Eine genaue Zeit für die herbstliche Laubfärbung der Bäume in Kanada lässt sich nicht mit Sicherheit für den nächsten Herbst voraussagen. Aber es gibt gewisse Zeiträume im Herbst, in denen man ziemlich sicher auf leuchtend bunte Herbstfarben in den Wäldern Kanadas trifft. In der Regel ist die beste Zeit der bunten Bäume zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Dann ziehen die ersten Fröste ins Land, und der Herbst hält in den Wäldern Kanadas Einzug. Gewöhnlich beginnt die Herbstfärbung der Laubwälder im Norden und zieht mit den kalten Temperaturen immer weiter in den Süden des Landes.

Welche Regionen in Kanada sind die besten Reiseziele für die intensive Rotfärbung der Bäume?

Es gibt große Unterschiede, welche Farben in den kanadischen Wäldern zu sehen sind, abhängig von den Regionen, in denen der Reisende unterwegs ist. Das, was allgemein als Indian Summer bezeichnet wird, ist die intensive Rotfärbung der Wälder im Osten Kanadas.

Im Westen Kanadas und in den Rocky Mountains fehlt die Ahornart, die diese Farben am intensivsten aufweist - der Zuckerahorn. Dort wachsen hauptsächlich Espen, Birken und Nadelhölzer, die sich zwar im Herbst ebenfalls verfärben, aber deren Baumblätter vor allem golden oder gelb leuchten. Rot färbt sich in den höheren Lagen der Rocky Mountains und in den nördlichen Gebieten des Yukon, der North West Territories, Nunavuts, der zentralen Provinzen, Ontarios und Quebecs der Kinnikinnick, eine niedrig wachsende Beerenart, die auch als "Bearberry" bekannt ist. Ab und zu findet man entlang der Straßen auch rot leuchtende Büsche wie den Essigbaum, dessen schmale Blätter den Beginn des Herbstes anzeigen.

In den Regionen Ostkanadas, die sich von Ontario über Quebec bis in die Atlantik Provinzen erstrecken, wächst dagegen in den Wäldern der Zuckerahorn, dessen Laubkrone sich nach den ersten Frösten im Herbst intensiv rot färbt. Der Ahorn wächst wild in den natürlichen Wäldern Ostkanadas und sorgt dort für ein besonders intensives Farbspiel vom Gebiet der Großen Seen bis an die Atlantikküste.

Wer daher im "Indian Summer" die bunten Wälder erleben möchte, der sollte sich auf diese Gebiete konzentrieren. Am besten plant man seine Tour durch die Wälder von Nord nach Süd und folgt so der Laubfärbung auf ihrem üblichen Weg.

Besonders beeindruckend sind die Farbspiele im kanadischen Herbst in der Nähe von Seen, Flüssen oder am Meer

Kanada gilt gemeinhin als das "Land der Tausend Seen" - wobei die Zahl der Gewässer in diesem riesigen Land sicher weit höher liegen dürfte. Jeder Reisende, der eine Tour durch die farbigen Laubwälder Ostkanadas plant, wird feststellen, dass die schönsten Aufnahmen an den Stellen in der Natur gelingen, an denen die Herbst-Bäume in der Nähe von Wasser stehen. Hier ergeben sich Möglichkeiten, die bunten Bäume bei Spiegelungen im Wasser zu fotografieren. Wenn das Wetter mitspielt, und die Sonne scheint, bieten sich viele Chancen auf beeindruckende Farbspiele, in denen die Rot-, Gelb- und Grüntöne der Herbstwälder noch verstärkt werden durch das tiefe Blau des Himmels und der Wasserflächen, in denen sich die Farben der natürlichen Umgebung glitzernd spiegeln.

Wer daher eine Reise in den kanadischen Herbst plant, tut gut daran, seine Route so zu planen, dass er größere Wasserflächen für seine Motive zur Verfügung hat - und da bieten sich vor allem die Regionen entlang des Sankt Lorenz Stroms, an den Großen Seen wie zum Beispiel dem Lake Huron und seinen 30000 Inseln, dem Ostende des Lake Ontario mit den Thousand Islands oder gleich die Küsten von Quebec, New Brunswick, Prince Edward Island oder Nova Scotia an, an denen Herbsttouren zu einem wahren Fest für die Sinne werden können. Fahrten auf dem Cabot Trail im Indian Summer oder durch das Charlevoix am Nordufer des Sankt Lorenz Stroms gehören sicher zu den besten Erlebnissen, die Ostkanada im Herbst zu bieten hat.

Wer also eine Reise in den Indian Summer durch Kanada plant und gute Fotos machen will, der sollte bei seiner Routenplanung darauf achten, dass er auf seiner Tour möglichst verschiedene Farben erleben kann.

Quelle: eigene Recherchen in Ontario, Quebec und in den Atlantik Provinzen