Die meisten Unternehmen haben interne Kommunikation in der Vergangenheit als Stiefkind behandelt. Zunächst war sie ein Baby der Personalabteilungen. Die mussten sich ja um die Belegschaft kümmern. Für das Management war wichtiger, durch Marketingkommunikation Kunden und Öffentlichkeit und durch externe Kommunikation die Journalisten zu erreichen. Während der 90er vollzog sich langsam aber sicher eine Wende. Immer deutlicher wurde das Bedürfnis des Mitarbeiters, an seinem Unternehmen teilzuhaben. Wer seine Arbeitskraft investiert, will auch wissen, warum er das tut, wie Entscheidungen der Unternehmensführung zu Stande kommen. Hinzu kam der Fall des eisernen Vorhanges. Neue Märkte entstanden, neue Volkswirtschaften drängten in den internationalen Wettbewerb. Unternehmen waren und sind gezwungen zu reagieren. Sie müssen sich im eigenen Markt der Konkurrenz aus aller Welt stellen. Gleichzeitig müssen sie, um wettbewerbsfähig zu bleiben, in neue Märkte gehen. Das bedeutet, neue Strategien, neue Ausrichtungen, neue Strukturen und unter dem Strich einiges, was man seinem Mitarbeiter zumutet. Eine Entwicklung die in den 90ern begann und heute aktueller denn je ist.
Veränderungen nur mit interner Kommunikation
Denn um zu erreichen, dass der Mitarbeiter all die Veränderungen nicht nur mitmacht, sondern sogar motiviert mit vorantreibt, muss man dafür sorgen, dass er sie versteht. Strategien werden nicht mehr im Elfenbeinturm des Unternehmens zusammengeschustert und dann stramm umgesetzt. Heutzutage erarbeitet das Top-Management gemeinsam mit den nächsten Führungsebenen, wo es hingehen soll. Das Ergebnis wird dann offen und unverzüglich auch dem letzten Mitarbeiter kommuniziert. So lange, bis er es versteht und sich zu eigen macht.
So weit die Theorie. Die Praxis gestaltet sich für die interne Kommunikation meist schwieriger. „Alle Mitarbeiter erreichen“ bedeutet nämlich leider nur in Kleinstunternehmen, die Belegschaft zum Halbkreis zusammenzutrommeln. In allen anderen kann interne Kommunikation diesen Anspruch nur erfüllen, indem sie unterschiedlichste Medien aufeinander abstimmt und auf die unterschiedlichen internen Zielgruppen zuschneidet. DEN Mitarbeiter gibt es nämlich gemeinhin nicht. Vielmehr haben Führungskräfte andere Ansprüche an Infogehalt und -zeitpunkt als Angestellte oder Bandarbeiter und meist auch ein anderes Informationsverhalten. Gute interne Kommunikation setzt also Medien mit breiter Wirkung, wie die klassische Mitarbeiterzeitung, neben schnellen wie Intranet ein. Dem erwähnten Halbkreis der Belegschaft kommen Events nahe, die im internen Medienmix nicht fehlen dürfen und die emotionale Komponente bedienen.
Interne Kommunikation: Grundlage einer offenen Kultur
Aufgabe der internen Kommunikation ist es nun, Botschaften zielgruppen- und mediengerecht aufzubereiten und sie konsistent zu kommunizieren. Dabei berücksichtigt sie die Informations- und Kommunikationsgewohnheiten der Mitarbeiter. Das wiederum bedeutet nichts anderes, als die Inhalte journalistisch professionell aufzubereiten, so dass sie informativ und unterhaltsam sind.
Damit tut die interne Kommunikation schon einmal ihr Möglichstes. Ob die Botschaften der Unternehmensleitung allerdings letzlich wirklich alle erreichen und erfolgreich sind, hängt von der Kultur des Unternehmens ab. Halten die Führungskräfte, was die Kommunikation verspricht? Nur wenn sich Offenheit auch im persönlichen Miteinander zeigt, wird die Belegschaft motiviert hinter den Unternehmenszielen stehen.
