
- Windows Daten retten - Mareike Oelker
Fast jede Linuxdistribution gibt es heute auch als Liveversion. Mit Hilfe eines solchen direkt startbaren Linux kann man das Betriebssystem ohne Risiko und gefahrlos ohne großen Aufwand testen und erproben. Ein Nebeneffekt bei solchen Systemen ist ihre einfache Einsetzbarkeit als Rettungssystem für nicht mehr zugängliche Daten auf Windows-PCs.
Der Computer streikt
Sofern keine Hardwarehavarie vorliegt und „nur“ das Betriebssystem defekt ist, hat man gute Chancen mit einer Livevariante von Linux dennoch schnell an seine unter Windows abgelegten Daten zu kommen. Dazu wird nicht viel benötigt. Eine direkt bootbare CD oder DVD, auf der ein solches Linux vorhanden ist, ist natürlich Voraussetzung. Von Vorteil ist es, wenn man sie sich bereits besorgt, wenn die Welt unter Windows noch in Ordnung ist.
Bei einem defekten Betriebssystem entfällt die Option, sich ein solches System aus dem Internet zu laden. In solchen Fällen helfen dann nur noch Beziehungen oder der Gang zum nächsten gut sortierten Zeitungskiosk in der Hoffnung, dort fündig zu werden. Weiterhin sollte man sich sein zukünftiges Rettungssystem in einer stillen Stunde einmal genauer ansehen und ausprobieren, um im Falle eines Falles zusätzlichen Stress zu vermeiden.
Eine zweite Voraussetzung ist natürlich ein Sicherungsmedium. Hier stehen einige Möglichkeiten offen. Am sinnvollsten sind je nach Menge der zu rettenden und zu sichernden Daten USB-Sticks oder externe USB-Festplatten. Als drittes muss der Computer ein DVD- oder CD-Laufwerk haben, von dem gestartet werden kann.
Wie man die Daten rettet
Lässt sich der Computer nicht von DVD/CD booten, muss der erste Schritt sein, dies zu ermöglichen. Hierzu verändert man im BIOS des Rechners die entsprechende Einstellung. Nach Einlegen des Linuxdatenträgers und einem Neustart fährt der PC nun mit dem anderen Betriebssystem hoch. Ab jetzt hat man wieder vollen Zugriff auf den Computer und vor allem seinen Speicher. Die simpelste Methode seine Daten zu sichern, besteht in einfachem Kopieren vom Ursprungslaufwerk auf ein bereitstehendes externes Medium wie z.B. eine USB-Platte oder Stick. Manche Linuxvarianten bieten hierzu sogar verschiedene Dateimanager bzw. Explorer an. Das Zielmedium sollte auf FAT 32 formatiert sein. Zwar wird der Schreibzugriff auf NTFS Partitionen unter Linux immer besser unterstützt, aber durch eine solche Vorgehensweise wird auf jeden Fall kein Risiko eingegangen. Später lassen sich die Daten beliebig auch auf einen NTFS-Datenträger rückkopieren.
Vorsorge bei der Datenrettung
Ist das Betriebssystem des Rechners nicht mehr zugänglich, ist auch kein Zugriff auf Daten oder Programme mehr möglich. Bereits vor einem solchen Fall kann man aber Vorsorge treffen, um die Folgen eines Crashs bereits im Vorfeld abzumildern. Auch mit einem komfortablen Rettungssystem bereitet es keine Freude, unnötig viele Ordner und Verzeichnisse nach zu rettenden Daten durchsuchen zu müssen. Sinnvoll ist es daher, seine zu sichernden Daten zentral abzulegen. Vorzugsweise auf einer vom Betriebssystem getrennten Partition oder Festplatte. Hier hat man dann die Möglichkeit, im Falle eines Crashs die zu sichernden Daten komplett und ohne großen Aufwand zu kopieren. Hier sollten auch aktuelle Kopien von Daten wie Favoriten, Einstellungsdaten des Mail-Clients und ähnliches nicht vergessen werden.
Welche Liveversion man benutzt, bleibt jedem Einzelnen überlassen. Die Mittel für eine Datenrettung bieten im Prinzip alle. Der Computer lässt sich durch das Live-Betriebssystem komplett steuern und verwalten. Ein empfehlenswerter Klassiker unter den Livevarianten von Linux ist Knoppix. Das System ist jetzt in einer neuen Version (6.2) erschienen und liegt in einer CD- und DVD-Variante vor.
