstgemachtem Pesto kostet sechs Euro. Den wunderschönen Anblick der Wand-Fresken bekommt man gratis mit dazu. „Uns ist es vor allem wichtig, dass sich die Gäste hier wohlfühlen. Sie sollen hier einen Ort der Ruhe finden und sich einen Moment lang erholen“, erklärt Schwester Michelle. Eine wahre Oase ist das Restaurant, das sich im hektischen Herzen Roms, in einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, nahe des Pantheons, befindet. Die Räume, die sich auf zwei Stockwerke verteilen, sind herrlich kühl und klassische Musik lädt zum Entspannen ein. Die Schwestern des Ordens arbeiten fast ausschließlich im Restaurant, das 1969 in Rom eröffnet wurde.
Eine Idee von Padre Roussel
„Das war auch die Idee von Vater Roussel. Er wollte, dass wir alle gemeinsam wohnen, beten und arbeiten. Und hier im Restaurant können wir dies alles tun“, so Michelle. Und die Gäste können sogar daran teilnehmen, denn jeden Abend wird das Ave Maria gesungen. Freitags und samstags führt eine der Schwestern sogar einen liturgischen Tanz vor. Projekte Das L’Eau Vive in Rom ist eines der vielen Restaurants, das die Schwestern führen. Das erste Gasthaus wurde 1964 in der Hafengegend in Toulon gegründet. Heute kann man L’Eau Vives in Peru, in Manila und in Burkina Faso und Argentinien finden. Die Einnahmen der Restaurants fließen alle in einen Topf, von dem dann verschiedene Projekte finanziert werden. „Unser aktuellstes Projekt ist ein Brunnenbau in Nairobi. Wir haben dort schon ein Heim für junge Frauen aufgebaut. Aber es herrscht immer Wassermangel, deshalb brauchen wir einen Brunnen, den die Bewohner gemeinsam nutzen können“, erzählt Schwester Michelle. Insgesamt 36.000 US-Dollar würde das Projekt kosten, aber die Schwestern sind zuversichtlich. „Das Restaurant ist jeden Tag voll und jetzt beginnt die Zeit des Sommer-Tourismus“, lacht Michelle.“
Weitere Informationen gibt es unter: Famiglia Missionaria Donum Dei, Via dell’Esquilino 38, 00185 Roma, Tel. 06/4825447, Fax 06/485513. Die Nonnen sprechen Französisch, Englisch, Spanisch und Italienisch. L’Eau vive, Via Monterone 85 A, Roma (Nähe Pantheon), Tel. 06/68801095, Öffnungszeiten: 12.30 – 14.00, 19.45 – 23.00
