
- Natürliche Orientierung für Motten - LoggaWiggler, pixabay
Während Schmetterlinge, die tagsüber umher flattern, wie etwa Zitronenfalter, Pfauenauge, Schwarzer Admiral und so weiter, von den meisten Menschen als schön empfunden werden, beziehungsweise gern gesehene Gäste auf dem Balkon oder im Garten sind, lösen Nachtfalter eher negative Gefühle aus, weil die meisten an Schädlinge wie etwa Kleider- oder Lebensmittelmotten denken.
Auch Nachtfalter sind Schmetterlinge
Der einzige Unterschied zwischen Nachtfalter und Schmetterling ist deren Aktivitätszeit. Schmetterlinge flattern tagsüber umher, Nachtfalter sind, wie der Name bereits vermuten lässt, in der Dunkelheit unterwegs.
Häufig wird nach dem Unterschied zwischen den Begriffen „Nachtfalter“ und „Motte“ gefragt. Rein semantisch gibt es keinen Unterschied, das Wort „Motte“ hat sich dennoch für nachtaktive Falter eingebürgert, unter anderem auch für Schädlinge wie die Kleidermotte. Motte und Nachtfalter meinen somit ein und dasselbe Insekt.
Biologische Unterschiede zwischen Nachtfaltern und Schmetterlingen
Von tagaktiven Schmetterlingen unterscheiden sich Nachtfalter lediglich durch einige biologische Gegebenheiten. Schmetterlinge verfügen eher über feine Fühler mit runden Endungen, die von Motten sind eher dick und fedrig. Während der Körper von Pfauenauge und Co. feingliedrig und eher filigran ist, ist der Körper von Nachtfaltern größer und auch flaumiger. Vermutlich trägt der flaumige, kräftige Körper und ihre meist gedeckte Färbung zu der weit verbreiteten Abneigung gegenüber Nachtfaltern bei.
Hinzu kommt, dass Motten von künstlichen Lichtquellen magisch angezogen werden und scheinbar automatisiert immer wieder um eine Straßenlaterne oder Lampe im heimischen Wohnzimmer kreisen. Was auf die meisten Menschen abstoßend wirkt, ist jedoch ein Zeichen dafür, dass die Motte in eine Falle geraten ist. Normalerweise orientieren sich Nachtfalter bei ihren Streifzügen am Licht des Mondes. Wird diese natürliche Lichtquelle jedoch von künstlichen Lichtquellen (Lampen, Laternen) überstrahlt, so orientieren sich die Motten am künstlichen Licht und kreisen wie zwanghaft immer wieder um die unnatürliche Lichtquelle. Dieser Effekt tritt insbesondere bei weißem Licht ein, bei gelblichem bis orangefarbenem Licht ist dies seltener zu beobachten.
Einheimische Arten von Nachtfaltern
Auffallend ist, dass die meisten Namen von Motten auf die Wörter „Spinner“, „Glucke“, „Schwanz“ oder „Schwärmer“ enden. Zu den Spinnerarten zählen unter anderem Eichenspinner, Brombeerspinner, Zahnspinner mit unterschiedlichen Spezifikationen (unter anderem Silberfleck, gelbbraun, ungefleckt) und viele mehr. Zu den Schwärmern gehören beispielsweise Eichenschwärmer, Nachtkerzenschwärmer, Pappelschwärmer, Fledermausschwärmer.
Von diesen Prinzipien der Namensgebung weichen lediglich Arten wie Nonne, Schwarzes L, Kleines Nachtpfauenauge, Totenkopf , Nagelfleck et cetera ab. Eine detaillierte Liste mit allen Arten findet sich auf der Homepage des NaBu Schorndorf.
Wovon ernähren sich Motten?
Generell ernähren sich die meisten Nachtfalter – außer Kleider- und Lebensmittelmotten – von flüssigen Substanzen wie Tau, Nektar oder Bienenhonig. Einige Arten bevorzugen Blütenpollen. Vielfach zehren Motten jedoch von der Nahrung, die sie im Raupenstadium in großer Menge zu sich genommen und gespeichert haben. Dies ermöglicht ihnen ein bis zu acht Monate langes Leben.
Die in Deutschland bekannteste Mottenart
Am häufigsten ist in Deutschland die so genannte Gammaeule, die zur Familie der Eulenfalter zählt. Charakteristisch ist die bräunliche bis gräuliche Färbung. Die Flügelspannweite beträgt 35 bis 40 Millimeter. Außer in ausgedehnten Waldgebieten ist diese Mottenart praktisch überall anzutreffen.
Zu den natürlichen Feinden der Gammaeule zählen Stare, Krähen und Fledermäuse, wobei der Falter durch seine Färbung gut getarnt ist, wenn er sich in einer Baumrinde ein Ruheplätzchen sucht.
Quellen:
- tierchenwelt.de: Artikel mit dem Titel „Schmetterling oder Motte – wo ist der Unterschied?“. Ohne Datums- und Verfasserangabe
- Naturschutzbund (NaBu) Schorndorf: Liste der Nachtfalterarten. Ohne Datums- und Verfasserangabe
- Pasta, Rainer: Heimische Nachtfalter in der Hart. pdf-Dokument zur Exkursion vom 8. August 2002
- einstein-lectures.de: Warum Motten von Licht magisch angezogen werden. Post-Eintrag vom 8. Februar 2010. Ohne Verfasserangabe
- Yahoo Clever: Gelöste Nutzeranfrage, warum Motten immer ins Licht fliegen. Ohne Datum, vermutlich aus dem Jahr 2007
- Lexikon der Schädlinge. Artikel zur Kleidermotte. Ohne Datums- und Verfasserangabe
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Bildnachweis:
Schmetterling; Nachtfalter: © Lucky Luke, pixabay
Laterne: © Hans, pixabay
Vollmond: LoggaWiggler, pixabay
