Unter der Informatik subsumiert sich alles, was irgendwie mit einem Computer zu tun hat. Dabei greift der Begriff gleichzeitig zu weit und zu kurz, denn ein Computer ist nicht nur das, was als Desktop PC oder Laptop auf dem Schreibtisch steht. Ein Computer ist auch das neue iPad oder die moderne Waschmaschine und das Auto. Überall versteckt sich die Informationstechnik. Andererseits ist die Informatik nicht für alle diese Bereiche zuständig.
Information und Mathematik gleich Informatik
Informatik ist ein Kofferwort, das aus den Begriffen Information und Mathematik zusammengesetzt ist. Dabei wird die Bedeutung auch sofort klar. Die Informatik ist die Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, wie sich Informationen mit mathematischen Regeln darstellen lassen. Diese Überlegungen finden sich im Bereich der theoretischen Informatik unter dem Stichwort Algebra.
Informationstechnik
Die Informationstechnik befasst sich schon dem Namen nach mit der Technik zur Verarbeitung von Informationen. Dazu gehört auch die Geschichte des Computers, die eigentlich Geschichte der Informationsverarbeitung heißen müsste. Denn schon vor Jahrtausenden verarbeitete man Informationen mit dem Rechenschieber. Noch im letzten Jahrhundert arbeitete man mit Schreibmaschinen und später mit Taschenrechnern. Das Kürzel EDV taucht regelmäßig in den Stellenbeschreibungen auf und verwirrt weiterhin. EDV ist die elektronische Fortführung der Informationstechnik.
Begonnen wurde die Verarbeitung von Daten auf manuellem Wege. Man schrieb die Anzahl der Tonkrüge und Weizensäcke auf Tontafeln, die gebrannt wurden oder auf Papyrus. Später kam das mechanische Rechnen in Mode, die Anzahl der Vorräte und Gewinne wurde mit dem Rechenschieber bestimmt und auf der mechanischen Schreibmaschine festgehalten. Die mechanische Schreibmaschine war bereits ein großer Schritt, da die notwendige Feinmechanik lange Zeit nicht gegeben war. Noch 1807 konnte Charles Babbage seine Analytical Engine nicht bauen, die notwendige exakte Ausführung der Einzelteile war technisch nicht machbar.
Fachbereiche
Wenn man sich die Aufteilung durchliest, macht alles einen Sinn. Die wissenschaftliche Welt nennt alles wieder Informatik und unterteilt in die Bereiche "theoretische", "technische", "praktische" und "angewandte" Informatik.
Die theoretische Informatik befasst sich, wie oben erwähnt, mit der mathematischen Seite. Sie berechnet ob ein Algorithmus sich in absehbarer Zeit lösen lässt, oder ob er unlösbar ist mit den heutigen Möglichkeiten. Unlösbar heißt dabei oft nur, dass er mehrere Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte benötigen würde, um ein Ergebnis zu liefern. Die Automatentheorie wird erforscht und sagt aus, welche Aufgaben ein bestimmter Automat lösen kann.
Die technische Informatik stellt die Bauteile bereit, die Charles Babbage benötigt hätte. Heute sind das keine Zahnräder mehr, sondern integrierte Schaltkreise, die auf Platinen zu Hause sind. Die Boolesche Algebra wird hier verwendet, um die Schaltkreise zu planen und theoretisch zu testen. Der Aufwand einen neuen Schaltkreis zu produzieren ist immens und man versucht möglichst viele Fehler vor der ersten Realisierung zu finden.
Viele verbinden mit Informatik die Vorstellung des Programmierers, der im Keller wohnt und keine sozialen Kontakte pflegt. Das Bild ist falsch. Programmierer müssen soziale Kompetenzen mitbringen, um erfolgreich zu sein. Für seine Arbeit benötigt er Compiler und die Benutzer der Programme möchten Betriebssysteme. Das Handwerkszeug und die Theorie dafür stellt die praktische Informatik zur Verfügung.
Damit man als Benutzer mit Gimp, Firefox, Open Office und viele andere Programme zur Verfügung hat, darum kümmert sich die angewandte Informatik. Sie kümmert sich um die Anwendungen, die der Endbenutzer verwendet, das gilt für den privaten Bereich ebenso wie für den professionellen Bereich.
Die Informatik ist die wissenschaftliche Seite von allem, was sich unter dem Begriff Computer für die Allgemeinheit verbirgt. Die Informationstechnik beschreibt einen kleinen Teil der wissenschaftlichen Definition und sorgt dafür, dass die Theorie praktisch verwertbar wird.
