Ende der 1960er Jahre trat ein Mann auf die Bildschirme dieser Welt: Lt. Columbo (Peter Falk) von der Polizei Los Angeles. Sein Erfolg stellte sich schnell ein, so dass die Zuschauer den wirren Ermittler in insgesamt 69 Folgen bewundern können.
Columbo ist nur allzu normal
Columbo ist ein ganz durchschnittlicher Mensch ohne besonderen Sinn für Kleidung. Er trägt das, worin er sich wohl fühlt, und dies ist sein Trenchcoat. Als Markenzeichen begleitet dieser ihn durch alle Folgen. Seine "Opfer", gemeint sind die Täter, werden ihn nicht mehr los, sobald er spürt, dass sie den Mord oder die Morde begangen haben.
Erfolgreiche Ermittlungen auch ohne "Schema F"
Viele Mörder lassen sich von Columbos Schusseligkeit täuschen. Anfangs sehen sie ihm dies noch nach, doch mit zunehmender Dauer geht ihnen der Polizist so sehr auf die Nerven, dass sie ihn schlicht loswerden wollen. Dabei ist ihnen egal, ob sie sich durch dieses Verhalten möglicherweise als nicht kooperativ darstellen und so verdächtig machen könnten. Dann hat Columbo sie eben da, wo er sie haben möchte. Häufig stellt er im Beisein der Mörder die Szenerie der Tat nach. Meist widerwillig nehmen sie ihre Rolle in diesem Spiel an. Dies entgeht Columbo natürlich nicht.
Auch die geringste Beweislage stellt für Columbo kein Hindernis dar
Viele der Morde, die der Inspektor zu untersuchen hat, sind detailliert geplant. Nur winzige Details sind es, die die Bezeichnung "perfektes Verbrechen" verhindern. Umso wichtiger ist die Genauigkeit, mit der Columbo jeden Tatort untersucht. Bei der Befragung der Mörder betont er immer wieder, dass er die Fragen aus reiner Routine stellt. Sie dienten einzig dazu, seinen Bericht zu schreiben, seien also nur der Vollständigkeit halber gestellt. Dauernd schweift er vom Thema ab und treibt so seine Gesprächspartner zum Wahnsinn. Typisch in seiner Verhaltensweise ist auch, dass ihm, nachdem er schwört, nun komme seine letzte Frage, doch noch ganz "spontan" eine einfällt. Teilweise hat er davor bereits den Raum verlassen. Der Mörder atmet auf, tut möglicherweise etwas Verdächtiges und wird dabei vom Inspektor ertappt, der in den Raum zurückkehrt, sich jedoch nichts anmerken lässt. Ebenfalls eine seiner Angewohnheiten ist es, sich Begebenheiten, die Fragen nach dem "Wie" und "Warum" bei ihm aufwerfen, vom Täter erklären zu lassen. Dabei wirkt es natürlich verräterisch, wenn jede Ungereimtheit von einer Person erklärt werden kann. Dies wirkt sehr "zurecht gelegt".
In vielen Fällen erwähnt Columbo seine Frau oder andere Verwandte. Er schafft es dadurch, sich beim Täter einzuschmeicheln, z. B. indem er eine prominente Person um ein Autogramm für seine Frau bittet. Oftmals gelingt es ihm, eine Art von Vertrautheit zu schaffen, indem er z. B. sagt, dass seine Frau sich für etwas interessiere, das der Mörder als Hobby oder Beruf ausübt.
Columbos Methoden: Wie man einen Mörder überführt
Inspektor Columbo ist ein einfallsreicher Mensch. So gelingt es ihm, an die jeweiligen Tatumstände angepasst die Mörder zu enttarnen. Zunächst hält er den Täter ständig über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden. Er bedankt sich jedes Mal, nachdem ihm eine Sache, die ihm "einfach keine Ruhe" lässt, vom Mörder erklärt worden ist. Nicht selten kommt es vor, dass das Opfer – und auch der Täter – einem bestimmten Milieu entstammen, über das der Inspektor keinerlei Kenntnisse besitzt. In solchen Fällen nimmt er sich die Zeit, sich umfassend damit vertraut zu machen, meist durch Befragung des Mörders. Dieser zeigt sich, allerdings mit abnehmender Tendenz, kooperativ. Columbo weiß das zu nutzen.
Zum Ende seiner Ermittlungen hin rekonstruiert er den Tathergang im Beisein des Täters. Schließlich baut er die Beweisführung so auf, dass eindeutig wird, wer die Tat begangen hat. Jegliches Leugnen des Überführten bleibt aus. In anderen Fällen sind die Verdächtigen außer sich und suchen jedes kleine Schlupfloch, das Columbo ihnen jedoch verstellt, indem er schlicht widerlegt, was der Mörder für den "Beweis" seiner Unschuld hervor bringt.
Eine weitere Möglichkeit zur Aufklärung einer Tat besteht darin zu bluffen. Dies kann so aussehen, dass Columbo sich und den Schuldigen offensichtlich in Lebensgefahr bringt, die der Täter nur durch eine bestimmte Handlung und damit sein Geständnis abwenden kann.
Zu guter Letzt "zwingt" er bei solchen Fällen, wo es keine Beweise gibt, den Verdächtigten unter Zeugen zu einer Handlung, die eindeutig Wissen voraussetzt, das nur der Mörder haben kann.
Wie er auch die Fälle löst: Meist nehmen die Überführten ihre Festnahme mit Fassung auf, sprechen Columbo sogar ein Lob aus und räumen schließlich würdevoll das Feld. Nahezu alle durchschauen früher oder später das wahre Wesen des Inspektors. Doch vor einer Verhaftung bewahrt es sie nicht.
