
- Zeche Zollverein bei Nacht - Dieter Krantzik
Einige Straßen sind nach Mitgliedern der großen Industriellenfamilien Thyssen und Krupp benannt, wie etwa die am Rande der Stadtmitte liegende Kruppstraße selbst, an der sich interessanterweise (noch) der Hauptsitz von ThyssenKrupp befindet. Die August-Thyssen-Straße befindet sich in Kettwig, dicht an der Stadtgrenze zu Breitscheid und dem Süden von Mülheim an der Ruhr.
Straßennamen und Zechen
Gerade in den nördlichen und nordwestlichen Stadtteilen erinnern einige Straßennamen noch daran, dass Essen einst eine Zechenstadt war, bevor sie sich ab Mitte der 1960er Jahre zunehmend zu einer Stadt wandelte, die eher von Handel und Dienstleistung als von Industrie geprägt ist.
In Altenessen-Nord gibt es beispielsweise die I. und II. Schichtstraße, im benachbarten Vogelheim befindet sich die Flözstraße. Die Haldenstraße liegt in Katernberg im Nordosten der Stadt, das unmittelbar an Altenessen angrenzt.
Am bekanntesten ist sicherlich die Zollvereinstraße, die in östlicher Richtung von Altenessen nach Katernberg verläuft, da Zollverein einst eine der größten Zechen auf Essener Stadtgebiet war. Heute erinnert insbesondere Schacht XII. als UNESCO-Weltkulturerbe noch daran, dass Essen früher eine Industriestadt war. Die Arbeiter der Kokerei Zollverein an der Bullmannaue in Katernberg hatten ihre letzte Schicht am 1. Juli 1993.
Einige Straßen sind auch nach kleineren Zechen benannt, wie etwa die Levinstraße in Dellwig, die Nordsternstraße in Altenessen-Nord, die Stinnesstraße in Karnap, die Helenenstraße in Altendorf, Wolfsbankstraße und Wolfsbankring in Borbeck sowie An der Zeche Heinrich in Überruhr, einem südöstlichen Stadtteil von Essen.
Fördertürme als Industriedenkmäler
Abgesehen vom Förderturm Zollverein Schacht XII stehen noch der Förderturm der oben genannten Zeche Heinrich und der Zeche Helene in Altendorf. Auf ehemaligem Kohlenabbaugebiet stehen jedoch heute zumeist normale Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete. Beispielsweise erinnert am Verbindungsweg zwischen Heidbusch und Pollerbecks Brink im nordwestlich gelegenen Stadtteil Schönebeck ein Stein mit einer Gedenktafel daran, dass sich an dieser Stelle einmal Schacht XII der Zeche Wolfsbank befunden hat. Heute stehen dort eine Kindertagesstätte der AWO und jede Menge Wohnhäuser, die teilweise schon Ende der 1960er Jahre erbaut wurden.
Die Kohlenstraße in Burgaltendorf
Das im äußersten Südosten der Stadt gelegene, eher ländlich geprägte Burgaltendorf gehörte ursprünglich einmal zur Nachbarstadt Hattingen und wurde erst 1975 nach Essen eingemeindet. Da die Kohlenstraße sehr kurvenreich ist, hat dies zur Folge, dass große Teile von ihr genau auf der Stadtgrenze zwischen Essen und Hattingen verlaufen – je nach Lage eines Wohnhauses befinden sich die Bewohner in Hattingen und nur wenige Schritte weiter in Essen beziehungsweise umgekehrt.
Die Kohlenstraße hat ihren Namen daher, dass die Pferde Ende des 19. Jahrhunderts die mit Kohle beladenen Wagen das schwarze Gold von der Zeche abtransportierten.
Auch Schwermetall gab einigen Straßen ihren Namen
Beispiele für die Benennung von Straßen nach schwerem Metall sind etwa die Stahlstraße am Rande der Essener City, an der sich ein legales Bordell befindet, oder aber auch die Zinkstraße in Bergeborbeck, die in einem Wohngebiet, gar nicht weit ab von einem ehemaligen Industriegebiet, liegt.
