Backup-Strategien vermeiden Datenverlust

Mit einfachen Mitteln wichtige Unternehmensdaten sicher schützen

Wie durch eine geeignete Backup-Strategie Daten besser geschützt und im Schadensfall schneller wieder hergestellt werden können.

Datensicherung ist Chefsache und sollte keinesfalls nur den verantwortlichen IT-Mitarbeitern oder externen Beratern überlassen werden. Schließlich geht es im Notfall um die Existenz eines Unternehmens und da sollte genügend Zeit für die Planung und Umsetzung der Unternehmens-Backup-Strategie und der regelmäßigen Kontrolle eingeplant werden. Sorgfältige Planung und Ausführung spart nicht nur Zeit und Geld, sondern kann im Katastrophenfall über Unternehmensuntergang oder -überleben entscheiden. Ein guter Backup-Plan beinhaltet zwei Hauptkomponenten. Einen Plan zur regelmäßigen Sicherung und Auslagerung von unternehmenskritischen Anwendungen und Daten, sowie den Plan zur Wiederherstellung im Katastrophenfall. Hierbei hat es sich bewährt, diese beiden Dokumente getrennt voneinander zu erstellen, zu pflegen und zu kontrollieren.

Wer tut was und was soll gesichert werden

Im ersten Schritt zur Erstellung einer vollständigen Backupstrategie, geht es um die Festlegung der Verantwortlichkeiten und die Bestandsaufnahme aller Anwendungen die im Unternehmen eingesetzt werden. Dazu gehören sämtliche lokalen Applikationen, als auch alle Online-Applikationen wie etwa die Webpräsenz des Unternehmens, der Onlineshop oder das Online-CRM-System. Gemeinsam mit den Benutzern und den IT-Verantwortlichen, wird festgelegt, welche Anwendungs- und Konfigurationsdaten regelmäßig und in welchen Abständen gesichert werden müssen. Dazu gehören ebenfalls die entsprechenden Datenträger der Betriebssysteme und Anwendungen, die dazugehörigen Lizenzschlüssel und alle Passwörter, um diese wieder installieren bzw. wieder herstellen zu können. In diese Liste gehören alle Anwendungen, die auf mobilen Geräten wie PDAs oder Laptops installiert sind.

Dokumentation, Ausführung und Kontrolle

Die beste Backup-Strategie nützt wenig, wenn sie nicht dokumentiert, ausgeführt und regelmäßig kontrolliert wird. Zur Überwachung des Backups dienen in der Regel Log-Dateien und automatische Benachrichtigungen der Backup-Software, die von den verantwortlichen Personen täglich ausgewertet werden müssen.

Backup-Lösungen, Verschlüsselung und Online-Backup

In den meisten Fällen werden Bandlaufwerke und Magnetbänder zur täglichen Sicherung eingesetzt. Hier zeichnet sich allerdings ein Wechsel ab, da Festplatten ein ähnliches Preis-/Leistungsverhältnis aufweisen als Tapes und schnelleren Zugriff bei der Datenrestaurierung bieten. Abhängig von der täglich zu sichernden Datenmenge und der verfügbaren Internet-Bandbreite, kommen auch Online-Backup-Lösungen in Betracht. Hierbei werden die Daten in ein eigenes, physikalisch getrenntes Rechenzentrum repliziert. Online-Backup ist eine gute Alternative zum physikalischen Auslagern der Backup-Medien. Kleinere Unternehmen, Freiberufler oder Außendienstmitarbeiter, die nicht über eine entsprechende technische Infrastruktur verfügen, können auf externe Dienstleister zurückgreifen, die gegen eine monatliche Servicegebühr den benötigten Speicherplatz über gesicherte Datenverbindungen auf Backup-Servern bereitstellen.

