Im Sommer eine Migräne? So beugen Sie vor

Bei dem Begriff "Sommer" denken die meisten an Sonne, Strand und Urlaub. Migränekranke aber fürchten bei Hitze Attacken.

Wenn der Sommer kommt, steigt bei vielen Menschen die Laune. Sie denken an Sommer, Urlaub, Freizeitsport oder auch an laue Sommernächte, lange Freiluftparties oder Open-Air-Konzerte. Doch für viele Migränekranke ist daran gar nicht zu denken, denn das Sommerwetter mit schwüler Luft, Föhn und Gewitter kann einen Migräneanfall begünstigen. Wärme und gleißendes Sonnenlicht verstärken den Schmerz. Das ist nicht nur im Alltag lästig, sondern ganz besonders auch im Urlaub.

„Bei einer Migräneattacke ist die Gehirnfunktion zeitweilig gestört“, weiß Dr. Stefanie Förderreuther, Generalsekretärin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft. „Dabei erweitern und entzünden sich die Blutgefäße der Hirnhaut. Die Nervenfasern rund um diese Gefäße werden dabei so gereizt, dass sie Schmerzsignale aussenden.“

Unbehandelt kann eine Migräne bis zu 72 Stunden dauern

Frauen sind häufiger von Migräne betroffen als Männer. Mindestens einmal im Jahr leiden zwölf bis 14 Prozent der Frauen und sechs bis acht Prozent der Männer daran. „Typisch für die Migräne ist, dass die Betroffenen nicht nur starke Kopfschmerzen haben“, erklärt Dr. Förderreuther, „sondern auch Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmüberempfindlichkeit. Unbehandelt können die Schmerzen bis zu 72 Stunden anhalten. Sie treten oft einseitig auf, sind pochend oder stechend und werden bei Bewegung stärker.“

Stress vor einer Urlaubsreise, Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und Klimaschwankungen tragen nicht selten dazu bei, dass Migränekranke die ersten Tage am Urlaubsort hinter verschlossenen Vorhängen verbringen müssen. „Diese auslösenden Faktoren lassen sich nur schwer beeinflussen. Dennoch können die Betroffenen einiges gegen Migräneattacken tun“, so die Neurologin. Sie empfiehlt, aktiv zu werden, damit die Schmerzen nicht so häufig auftreten. „Migräne ist nicht heilbar, aber mit regelmäßigem Ausdauersport, Stressbewältigungsmethoden, Entspannungsverfahren und einer medikamentösen vorbeugenden Therapie kann man erreichen, dass die Anfälle seltener auftreten und nicht so schwer verlaufen.“

Bewegung und Entspannung ersetzen nicht die medikamentöse Therapie der Migräne

Diese Maßnahmen sind Ergänzungen zur medikamentösen Therapie der akuten Attacke. Während leichtere Attacken mit klassischen Schmerzmitteln behandelt werden, empfiehlt die Dr. Förderreuther bei schweren Anfällen migränespezifische Medikamente, sogenannte Triptane. „Sie hemmen die Freisetzung von gefäßaktiven Botenstoffen, die Entzündungen an den Gefäßen im Gehirn auslösen und führen so dazu, dass sich erweiterte Arterien wieder zusammenziehen“, so Dr. Förderreuther. Triptane liegen in verschiedenen Darreichungsformen vor, wie beispielsweise als so genannte Schmelztabletten. Sie haben den Vorteil, dass sie ohne Flüssigkeit auch unterwegs eingenommen werden können. Doch Fachärztin Dr. Förderreuther warnt vor einer unkontrollierten Einnahme der Medikamente: „Eine Migränetherapie sollte immer von einem Facharzt begleitet werden.“

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Brigitte van Hattem, www.starphotografie.de

Brigitte van Hattem - Mein Name ist Brigitte van Hattem. Ich bin Medizinjournalistin, Fernsehredakteurin, Autorin und Texterin und betreibe ein medizinisches ...

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