Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Öffentlichkeit soll Tabuthema brechen und Zivilcourage fördern

Mehr Zivilcourage bei Gewalt gegen Frau und Kind - harry hautumm / PIXELIO
Mehr Zivilcourage bei Gewalt gegen Frau und Kind - harry hautumm / PIXELIO
Pfeifkonzerte, Diskussionen, Theater, Musik: Wer Gewalt in der Familie bemerkt ist dazu aufgefordert, etwas zu unternehmen. Damit werden Täter in ihre Schranken gewiesen.

Jede fünfte Frau in Österreich ist von häuslicher Gewalt betroffen. Viele dieser Frauen haben auch Kinder, die in Angst aufwachsen müssen.

Dunkelziffer ist enorm

Der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) soll dieses Thema in die Öffentlichkeit rücken. Mit Pfeifkonzerten, Diskussionen und einer Theaterkollage wird in Kärnten an diesem Tag Öffentlichkeit gesucht und gefunden. Die Dunkelziffer der Übergriffe in den Familien ist groß, Scham und Angst vor weiteren Attacken halten viele Frauen davon ab, etwas gegen ihre Situation zu unternehmen – mit solchen Worten leitete Astrid Malle, Leiterin des Frauenbüros in Klagenfurt einen besonderen Abend ein.

Viele Frauen, aber auch vereinzelt Männer kamen in den "stereoclub" vor Ort, um sich von der Theatercollage „Ruckedigu, Blut ist im Schuh“ aufrütteln zu lassen. Kaum jemand in dieser Runde war wohl selbst von Gewalt betroffen, aber Solidarität ist wichtig, um Schutz, Hilfe und Beratung in Institutionen zu gewährleisten, so die Veranstalter.

Atem raubende Texte, Lieder und Gedichte

„Spieglein, Spieglein an der Wand, zeig mir den Weg in ein fernes Land“ – nur ein Zitat des Abends, das zeigt, in welche Zwickmühle sich so manche Frau drängen lässt. Einerseits eine Erziehung, nicht nur vom Elternhaus ausgehend, sondern von der gesamten sozialen Umgebung – die dahin geht, dem auserwählten Mann zu gefallen, um jeden Preis. Ist das gelungen, beginnt der Alltag, Masken fallen auf beiden Seiten. Die daraus resultierende Unzufriedenheit und Enttäuschung ist sehr oft die Brutstätte seelischer und körperlicher Gewalt. Die Schauspielerinnen Susan La Dez und Eva Kuen haben auch die Texte geschrieben, recherchiert und zusammengestellt. „Lässt eine Frau nicht bohren, kriegt sie eins auf die Ohren“ und ähnlich platte Reime werden poetischen Passagen mit Vergewaltigungsgedichten und Erinnerungsmonologen gegenübergestellt.

Seelische Gewalt geht körperlicher Züchtigung voraus

Gewalt gegen Frauen entsteht schon, bevor ein blaues Auge zu sehen ist, erklärt Eva Kuen, warum sich auch Männer mit diesem Thema befassen sollten. Ohne es bewusst zu wollen, führen gerade Männer ihre Frauen und Töchter in eine Sackgasse, die in einer Katastrophe endet. Mangelnde Bildung, schlecht bezahlte Jobs, die Erwartung an Frauen, dass sie die gesamte Kinder-, Eltern-, Schwiegereltern- und Großelternbetreuung übernehmen – all das führt zu wirtschaftlicher Abhängigkeit. Die Kehrseite der Medaille ist dann auch noch, dass Männer sich allein für das wirtschaftliche wohl der Familie verantwortlich und überfordert fühlen.

Es ist keine Schande Frauenberatung- oder Familienberatungsstellen aufzusuchen. Denn vorbeugen ist allemal besser denn heilen – auch in Anbetracht dessen, wie viele Familien betroffen sind.

Vielseitige Darstellerinnen

Eva Kuen arbeitet als freie Schauspielerin und schreibt eigene Stücke und Lieder. Susan La Dez ist freie Theater- und Filmschauspielerin. Beide leben in Südtirol und arbeiten unter anderem gemeinsam im Theatersportensemble „Carambolage“.

CJ, Jon

Christina Jonke - Geboren in Villach, Kindheit in Napplach im Mölltal und Triest, lebt jetzt in Klagenfurt. Nach VS und AHS, Lehre zur ...

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