Lagerung der Backup-Medien

Die sichere Lagerung der eingesetzten Backup-Medien ist ein wesentlicher Bestandteil einer vollständigen Backup-Strategie. Ein Backup-Tape nützt wenig, wenn es zum Beispiel durch ein Feuer zerstört wird oder bei einem Einbruch zusammen mit der Computerhardware gestohlen wird. Es ist empfehlenswert, die Backup-Medien sowohl intern in einem speziell dafür vorgesehenen feuerfesten Datensafe zu lagern und zusätzlich eine Kopie der Daten in regelmäßigen Abständen extern zu lagern. Es gibt mehrere Möglichkeiten für eine externe Lagerung der Medien. Die preiswerteste Lösung ist zum Beispiel ein Schließfach bei der eigenen Bank. Allerdings kommt man im Notfall außerhalb der Öffnungszeiten nicht an das Schließfach und damit auch nicht an die Daten heran. Dieses Problem haben zahlreiche Anbieter erkannt und bieten einen vollständigen Service inklusive Hol- und Bringdienst für Backupmedien an. Dafür werden allerdings auch oft mehrere hundert Euro im Monat fällig.

Alternative Online-Backup

Als mögliche Alternative dazu bietet sich der Online-Backup an, bei dem die hoch verschlüsselten Daten über eine gesicherte Internet-Verbindung zusätzlich in ein Rechenzentrum gesichert werden. Die heute verfügbaren Verschlüsselungstechniken wie zum Beispiel AES mit bis zu 256 Bit Schlüssellänge, gelten als sehr sicher und eignen sich deshalb auch hervorragend zum Einsatz im Backup-Umfeld. Nicht nur diverse Regierungsabteilungen, sondern auch sehr viele Großunternehmen setzen diese Verschlüsselungstechnologie bereits erfolgreich ein. Ob und in welchem Umfang der Online-Backup für ein Unternehmen in Frage kommt, hängt vor allem von der Bandbreite der Internetanbindung und von der täglich zu sichernden Datenmenge ab.

Wiederherstellung von Daten

Ein Backup ist nur dann erfolgreich, wenn die gesicherten Daten auch wieder vollständig gelesen werden können und dadurch die Anwendung wieder in den Zustand vor einem Datencrash zurückversetzt werden kann. Dazu muss in regelmäßigen Abständen ein Test-Restore durchgeführt werden. Die wichtigsten Anwendungen werden ein- oder zweimal im Jahr vollständig wieder hergestellt und getestet. Bandlaufwerke und Medien werden einmal im Monat geprüft, indem bestimmte Verzeichnisse zurückgesichert werden. Dies erfordert eine entsprechende Testumgebung, die am einfachsten durch ein virtuelles System bereitgestellt werden kann. Dazu eignet sich oft schon ein aktueller PC mit einer kostenlosen Virtualisierungssoftware von SUN oder von VMWARE Inc. Auf einem solchen System lassen sich für wenige hundert Euro fast beliebig viele Testumgebungen aufbauen. Die Wiederherstellung von Daten, die Online gesichert wurden, erfordert eventuell eine andere Vorgehensweise. Je nachdem wie groß die zu restaurierenden Datenmengen sind, müssen diese unter Umständen auf eine Festplatte kopiert werden und per Kurierdienst an den Kunden geschickt werden. Kleinere Datenmengen lassen sich allerdings problemlos über das Internet wiederherstellen.

Kontinuierliche Kontrolle gefragt

Die Entwicklung und Umsetzung einer Backup-Strategie erfordert Zeit, die Einbindung von IT und Anwendern, sowie eine kontinuierliche Kontrolle der Prozesse. Es gab und gibt immer wieder Fälle von komplettem Datenverlust, sei es durch Unachtsamkeit bei der Bedienung der Anwendung, Software- und Hardwarefehler oder Diebstahl. Der verantwortungsbewusste Unternehmer sorgt durch eine geeignete Backup-Strategie vor, die der Unternehmensgröße angepasst ist. Das Auslagern der Backup-Datenträger oder der Einsatz von Online-Backup-Tools sollten deshalb in keiner Backup-Strategie fehlen.

Erwin Zetz - IT Professional , Erwin Zetz

Erwin Zetz - Erwin Zetz ist ein versierter IT-Manager mit langjähriger Erfahrung in großen mittelständischen und internationalen ...

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