Inhalt des Films »Das Schweigen der Lämmer«

Ihnen brachte „Das Schweigen der Lämmer" Weltruhm: den Schauspielern Jodie Foster und Sir Anthony Hopkins, Regisseur Jonathan Demme und Autor Thomas Harris.

Er gilt als ein Schlüsselfilm in mehrerlei Hinsicht: der im Jahr 1991 veröffentlichte Film „Das Schweigen der Lämmer“ (original „The silence of the lambs“). Mit ihm betrat ein zutiefst verstörendes menschliches Wesen die Welt, das wie kaum etwas anderes zuvor im Zuschauer ambivalente Gefühle auslöste: Dr. Hannibal „The Cannibal“ Lecter, dargestellt von Sir Anthony Hopkins. Erst mit Noomi Rapace alias Lisbeth Salander sollte eine ähnlich ambivalente Figur auf die Leinwand kommen.

Inhalt des Film „Das Schweigen der Lämmer“

FBI-Agent Jack Crawford (gespielt von Scott Glenn) jagt einen Psychopathen: „Buffalo Bill“ hat bisher fünf Frauen getötet, ihnen Teile der Haut abgezogen (wie Buffalo Bill, der Westernheld) und sich ihrer Leichen nahezu beiläufig entledigt. Nun soll Clarice Starling (Jodie Foster) Crawford bei der Suche unterstützen. Die junge Agentin steckt in der Schlussphase ihrer Ausbildung zur Agentin des FBI in Quantico, Virginia.

Clarice soll Hannibal Lecter interviewen, der im Hochsicherheitstrakt einer geschlossenen Anstalt einsitzt. Lecter hat ebenfalls mehrfach getötet; an den Opfern hat er seine kannibalistischen Züge ausgelebt (Hannibal „der Kannibale“).

Dr. Hannibal Lecter ist so gnadenlos wie brillant in seiner Fähigkeit, Menschen zu durchschauen, zu sezieren. Bereits die erste Begegnung bringt Starling durch ihr extrem ehrgeiziges Auftreten beinahe zum Scheitern, erhält aber am Schluss einen Hinweis auf ein vor langer Zeit angelegtes Versteck.

Quid pro quo: Starling und Lecter schließen einen Handel

Das Versteck entpuppt sich als Lager eines Umzugsunternehmens; in einer Box findet Starling einen konservierten Kopf. Damit konfrontiert, schlägt Lecter einen Handel vor: Im Gegenzug für die Verlegung in eine andere Anstalt wird er ein psychologisches Gutachten (ein Profil) von Buffalo Bill erstellen. Als Catherine, die Tochter der Senatorin Martin, verschwindet, geht Starling auf Lecters Angebot ein, denn das Verschwinden von Catherine trägt alle Anzeichen einer Entführung durch Buffalo Bill.

Lecter überredet Starling zu einem „Quid-pro-quo“ (eine Art „Wie-du-mir-so-ich-dir“-Absprache): Nicht nur will er verlegt werden, nein, er fordert Starling heraus, ihm persönliche Fragen zu beantworten. Im Dialog der beiden offenbaren sich nun einerseits Starlings Motive und auf der anderen Seite Lecters Absichten. Starling hat nie überwunden, dass die neugeborenen Lämmer am Hof ihes Onkels geschlachtet wurden, deren Schreie verfolgen sie zeitlebens.

Der Leiter der Anstalt, Dr. Frederic Chilton (Anthony Heald), widersetzt sich der Verlegung. Er sieht seine Felle davonschwimmen und bietet Lecter in dessen Zelle einen „echten“ Handel an: Starling, das Schulmädchen, habe gar nicht die Kompetenz für die Zusage, die sie Lecter gegeben hat; er jedoch, Chilton, könne dafür garantieren, wenn Lecter ihm den wirklichen Namen von Buffalo Bill anvertraue. Lecter akzeptiert, man fliegt ihn aus. Am Flughafen wird er noch Senatorin Martin präsentiert, und nach einigem Geplänkel, das dem Spiel einer Katze mit der Maus gleicht, nennt Lecter den wirklich Namen von Buffalo Bill.

