
- Client/Server-Prinzip im Internet - Klaus Lohmann, 2001
Wenn man im E-Business tätig sein möchte, braucht man eine Internetpräsenz, also eine Website, normalerweise mit einer eigenen Domain. Irgendwo müssen all die Webseiten, die Transaktionen und Daten und so weiter gespeichert werden. Und genau das geschieht auf dem Webserver, auf einem eigenen oder Provider-Rechner, auf dem der Kunde Webspace (das ist Speicherplatz für das Webangebot) einrichtet oder anmietet.
Ein wenig verwirrend ist der Begriff "Webserver", weil er nicht nur den anfassbaren Rechner mit Festplatte und so weiter (oder auch Teile davon) umfasst, sondern gleichzeitig der Name ist für die Software, die diesen Platz oder Rechner erst zu einem Server macht. Eine spezielle Frage, die sich stellt, ist die nach der Beschaffenheit des Webservers.
Drei Alternativen stehen zur Auswahl:
- Shared Web (Webspace auf gemeinsam genutztem Rechner)
- Dedicated Web (Server Hosting)
- Colocated Web (Server-Housing)
Shared Web (Webspace)
Beim Shared Web teilen sich mehrere Kunden, die ihr Webangebot beim Provider platzieren, den Plattenspeicher eines einzelnen Servers im Provider-Rechenzentrum. Sie sind aber trotzdem jeder für sich unter einer eigenen Webadresse wie zum Beispiel http://www.kunde.de/ erreichbar, da dies in der Webserver-Software des Providers so konfiguriert werden kann. Jeder Kunde hat dort auf dem Webserver ein Unterverzeichnis auf dem Server, in das er seine Web-Seiten hineinstellt. Dieses Verzeichnis ist login- und passwortgeschützt. Der Kunde loggt sich direkt per FTP auf sein Verzeichnis ein. Das Verzeichnis wird in der Webserver-Software mit der Kunden-URL verknüpft.
Dedicated Web (Server-Hosting)
Beim Dedicated Web, das auch als Server-Hosting bezeichnet wird, mietet der Kunde einen eigenen Server: hardware- und software-seitig, was bedeutet, dass beim Provider tatsächlich ein (anfassbarer) Rechner nur für den Kunden steht. Dieser Server wird ihm inklusive der Webserver-Software vom Provider gestellt und befindet sich ebenfalls im Provider-Rechenzentrum. Der Kunde kann auf diesen Server zugreifen, als ob der Server in seinem LAN stünde. Vorteil ist, dass der Server direkt im "Herz" des Provider-Backbones sitzt und mit (meistens) 100 MB Bandbreite an diesen angeschlossen ist. Somit entfällt für den Kunden die Notwendigkeit, sich einen breitbandigen und damit kostspieligen Anschluss an sein Firmen-Netz zu besorgen.
Colocated Web (Server-Housing)
Colocated Web (auch Server-Housing genannt) entspricht dem Dedicated Web-Server, allerdings kann der Kunde hier die Hard- und Software selbst stellen. Dafür muss er die Hardware auch selbst pflegen, wofür er einen Zugang zum Provider-Rechenzentrum benötigt. Ein Mittelding zwischen Shared Web und Dedicated Web ist:
Virtueller Server
Auf dem Plattenplatz des Kunden, den er bei Shared Web bekommt, wird quasi ein eigener virtueller Rechner mit eigener IP-Adresse, eigener Systemsoftware und eigenen Software-Schnittstellen installiert. Bei herkömmlichem Shared Web bedeutet ein Absturz des Betriebssystems des Servers ein Absturz aller Websites der Kunden. Dagegen läuft beim virtuellen Server jede Website in abgeschirmten Prozessen und kann einzeln gewartet und überwacht werden. Der Kunde kann außerdem eigene Skripte und Programme installieren, ohne dass sie eine Gefährdung für andere Kunden oder für den Provider-Server darstellen.
Zusammenfassung E-Business - Webserver
- Shared Web: Miete von Webspace - Speicherplatz
- Dedicated Web: Miete eigener Hard/Software
- Colocated Web: eigene Hardware im Rechenzentrum
- Virtueller Server: wie Shared Web, allerdings mit gesonderter Serversoftware
(Mitautor: Vera Kriebel)
Quellen und weiterführende Links und Literatur:
- eigene Recherchen und Schulungsunterlagen (www.-v-a-i.de)
- englischsprachige Sites mit Erklärungen zu IT/Internetbegriffen: http://www.whatis.com,
- Lexika zu den Themen Internet, Computer und Telekommunikation: Glossar
- Franz-Joachim Kauffels: Einführung in die Datenkommunikation, Redline GmbH; Auflage: 5., überarb. u. aktualis. A. (März 1999)
- Franz-Joachim Kauffels: ABC der Datenkommunikation. Abkürzungen, Begriffe, Fachwörter, TB, 1990
