
- Ingwer besitzt eine heilende Wirkung - Anna Ghezzi
Die gesundheitsfördernde Wirkung von Ingwer wurde schon vor tausenden von Jahren entdeckt. In China, Indien und Japan wird Ingwer als Heilpflanze und beliebtes Gewürz gehandelt. Aber auch in Europa gilt Ingwer längst als Heilpflanze und findet ebenfalls Anwendung in der Küche. Nachfolgend gibt es u.a. Informationen über die Wirkung, Anwendung und Herkunft der Ingwer-Wurzel.
Ingwer - die gesundheitsfördernde Wurzel
Der Ingwer oder auch Zingiber officinale Roscoe genannt zählt zur Gattung der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Es gibt ca. 50 verschiedene Arten von dieser Gattung, die überwiegend in den Tropen zu finden ist. Besonders in Indien (50 % der Welternte), Südostasien, Jamaika und Brasilien wird Ingwer angebaut. Seinen Ursprung hat Ingwer im südchinesischen Raum. Die Ingwerpflanze erinnert stark an Schilf und erreicht Wuchshöhen von ein bis zwei Metern. Zur Blütezeit trägt sie gelbe bis grüne Blüten mit einer violett gefärbten Lippe. Der Wurzelstock der Pflanze wächst stark verzweigt in der Erde. Das sogenannte Rhizom ist der wesentliche gebräuchliche Teil der Pflanze, der als Arznei und vorwiegend als Küchengewürz verwendet wird. Ingwer hat einen erfrischenden zitronenähnlichen Geruch und sein Geschmack ist scharf und würzig. Für die Schärfe des Ingwers ist der Inhaltsstoff Gingerol verantwortlich, von dem auch sein englischer Namen „Ginger" rührt.
Die heilende Wirkung von Ingwer
Die heilende Wirkung von Ingwer wurde vor 3000 Jahren in China entdeckt. In der chinesischen Medizin gilt Ingwer seit jeher als Allheilmittel. Der scharfen Wurzel werden aber auch aphrodisierende Eigenschaften zugesprochen, weshalb man sie ihn China gerne an frisch verheiratete Paare verschenkt. Man verabreicht Ingwer gerne bei jeglicher Art von Beschwerden. Ingwer wirkt antioxidativ und entgiftend und besitzt zudem eine bakterien- und pilztötende Wirkung. Roh verabreichter Ingwer verringert die Blutgerinnung sogar um ein vielfaches besser als Knoblauch.
Therapie und Anwendung der Ingwer-Wurzel
Seit Ende der 1980er Jahre wird Ingwer in Deutschland auch wissenschaftlich als Heilmittel anerkannt. Die heilende und gesundheitsfördernde Wirkung von Ingwer findet heute ihre Anwendung bei vielen Krankheiten und Beschwerden. Ingwer wirkt unterstützend bei Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Blähungen und kann auch bei Reise- oder Seekrankheit eingesetzt werden. Diese Wirkung ist dem Gingerol und dem Shogaol zuzuschreiben, welche im Ingwer enthalten sind. Gingerol besitzt krampflösende Eigenschaften und absorbiert Säuren im Magentrakt. Die chemische Struktur von Gingerol ähnelt stark der von Aspirin. Daher wirkt Ingwer auch bei Kopfschmerzen und Migräne, ist schmerzstillend und blutverdünnend. Zudem lindert Ingwer Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen, reduziert Gelenkschwellungen und hat eine positive Wirkung auf die „Morgensteifigkeit“ bei rheumatoider Arthritis.
Weitere positive Eigenschaften, die vom Ingwer ausgehen: Blutzuckerspiegelregulierend, cholesterinsenkend, blutdruckregulierend, entkrampfend, entzündungshemmend, harntreibend, vorbeugend bei Krebsentstehung, lindernd bei Menstruationsbeschwerden. Außerdem hilft Ingwer bei nervösem Magen und kurbelt die Fettverbrennung an.
Ingwer und seine positive Wirkung bei Erkältung
Ingwer kann vorbeugend bei Erkältung wirken, da er das Immunsystem stärkt. Wenn man schon erkältet ist, kann Ingwer den Heilungsprozess beschleunigen. Er hat eine fiebersenkende Wirkung und besitzt hustenlindernde Eigenschaften. Er löst den in den Atemwegen festsitzenden Schleim und erleichtert somit das Abhusten. Die Scharfstoffe (Gingerole) der Ingwer-Wurzel haben eine kreislaufanregende und wärmende Wirkung auf den Organismus. Daher wirkt Ingwer durchblutungsfördernd und eignet sich sehr gut für Menschen, die leicht frieren. Ingwer bekämpft auch Föhn- und Wetterfühligkeit.
Die wirksamen Inhaltsstoffe der Ingwer-Wurzel
Es wurden über 160 Inhaltsstoffe im Ingwer nachgewiesen. Die frische Ingwer-Wurzel besteht aus ca. 80% Wasser, 1 - 3% ätherischen Ölen (Bisabolene, Farnesen, Cineol, Citral und Gingerol) sowie Stärke, Eiweißen, Rohfasern und Schwefel. Zudem ist er reich an Vitaminen, besonders der A- und B-Gruppe und Mineralstoffen wie Magnesium, Calcium, Eisen, Natrium und Phosphor.
Äußere und innere Anwendung mit Ingwer
Man kann Ingwer frisch geschält oder getrocknet anwenden. In der Apotheke ist er in pulverisierter Form in Kapseln oder als Sirup erhältlich. Bei Entzündungen im Rachenraum oder zur Beruhigung der Schleimhäute hilft es, mit Ingwer zu Gurgeln. Für Rücken- oder Gelenkschmerzen eignen sich Badezusätze, Salben und Kompressen, die mit den schmerzstillenden Wirkstoffen der Ingwer-Wurzel angereichert sind. Wohlige Wärme von Innen spendet ein einfacher Ingwertee, der sich leicht selbst zubereiten lässt. Ingwer-Öl fördert die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Bei chronischen oder lang anhaltenden körperlichen Beschwerden empfiehlt es sich, auf Ingwer-Extrakt zurückzugreifen, da es die heilenden Wirkstoffe in konzentrierter Form enthält und es einem somit erspart bleibt, raue Mengen an frischem Ingwer zu sich zu nehmen, um die benötige Menge an Inhaltsstoffen des Ingwers erreichen zu können. Damit Ingwer seine volle Wirkung entfalten kann, sollte er täglich eingenommen werden. In einer medizinischen Studie wurde nachgewiesen, dass täglich 5 Gramm frischer Ingwer die Anfälligkeit für Thrombose und Schlaganfälle senkt.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Quellen: gesundheitsseiten.com, naturgesundes.de, gesund.co.at
