Dieser Bewerbung um einen Ausbildungsplatz liegt noch keine ausdrückliche Stellenanzeige zugrunde - sie wird deswegen auch Blindbewerbung genannt. Wenn ein Unternehmen plant, ein Stellenangebot aufzugeben, werden in der Regel zuvor alle vorliegenden Initiativbewerbungen durchgesehen.

Welche Vorteile hat eine Initiativbewerbung?

  • Ihre Bewerbung steht in keiner oder nur ganz geringer Konkurrenz zu anderen Bewerbern, da noch keine Stellenanzeige vorliegt.
  • Sie zeigen Engagement, Initiative und Motivation durch eine Initiativbewerbung.
  • Sie müssen bei der Formulierung der Initiativbewerbung keine Stellenanzeige berücksichtigen und können sich so präsentieren, wie es Ihnen am vorteilhaftesten erscheint.
  • Selbst wenn momentan kein aktueller Personalbedarf bei dem Unternehmen besteht, wird der Personalverantwortliche Ihre Bewerbung in der Regel aufbewahren, falls später Bedarf besteht und das Unternehmen zum Vorstellungsgespräch einladen möchte.

Was ist bei einer Online-Initiativbewerbung zu beachten?

  • Großunternehmen bieten in der Regel auf ihrer Website die Möglichkeit, eine Initiativbewerbung über ein Online-Bewerbungsformular zu verschicken. Ein vorheriger Telefonanruf hat bei Konzernen wenig Sinn, wenn Sie keine konkrete Kontaktperson haben.
  • Bei mittelgroßen Unternehmen sollte der Online-Initiativbewerbung eine telefonische Anfrage vorausgegangen sein. Sie sollten dann die Bewerbung direkt an die E-Mail-Adresse des Ansprechpartners schicken. Auch sollte die Online-Bewerbung möglichst unmittelbar nach dem Telefonat verschickt werden.

Bewerbungsfehler

Häufige Bewerbungsfehler bei Initiativbewerbungen aus Sicht der Betriebe sind :

  • Die Bewerbungsunterlagen sind unvollständig.
  • Es sind Rechtschreibfehler beim Anschreiben und beim Lebenslauf.
  • Das Anschreiben ist langweilig und ohne erkennbare Motivation.
  • Die Gründe des Bewerbers für die Berufswahl sind nicht erkennbar.
  • Der Lebenslauf ist lückenhaft.
  • Die Bewerbungsunterlagen machen einen schlechten optischen Eindruck.
  • Die eigene Person des Bewerbers wird unzureichend vorgestellt.
  • Bei der Formulierung der Unterlagen ist ein mangelhaftes Ausdrucksvermögen festzustellen.
Bedenken Sie das Motto „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“! Die Bewerbungsunterlagen gliedern sich in Anschreiben, Lebenslauf, Profil und Zeugnisse/Praktikumsbestätigungen. Das Anschreiben sollte realistisch und selbstbewusst sein. Sie sollten unbedingt auf Folgendes eingehen:

  • Was ist für Sie an dem Unternehmen und der Ausbildung interessant und verlockend?
  • Wieso wollen Sie ausgerechnet diesen Ausbildungsberuf erlernen?
  • Welche beruflichen Ziele haben Sie?
  • Welche Qualifikation haben Sie für diese Lehrstelle?
  • Wann wird Ihre Schulausbildung beendet sein (wann könnten Sie die Stelle antreten)?
Bei einer Online-Initiativbewerbung sollte die „AIDA-Formel“ beachtet werden:

Attention – Aufmerksamkeit wecken; Interest – Interesse an Dir auslösen; Desire – den Wunsch, Dich kennen zu lernen verursachen; Action – die Handlung bei dem Unternehmen auslösen, Dich zum Gespräch einzuladen.

Trainingsaufgaben:

1. Erstellen Sie eine Liste von Ausbildungsunternehmen aus Ihrer Region, die für Online-Initiativbewerbungen in Frage kommen. Verwenden Sie das Branchentelefonbuch und recherchieren Sie anschließend auch auf der Website der ausgewählten Unternehmen.

2. Bilden Sie Kleingruppen. Jede Gruppe erstellt ein Plakat zum Thema „Initiativbewerbung“. Notieren Sie in der Mitte das Thema und beantworten Sie außenherum die folgenden Fragen: Was ist eine Initiativbewerbung? Wann ist sie sinnvoll? Welche Vorteile hat sie? Was ist zu beachten? Verschönern Sie das Plakat dann noch mit Zeichnungen.