In den USA denken Wissenschaftler und Tierarzt-Verbände bereits über einen einmaligen, lebenslang wirksamen Impfschutz für Katzen nach. In Deutschland wird immer noch zu viel geimpft, weil Pharma-Firmen und Tierärzte auf jährlichen Auffrischungen beharren, obwohl viele Impfstoffe länger wirksam sind. Tierhalter sollten daher gut informiert sein, um mit ihrem Tierarzt ein sinnvolles Impfschema für ihre Katze individuell zu vereinbaren. Denn oft sind die Risiken durch den Einstich größer als die Gefahr einer Infektion.

Dagegen sollten alle Katzen geimpft werden

  • Katzenseuche (Felines Parvovirus, Panleukopenie). Die Grundimmunisierung im Welpenalter erfordert zwei Injektionen im Alter von 9 und 12 Wochen. Nach einem Jahr ist eine Auffrischungsimpfung notwendig. Danach kann im Abstand von drei Jahren geimpft werden.
  • Katzenschnupfen (Herpes- und Caicivirus). Auch hiergegen ist eine doppelte Grundimmunisierung (9. und 12. Woche) und eine Auffrischung nach einem Jahr nötig. Die Impfung bietet keinen vollständigen Schutz, aber wenn die Katze sich ansteckt, ist mit einem leichteren Verlauf der Krankheit zu rechnen.

Die Tollwut-Impfung

Diese Impfung ist für Wohnungskatzen nicht notwendig und in unseren Breiten auch für Freigänger-Katzen nur dann, wenn in einer bestimmten Gegend ein konkretes Risiko besteht. Treten Tollwutfälle auf, besteht die Gefahr, dass Tiere ohne gültigen Impfschutz von Amts wegen getötet werden. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, lässt die Katze im Alter von frühestens 12 Wochen impfen und dann in den Abständen, die der Hersteller des Impfstoffs vorschreibt. Nach der neuen deutschen Tollwutverordnung vom 20.12.2005 ist die jährliche Impfung kein Muss mehr. Verschiedene Hersteller garantieren für ihr Präparat inzwischen eine Wirksamkeit von drei bis vier Jahren, und auf solchen Impfstoffen sollte man bestehen.

Nur wer seine Katze in eine Tierpension geben, ausstellen oder auf eine Auslandsreise mitnehmen will, muss sich an die dafür geltenden Vorschriften halten, die häufigeres Impfen vorschreiben können.

Optionale Impfungen für Katzen gegen FeLV und FIP

  • Gegen Katzenleukose oder Katzenleukämie (FeLV) ist eine Impfung nur sinnvoll bei Freigängern und Katzen, die im direkten Kontakt mit FeLV-positiven Tieren leben, denn nur sie können das Virus übertragen. Vor der Impfung muss ein Test auf vorhandene Antikörper durchgeführt werden, denn nur FeLV-negative Tiere dürfen geimpft werden. Falls ein Ansteckungs-Risiko besteht oder die Katze zur Zucht eingesetzt werden soll, wird in der 9. und 12. Woche die Grundimmunisierung vorgenommen und ein bzw. zwei Jahre später aufgefrischt, ab vier Jahren seltener. Alte Katzen sollten gar nicht mehr gegen Leukose geimpft werden, da sie eine gute eigene Resistenz gegen das Virus aufgebaut haben.
  • Feline infektiöse Peritonitis (FIP): Diese Impfung ist umstritten, US-Experten halten sie inzwischen für überflüssig, da sie nicht zuverlässig gegen die ansteckende Bauchwassersucht schützt. Bei Zuchtkatzen kann sie aber dennoch verlangt werden.

Risiken, die beim Impfen der Katze entstehen

Die Empfehlung, sparsamer zu impfen, hat ihren Grund darin, dass man unnötige Gesundheitsrisiken vermeiden möchte. Das Impfsarkom, das an der Einstichstelle entstehen kann, ist ein bösartiges Krebsgeschwulst. Es muss weiträumig chirurgisch entfernt werden, und doch entstehen in 80 % der Fälle Rezidive, die zum Tod der Katze führen. Nicht jeder Knoten unter dem Fell, der nach dem Impfen entsteht, muss zu einem Sarkom entarten. Man schätzt zwischen 1-10 Fälle pro 10.000 Injektionen, dieses Risiko sei jedoch vor allem bei älteren Katzen höher als das einer Ansteckung.

Komplikationen bei Impfungen vorbeugen

Um Komplikationen nach Impfungen vorzubeugen, empfehlen Tierärzte,

  • möglichst keine Mischspritzen mit verschiedenen Impfstoffen zu verabreichen,
  • niemals im Hals- oder Schulterbereich einzustechen, da dort eventuell entstehende Sarkome inoperabel sind,
  • auf überflüssige Impfungen zu verzichten.
Sorgen Sie also für wirksamen Schutz vor Ansteckung mit Katzenseuche und Katzenschnupfen und gegebenenfalls Tollwut, ohne ihr Tier mit überflüssigen Impfungen und Auffrischungen zu plagen. Ausführliche Informationen zum Thema finden sich in den Veröffentlichungen von Monika Peichl, deren kritischer Ratgeber „Haustiere impfen mit Verstand“ im Dezember 2008 im Verlag Norbert Höpfinger erscheint.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Tierarzt - nicht ersetzen kann.