Der Drehbuchautor und Regisseur Quentin Tarantino wollte seine eigene Version verschiedener Kriegs- und Westernfilm niederschreiben. Nach zahlreichen Überarbeitungen und jahrelanger Aufschiebung begann im Herbst 2008 der Dreh, und nun kommt der meisterwartete und berüchtigste Kinofilm des Jahres 2009, "Inglourious Basterds", endlich in die Kinos.
Das Werk deutscher und internationaler Filmgrößen
Schon im September 2008 ging ein Raunen durch die Welt der (vor allem deutschen) Filminteressierten, als Tarantino zum Komparsencasting in den Babelsberger Filmstudios aufrief. Hier sollte nichts geringeres gedreht werden als ein Großteil seines neuesten Streichs "Inglourious Basterds“ (Das Wort "Bastards“ wurde in "Basterds“ umgeändert, um Verwechslungen mit einem gleichnamigen Film von 1978 – deutscher Titel: "Ein Haufen verwegener Hunde" – zu verhindern) und zwar mit niemand geringerem als Superstar Brad Pitt und einer nahezu unvergleichlichen Dichte internationaler und vor allem deutscher renommierter Schauspieler. Christoph Waltz (in Cannes für seine schauspielerische Leistung im Film ausgezeichnet), Til Schweiger, Daniel Brühl und August Diehl sind nur einige der bekannten deutschen Gesichter.
Nicht nur Filmstoff, sondern ein untergegangener Teil der Geschichte
Der schon im Vorfeld kontrovers diskutierte Film über eine Gruppe jüdisch-amerikanischer Elitesoldaten im 2. Weltkrieg, die gezielte Vergeltungsschläge gegen die Deutschen ausführen soll, feierte schon im Mai 2009 seine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes und konnte auf weiter Spur selbst hartgesottenen Kritikern überraschenden Lob abgewinnen. Trotz des sensiblen Szenarios des 2. Weltkrieges gelang vieler Meinungen nach trotz – wie von Tarantino gewohnt – Mengen an Kunstblut und Makabrem ein ernsthafter und zugleich unterhaltsamer Film, und das über 160 Minuten Spielzeit. Die Ernsthaftigkeit spielt hier diesmal eine besonders wichtige Rolle, denn hinter der Gruppe jüdischer Rächer steckt nicht nur Phantasie, sondern harte Realität. Tausende jüdischer Untergrundsoldaten machten sich ab 1944 auf die Jagd nach Nationalsozialisten des Dritten Reiches und töteten zum Teil hochrangige Mitglieder der NSDAP.
Wo Tarantino drauf steht, ist auch Tarantino drin
Dabei werden Fans und Kenner des ehemaligen Videotheksangstellten und Filmgenies Tarantino vieles von dem erwarten können, was sie an seinen (meisten) Filmen so sehr haben lieben lernen: Bis in Perfektion ausgefeilte Dialoge und schräge Figuren, die sich - wie schon zuvor die (Anti-)Helden in seinen anderen Kultfilmen – in die Historie der Popkultur verewigen werden. Dass die Handlung dabei eher zur Nebensache wird und den Regeln der Filmdramaturgie nicht immer allzu viel Beachtung geschenkt wird, wäre für die meisten Filmemacher ein No-Go. Nicht so für Tarantino, dessen Stil die Filmwelt seit Anfang der 90er Jahre so sehr geprägt hat, dass dafür das Wort "tarantinoesque"" eingeführt wurde. Zuletzt aufgrund seiner "Grindhouse"-Filme eher negativer Kritik ausgesetzt, folgt nun zweifellos ein Film größeren Kalibers.
Zwar mischten sich auch kritische Stimmen unter die weitgehend lobende Zuschauerschaft, die das Privileg hatte, den Film vorab sehen zu dürfen, doch auch und gerade aufgrund der Kontroversen und des Medienhypes scheint zumindest sicher: Ein sehr erfolgreicher Kinostart. Bei uns startet der von vielen sehnsüchtig erwartete Film am 20. August 2009.
