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Ein zentraler Bestandteil der sozialen Integration in die Aufnahmegesellschaft, außerhalb des ethnischen Kontextes, ist die Ausbildung der sprachlichen Kompetenzen. Im vorliegenden Artikel bezieht sich der Inhalt auf den Spracherwerb der Aufnahmegesellschaft. Ungeachtet bleibt in dieser Abhandlung die Relevanz der in Wort und Schrift ausgebildeten Zwei- oder Mehrsprachigkeit als Ressource.
Drei Funktionen der Sprache
In Bezug auf die Integration besitzt die Sprache, dem Soziologen Hartmut Esser zu Folge, drei spezielle Funktionen:
- Sprache ist ein Symbolträger, mit dem Dinge bezeichnet, innere Zustände ausgedrückt, Anforderungen transportiert und Situationen definiert werden, so auch eventuelle Diskriminierungen durch einen Akzent.
- Sprache ist eine wertvolle Ressource, über die andere Ressourcen erlangt werden können.
- Sprache ist das wichtigste Medium der Kommunikation.
Grundlage des Spracherwerbs
Primäre Grundlage des Spracherwerbs der Landessprache sind soziale Kontakte zu Personen mit deutscher Herkunftssprache. Das Erlernen einer fremden Sprache, allein durch Sprachunterricht, ohne aktive Teilhabe natürlicher Kommunikation, ist im endgültigen Resultat begrenzt. In Anbetracht dieser Tatsache ist zu konstatieren, dass Kinder mit Migrationshintergrund beziehungsweise mit nichtdeutscher Herkunftssprache, umso schneller und besser die deutsche Sprache erlernen, je mehr sie sich mit der Landessprache auseinandersetzen und mit dieser durch muttersprachliche Sprachvorbilder konfrontiert werden. Demnach fördert das aktive Sprechen der Landessprache untereinander und durch direkte Kommunikation mit Muttersprachlern der Landessprache den Spracherwerb der Zweitsprache, was vor allem dann zutrifft, wenn im Familienkreis überwiegend oder ausschließlich die eigene Herkunftssprache gesprochen wird.
Spracherwerb in öffentlichen Bildungseinrichtungen
Neben aktiver Kommunikation mit Muttersprachlern der Landessprache ist die öffentliche Erziehung durch Kindergärten, Schulen und Volkshochschulen ein bevorzugtes Instrument für den Spracherwerb. In Bezug auf den Kindergartenbesuch ist zu vermerken, dass dieser, neben der sprachlichen Entwicklung, die soziale Integration der Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache wie auch tolerantes und verständnisvolles Miteinander der nächsten Generationen fördert. Zudem machen Kinder mit Migrationshintergrund bzw. nichtdeutscher Herkunftssprache häufig erst durch den Besuch der Kindertagesstätten Erfahrungen mit der deutschen Sprache, da in ihrem direkten familiären Umfeld oft nur in ihrer Muttersprache kommuniziert wird.
Auf den Kindergartenbesuch folgend, ist die Schule als zentrale Bildungsinstitution anzusehen. Die Schule wiederum erweist sich als prägend für die Integration wie auch Sozialisation für Kinder mit Migrationshintergrund. Über die gesamte Schulzeit hinweg werden hier die Grundlagen für die Integrationsfähig- und Integrationswilligkeit der Kinder gelegt. Vordergründig geschieht dieses, neben der Erziehung, durch die Vermittlung der Landessprache als Schul- und Verkehrssprache, verbal und in schriftlicher Form.
Relevanz des Schriftspracherwerbs der Landessprache
Die Relevanz der Kenntnisse im Lesen und Schreiben der Amts- und Verkehrssprache ist unangefochten hoch. Diese ausgebildeten Fähigkeiten sind für eine erfolgreiche Schul- und Berufsausbildung wie auch für die spätere Berufstätigkeit unumgänglich. Erfolgreiche Schulkarrieren sind demnach weitere Indikatoren für eine gelungene soziale Integration.
Des Weiteren ist zu erwähnen, dass profunde Kenntnisse der Landessprache für die Systemintegration einer Gesellschaft sehr wichtig sind. Hierbei dient die Landessprache als Mittel der alltäglichen integrativen Kommunikation oder als wichtige Ressource.
Dieses gilt insbesondere für die gut ausgebildete Schriftsprache. Deren Beherrschung ist Voraussetzung für Bildung, für Partizipation am gesellschaftlichen Geschehen sowie auch für die Platzierung auf dem Arbeitsmarkt. Sprache nimmt demzufolge im Prozess der individuellen sozialen und strukturellen Integration eine Schlüsselrolle ein.
Aus diesen Gründen steht die Ausbildung der deutschen Sprache im Vordergrund der Integrationsarbeit.
