Wer eine Reise nach Peru oder Bolivien plant, sollte unbedingt rechtzeitig seinen Impfschutz prüfen. Neben den Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis sollten die folgenden Immunisierungen im Impfpass stehen:

Gelbfieber-Schutzimpfung – Pflicht für Reisende in Peru und Bolivien

Sowohl in Peru als auch in Bolivien ist eine Gelbfieberimpfung in den Amazonasgebieten gesetzlich vorgeschrieben. Kann keine bestehende Impfung gegen die gefährliche Virusinfektion nachgewiesen werden, droht eine Zwangsimpfung, die jedoch erst nach zehn Tagen Wirkausbildung anerkannt wird. Auch beim Grenzübertritt zwischen den beiden Ländern wird die Immunisierung überprüft und sollte auf jeden Fall vorliegen. Zum Nachweis ist der internationale Impfpass im Original mitzuführen, Kopien werden nicht akzeptiert!

Die Gelbfieberimmunisierung erfolgt über einen Lebendimpfstoff mit einmaliger Anwendung. Ab dem zehnten Tag nach der Impfung ist man für zehn Jahre geschützt. Nicht jeder Mediziner darf gegen Gelbfieber impfen, weshalb man sich an spezielle Gelbfieberimpfstellen wenden muss. Die gibt es in jedem größeren Ort, das Centrum für Reisemedizin CRM hat auf seiner Internetseite eine Übersicht zusammengestellt. Der Impfstoff gilt als sehr gut verträglich.

Impfung gegen Typhus

Die Impfung gegen Typhus wird für Bolivien und Peru vor allem dann dringend empfohlen, wenn man selbst organisiert und damit auch selbst versorgt auf Tour geht. Infektionen mit dem tückischen Bakterium erfolgen meist über verunreinigtes Trinkwasser und schlechte Lebensmittel. Die Impfung gegen Typhus hält drei Jahre an und ist dann aufzufrischen.

Malaria-Prophylaxe für Peru und Bolivien?

Etwa 100.000 Malariafälle werden jährlich allein in Bolivien gemeldet. Ob eine Prophylaxe sinnvoll ist, hängt stark von der Reiseplanung und den Zielen in Peru und Bolivien ab. Besondere Gefährdung besteht in den Amazonasgebieten beider Länder nahe den Grenzen zu Ecuador, Kolumbien und Brasilien. Dagegen gelten die hoch gelegenen Regionen der Anden und des Altiplano als praktisch malariafrei. Wer hauptsächlich zu den touristischen Gebieten wie Maccu Picchu, dem Titicacasee oder La Paz reisen möchte, kann wahrscheinlich auf eine Malariaprophylaxe verzichten. Dennoch ist die Rücksprache mit einem entsprechend ausgebildeten Arzt sinnvoll. Nur dieser kann im Falle einer Verschreibung auch das individuell richtige Präparat auswählen.

Impfung gegen Tollwut

Auch eine Tollwut-Impfung wird Reisenden für Peru und Bolivien nahegelegt. Da mehrere Impfzyklen nötig sind, sollte rechtzeitig vor der Reise damit begonnen werden. Eine Tollwut-Impfung kann aber im Notfall auch noch nachträglich erfolgen. Wenn es beispielsweise zu Verletzungen durch ein Tier kam, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Unbehandelt führt Tollwut immer zum Tod.

Impfung gegen Hepatitis

Eine Impfung gegen Hepatitis A sollte bei einer Reise nach Peru und Bolivien unbedingt vorliegen. Die Hepatitis B-Immunisierung empfiehlt das Auswärtige Amt vor allem bei einer Reisedauer von mehr als vier Wochen. Letztere schützt auch vor Hepatitis D. Es gibt auch Kombipräparate gegen Hepatitis A+B. Gegen die äußerst seltene Hepatitis C existiert bisher kein Impfstoff.

Eine reine Hepatitis A-Impfung besteht aus zwei Einheiten, die im Abstand von sechs bis zwölf Monaten verabreicht werden. Ein Schutz besteht jedoch bereits zwei Wochen nach der ersten Injektion. Impfungen gegen Hepatitis B und auch das Kombipräparat erfolgen in drei Schritten. Für Kinder und Jugendliche ist die Impfung gegen Hepatitis B in Deutschland kostenlos.

Kosten für Reiseimpfungen

Reiseimpfungen sind in der Regel selbst zu bezahlen, weshalb eine Grundimmunisierung für Lateinamerika mit Ausgaben von mehreren hundert Euro verbunden sein kann. Inzwischen gibt es aber auch eine Reihe von gesetzlichen Krankenkassen, welche Kosten für Reiseimpfungen wie Hepatitis A+B oder Gelbfieber erstatten. Hierzu sollte man sich bei seiner Kasse erkundigen. Generell werden Impfungen pro einzelner Spritze berechnet. Wenn man für die volle Immunisierung also mehrere Injektionen benötigt, steigen die Kosten entsprechend. Ansonsten richten sich die Beträge auch nach dem jeweiligen Präparat. Beispielsweise ist für die Gelbfieberimpfung derzeit mit mindestens 25 Euro zu rechnen, für Typhus mit 30.

Generell sollte man sich vor der Reise von einem Tropen- bzw. Reisemediziner beraten lassen. Über aktuelle Impfempfehlungen und Vorschriften informiert das Auswärtige Amt.

Lesen Sie auch die Packliste für Peru und Bolivien, zu Impfungen und Gesundheitsvorsorge in Costa Rica sowie zu Impfungen für Mexiko.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.