
- Paris, je t´aime - Molk Manuela
"Da stehe ich nun auf der Brücke und bin wieder mitten in Paris, in unserer alten Heimat. Da fließt das Wasser, da liegst du und ich werfe mein Herz in den Fluss und tauche ein und liebe dich....." so schwärmte bereits Kurt Tucholsky von der vielbereisten Stadt an der Seine. Und er hat nicht unrecht, denn unter den unzähligen Weltstädten gibt es wohl kaum eine andere Metropole, die so viele Sehenswürdigkeiten und herausragende Museen aufzuweisen hat, wie Paris. Seit jeher zog es immer wieder Künstler und Intellektuelle in Frankreichs Hauptstadt, wo man neben den bekannten Bauwerken aber auch noch jede Menge unbekannter Sehenswürdigkeiten abseits der Touristenpfade findet.
Paris abseits des MainstreamEine gute Gelegenheit, um das alte Paris zu entdecken, ist eine Bootsfahrt auf dem Canal St. Martin. Die Fahrt auf dem Kanal dauert ungefähr 2,5 Stunden, ein Teil davon verläuft auch unterirdisch, daher empfiehlt es sich, eine Jacke mitzunehmen. Die Tour startet am Freizeithafen Paris-Arsenal, Endstation ist beim Parc de la Villette. Besonders spannend für Kinder ist eine Besichtigung der Pariser Kanalisation oder auch "Les Egouts de Paris" genannt. Führungen starten am Pont de l´Alma, die Kosten dafür betragen 4,10 Euro für Erwachsene bzw. 3,30 Euro für Kinder. Wer Lust hat einen Turm zu besteigen, könnte beispielsweise den Tour Jean Sans peur ins Auge fassen, der zu den weniger bekannten Bauten von Paris zählt und sich in der Rue Etienne Marcel im 2. Arrondissement befindet. Über eine Wendeltreppe gelangt man nach oben und kann dann den Ausblick über die Stadt genießen.
Stöbern auf den Märkten der Stadt
Wer Zeit hat, sollte sich unbedingt einen der vielen Märkte in Paris ansehen, darunter zum Beispiel den wohl buntesten und traditionsreichsten Markt der Stadt, den Marché d´Aligré, den es schon seit 1779 gibt und auf dem man neben den unterschiedlichsten Speisen und Gewürzen aus Nordafrika und Südeuropa vor allem auch Spezialitäten aus ganz Frankreich findet. Ein absoluter Pflichttermin für alle Flohmarktliebhaber ist der Paul-Bert in St. Onen, wo man an mehr als 220 Ständen in Vintage-Raritäten oder Sammlerstücken stöbern kann.
Einmalig ist auch der Großmarkt in Rungis, auf dem etwa die Hälfte der Frischwaren für die Pariser Region verkauft wird. Allerdings heißt es früh aufstehen, denn der Markt startet bereits um 6 Uhr. Der weltgrößte Flohmarkt, auf dem sich über 3000 Händler tummeln, ist der Marché aux Puces de Saint-Ouen, der aus mehreren Teilmärkten besteht. Zur Stärkung empfiehlt sich eine Einkehr in das urige Lokal Chez Louisette, wo auch Livemusik geboten wird.
Lukulische Köstlichkeiten in Pariser Cafés und RestaurantsBesonders gastfreundlich geht es am Place du puits de l´Ermit zu. Hier befindet sich nämlich die "Grande Mosquée de Paris", wo man in kleinen Nischen köstliche Kaffee- und Teespezialitäten sowie feines Gebäck genießen kann. Im "La Coupole" trafen sich in den 1920er-Jahren so bekannte Künstler wie Salvador Dalí, Pablo Picasso oder Marc Chagall. Heute ist das "La Coupole" die größte Brasserie von Paris, die auch als Kaffeehaus genutzt wird. Das beste Eis der Stadt bekommt man bei Berthillon. Das Hauptgeschäft befindet sich auf der Ille Saint-Louis, das Eis wird aber mittlerweile in der ganzen Stadt verkauft.
Bücher und Filme über Paris
Wer vor seiner Reise in die beliebtew Metropole nicht nur in Reiseführern schmökern möchte, dem empfiehlt sich beispielsweise die Lektüre von Ernst Hemingways "Paris, ein Fest fürs Leben", in dem er seinen Aufenthalt im Paris der 20er-Jahre schildert. Mit Hilfe von zahlreichen Anekdoten führt der Journalist Georg Stefan Troller in "Dichter und Bohémiens - Literarische Streifzüge durch Paris" seine Leser durch die Stadt. Für Filmfreaks eignet sich der 1938 entstandene Klassiker "Hotel du Nord", der am Canal St. Martin spielt, Oliver Dahan stellt in "La Vie en Rose" das Leben von Edith Piaf dar. Erst 2006 wurde der Film "Paris, je t´aime" gedreht, in dem insgesamt 21 Filmemacher in 18 Kurzfilmen ihre Liebe zur Stadt deutlich machten.