Lecter schenkt Starling die Lösung des Falls und entkommt

Starling ist ihrer Eigenmächtigkeit wegen vom Fall abgezogen. Ein letztes Mal besucht sie Lecter und bringt ihm seine Zeichnungen, die er in Chiltons Anstalt hat zurücklassen müssen. Der Psychiater sitzt eingesperrt in einem riesigen Gitterkäfig mit Paravent innerhalb eines düsteren, großen Raums, lauscht, in eine Lektüre vertieft, den „Goldberg Variationen“ von Bach und wirkt eigentümlich nach innen gekehrt.

Lecter kann Starling noch den Hinweis geben, das alles zur Ergreifung des Täters Notwendige in der Akte steht, die er Starling überreicht, bevor Chilton auftaucht und Starling entfernen lässt. Dann beginnt das Grauen: Lecter befreit sich und schlachtet seine Bewacher ab. Die Gesichtshaut des einen Wachmanns legt er sich selbst aufs Gesicht und täuscht damit die alarmierten Polizisten und Sanitäter: Sie denken, es handele sich um den Wachmann. Lecter wird abtransportiert und tötet auf dem Weg ins Krankenhaus die Sanitäter. Er ist auf freiem Fuß, seine Geschichte endet hier, es beginnt die Jagd auf Buffalo Bill.

Starling (Jodie Foster) stellt den Täter

Beim Aktenstudium erkennt Starling, was Lecter mit seinem Hinweis meinte: Die Reihenfolge, in der die Leichen der verschwundenen Mädchen gefunden worden sind, entspricht nicht der Reihenfolge ihrer Ermordung. Starling macht sich auf den Weg nach Belvedere in Ohio und ermittelt auf eigene Faust. In der Wohnung des ersten Opfers, Frederica Bimmel, stößt sie auf Spuren, die sie folgern lassen, dass Buffalo Bill tötet, um aus der Haut seiner Opfer ein eigenes Kostüm zu schneidern (das Thema ‚Transsexualismus‘ wurde von Lecter bereits angedeutet).

Starling findet das Haus der Näherin, für die Bimmel gearbeitet hatte. In einer Parallelmontage wird der Showdown des Thrillers eingeleitet: Während Crawfords Leute das Haus in Chicago umstellen, in dem sie Buffalo Bill vermuten, klingelt Starling an der Tür. Es öffnet ihr ein Jame Gumb, der sich zunächst hilfsbereit zeigt. Als ihm aufgeht, dass Starling in ihm den gesuchten Buffalo Bill erkennt, flüchtet er in den Keller.

Die Lämmer schweigen, aber Hannibal Lecter und Clarice Starling bleiben aneinander gekettet

In einer die Nerven strapazierenden Verfolgung wird Starling in das Verlies hineingezogen. Buffalo Bill schaltet die Sicherungen aus und streift sich in der Dunkelheit ein Nachtsichtgerät über. Aus der Perspektive der subjektiven Kamera sieht der Zuschauer, wie Buffalo Bill mit seinem Revolver auf Starling zielt, doch das Klicken beim Entsichern der Waffe verrät seinen Standort: Clarice Starling schießt in diese Richtung und tötet den Serienmörder – Catherine Martin ist gerettet.

Während der Feier zur bestandenen Prüfung beim FBI wird Starling überraschend ans Telefon gerufen. Es ist Hannibal Lecter, der sich erkundigt, ob das Schreien der Lämmer verstummt ist. Er deutet an, sie unbehelligt zu lassen, denn er habe „ein Festessen mit einem alten Freund“.

Und in einer letzten Einstellung sieht man Chilton, wie er, besorgt um seine Sicherheit, von Lecter aus der Ferne beobachtet wird. Ganz klar: Solange Lecter auf freiem Fuß ist, wird auch Clarice Starling nicht zur Ruhe kommen – das Böse, es endet nie!

Johannes Flörsch, Johannes Flörsch

Johannes Flörsch - Johannes Flörsch (Jahrgang 1956): Nach einer Bankkaufmannslehre, nach dem Studium der klassischen Gitarre am Konservatorium ...

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