
- Sri Aurobindo - Public domain
Ramana Maharshi, Sri Aurobindo und Paramahamsa Yogananda sind drei weltbekannte spirituelle Lehrer aus Indien, die von vielen als selbstverwirklichte, erleuchtete spirituelle Meister betrachtet werden.
Ramana Maharshi (1879-1950)
Ramana Maharshi war noch ein Teenager, als er eine plötzliche, spontane spirituelle Transformation erlebte. Kurz nach diesem dramatischen Erwachen verließ er sein Zuhause und reiste zum heiligen Berg Arunachala bei Tiruvannamalai, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Dort wurde er im Laufe der Zeit bekannt als Ramana Maharshi. Ramana sollte Arunachala bis zu seinem Tod nicht mehr verlassen. Schon als er noch zurückgezogen in verschiedenen Höhlen auf dem Berg lebte, kamen zunehmend Menschen zu ihm, um seinen Segen oder spirituelle Unterweisung zu erbitten. Allmählich begann ein Ashram um ihn herum zu entstehen, welcher in seiner endgültigen Form Sri Ramanashram hieß und bis heute für Besucher und Pilger offen ist.
Ramana Maharshi wurde berühmt für seine Lehre der Selbsterforschung in der Tradition des Advaita Vedanta. Obwohl er das Schweigen (Mauna) als die machtvollste Unterweisung betrachtete, hat er mehrere spirituelle Verse und Schriften verfasst.
Sri Aurobindo Ghose (1872-1950)
Sri Aurobindo Ghose stammte aus Kolkata (früher Kalkutta genannt). Sein Vater war ein anglisierter, gebildeter und atheistischer Inder, der seinen Sohn Aurobindo im Alter von sieben Jahren zwecks Schulbildung nach England schickte. Allerdings zeigte es sich, dass Aurobindo seine eigenen Vorstellungen entwickelte. Nach seiner Rückkehr nach Indien vertiefte er sich im Alter von 21 Jahren in die indische Kultur und Religion. Außerdem wurde er bald in der indischen Unabhängigkeitsbewegung aktiv, gründete sogar eine revolutionäre Partei und wurde der Herausgeber einer nationalistisch gesinnten Zeitschrift.
Im Jahr 1908 warf ihn die britische Obrigkeit wegen derlei Aktivitäten ins Gefängnis. Die Haft wurde zum Wendepunkt in Aurobindos Leben. Plötzlich wandte er sich intensiv dem Yoga und der Meditation zu. Nach seiner Freilassung ließ Aurobindo sich im südindischen Pondicherry nieder, wo er einen Ashram gründete und seinen integralen Yoga entwickelte. Aurobindo ist in gewisser Weise einzigartig, da seine Lehren über die traditionellen Yogalehren hinausgehen und zum Beispiel einen evolutionären Ansatz beinhalten. Aurobindo glaubte, dass Yoga mehr ist als das persönliche Streben nach spiritueller Vollkommenheit und Befreiung – es gehe nicht nur um die persönliche spirituelle Transformation, sondern um die der ganzen Schöpfung. Anders ausgedrückt: Es geht nicht nur um den Aufstieg zum Göttlichen, sondern auch um die Herabkunft des göttlichen Bewusstseins („des Supramentalen“) auf die Erde.
Paramahamsa Yogananda (1893 – 1952)
Paramahamsa Yogananda, weltweit bekannt durch seine „Autobiographie eines Yogi“, wuchs im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh auf. Nach seiner Ausbildung und spirituellen Schulung durch seinen Guru Sri Yukteshwar, ging Yogananda im Jahre 1920 in die USA, um als Vertreter Indiens an einem Kongress religiöser Liberaler in Boston teilzunehmen.
Yogananda blieb in den Vereinigten Staaten und gründete noch im selben Jahr die “Self-Realization Fellowship”, durch welche er seine Yoga-Lehren, insbesondere die Kriya Yoga Meditation, verbreitete. Yogananda lebte bis zu seinem Tod im Jahre 1952 vorwiegend in den USA. Er starb auf einem offiziellen Empfang, wo er eine Rede hielt und direkt nach seinen Schlussworten tot zu Boden sank.
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Quellen
Godman, David (editor). Be as you are: The Teachings of Sri Ramana Maharshi. Penguin, 1989.
Feuerstein, Georg. The Yoga Tradition.Hohm Press, 2001.
