In Ruhe kochen - das klassische Boeuf Bourguignon

Die Basis für das Boeuf Bourguignon - A. Kirschnick
Die Basis für das Boeuf Bourguignon - A. Kirschnick
Ob für Familienfeiern oder ein Essen unter Freunden - der Fleischtopf aus der Bourgogne bleibt eines der beliebtesten Rezepte der französischen Küche.

So wie die Bourgogne als urtümlichstes und naturreichstes Gebiet Frankreichs gilt, so wird ihren Bewohnern nachgesagt, dass sie wesentlich ruhiger sind als die hektischen Pariser oder die heißblütigen Marseillaiser. In der Bourgogne wird noch ein bisschen mit dem Rhythmus der Natur gelebt, denn die Gegend ist vorrangig landwirtschaftlich geprägt. Getreide und berühmte Weine wie der Chablis, der Pinot Noir oder der Chardonnay werden hier angebaut. Des weiteren lebt das Gebiet um Loire, Seine und Nièvre von der Viehzucht. Bresse-Hühner und Charolais-Rinder sind vor allem für ihre Resistenz und ihr fettarmes Fleisch bekannt.

So ist es also wenig erstaunlich, dass es sich bei den zwei hauptsächlichen Zutaten des Boeuf Bourguignon um Rindfleisch und roten Burgunder handelt, dass des weiteren die Herstellung dieses köstlichen Gerichtes wenig kompliziert ist, jedoch viel Zeit braucht. Ein gutes Rezept also, um sich bereits beim Kochen der Hast des Alltags der Pastaboxen zu entledigen.

Die Einkaufsliste für ein Boeuf Bouguignon

1 gutes Kilo Rindfleisch

2 große Zwiebeln

4 mittelgroße Karotten

1 Flasche Rotwein

1 Lorbeerblatt

1 Zweig Thymian

Salz, Pfeffer, Butter, Öl, Mehl

Die angegebenen Mengen sind Richtwerte für vier Personen und einen Rest für den nächsten Tag zum Aufwärmen. Bei der Auswahl des richtigen Fleisches ist zu beachten, dass es schön dunkelrot ist, es darf durchaus einige Fettstreifen enthalten, denn die halten das Fleisch beim Braten zart und intensivieren gleichzeitig den Geschmack. Das Fleisch wird in Würfel von 4 bis 5 cm Größe geschnitten, gesalzen und gepfeffert. Des weiteren hackt man die Zwiebeln fein und schneidet die Karotten in Stifte von Pommes-Frites-Format. Man erhitzt in einem großen Topf und in einer Pfanne jeweils ein ordentliches Stück Butter für den guten Geschmack und ein wenig Öl, damit die Butter nicht anbrennt. In dem Topf brät man die Zwiebeln, bis sie leicht gebräunt sind. In der Pfanne brät man die Fleischwürfel scharf an, dazu ist es wichtig, dass die Stücke alle nebeneinander in der Pfanne liegen. Sind sie rundum schön knusprig, bestäubt man sie mit zwei gehäuften Esslöffeln Mehl und mischt die Karottenstifte unter. Dies alles fügt man nun zu den Zwiebeln hinzu, des weiteren ein Zweiglein Thymian, ein Lorbeerblatt und und nun auch den Wein. Er sollte das Fleisch gerade eben bedecken. Man bringt den Wein zum Kochen, sobald er brodelt, entzündet man ein Streichholz über dem Topf, um den Alkohol zu verbrennen. Hinterher senkt man die Hitze, schließt den Deckel und lässt das ganze auf schwachem Feuer köcheln. Dieser Prozess kann je nach Fleisch zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen, doch keine Angst, je länger die Mischung im Topf simmert, desto besser schmeckt es am Ende.

Wer mag, kann gegen Ende der Garzeit noch Champignons und ausgelassenen Speck hinzufügen. Wem die Farbe der Soße noch nicht appetitlich braun genug geraten ist, der fügt einfach zwei Stückchen schwarze Schokolade hinzu und verquirlt sie mit einem Schneebesen.

Zum Boeuf Bourguignon passen Kartoffeln oder Nudeln und im Idealfall serviert man den gleichen Wein, in dem man auch das Fleisch gegart hat. War der Kochwein eher von durchschnittlicher Qualität, kann problemlos ein besserer Tropfen angeboten werden.

Entspannung beim Kochen

Gewöhnt an die flotte Pastaküche scheint einem die Zubereitung des Boeuf Bourguignon auf den ersten Blick unerträglich langwierig. Doch die lange Garzeit ist nutzbar. Genießen sie das entschleunigte Kochen und bereiten schon einmal das Dessert vor, räumen die Wohnung auf oder nehmen Sie ein Entspannungsbad. Und wer absolut keine Zeit findet, kann sein Boeuf Bourguignon bereits am Vortag kochen oder am voran gehenden Wochenende und einfrieren, denn, wie gesagt, aufgewärmt schmeckt es eigentlich noch besser.

Lesen Sie außerdem "Welcher Wein zu welchem Gericht passt" von Sylvia Schöbe.

Anuschka Kirschnick, Dainora Usaite

Anuschka Kirschnick - Nach einem Studium der deutschen und russischen Literaturen habe ich in verschiedenen bodenständigen Berufen wie Köchin, ...

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