Internetnutzung von Jugendlichen

E-Mail, Chat und Web 2.0: so gebrauchen junge Menschen Onlinemedien

Jugendliche sind in der Nutzung des WWW ihren Eltern meist voraus. Die Dauer und Art der Nutzung hängt oft vom Geschlecht und der Bildungssituation ab.

Kinder und Jugendliche wachsen mit immer neueren Entwicklungen in der Medienwelt auf. Erwachsene sehen oft mit Staunen den Kenntnissen ihrer Sprösslinge hinterher. Denn diese sind der älteren Generation in Medienkenntnis und Technik meist voraus. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) untersucht die Perspektiven und Entwicklungen von Kindern und Jugendlichen in deren Umgang mit Medien und arbeitet dies in Studien (Jim-Studie und Kim-Studie) heraus. Dabei kommen interessante Zahlen zu Tage.

95 Prozent der 12-19-Jährigen haben im Jahre 2007 Internetzugang im elterlichen Haushalt, den ganz persönlichen Anschluss im eigenen Zimmer davon fast 50%. Je älter die Jugendlichen sind, desto höher ist der Prozentsatz. Daher haben von den Jugendlichen im Alter von 18 bis 19 Jahren 52% ihren eigenen Anschluss. Interessant ist die Tatsache, dass die Nutzungshäufigkeit mit dem Bildungsgrad zusammenhängt. So liegt die Nutzung bei Gymnasiasten und Realschülern höher (97% und 92%) als bei Hauptschülern (87%).

Nutzungsdauer der Jugendlichen

Durchschnittlich 114 Minuten verbringen die jungen User täglich von Montag bis Freitag im Internet. Jungen sind den Mädchen in der Dauer etwas voraus. Sie halten es mit 131 Minuten länger aus als die Mädchen (97 Minuten). Witzigerweise kehrt sich der Zusammenhang mit der Bildungshöhe bei der Nutzungsdauer um. Denn Gymnasiasten liegen hier mit circa 100 Minuten am niedrigsten. Hauptschüler nutzen das Netz 120 Minuten, Realschüler 128 Minuten und sitzen damit seltener aber dafür am längsten hinter dem Bildschirm.

Art der Nutzung im Internet

Am beliebtesten bei Jugendlichen sind die verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten im Netz. Ganz vorne liegt der Austausch via Instant Messenger, nämlich bei 72 Prozent. Am zweitbeliebtesten ist die Kommunikation über E-Mail (60%). In Chatrooms halten sich 30% am liebsten auf. Auch als Informationsquelle verwenden junge Menschen das Onlinemedium gerne und oft. Ganz vorne liegt hierbei die Recherche nach Themen, die sie persönlich interessieren (40%), gefolgt von der Information nach aktuellen Ereignissen (38%) und schulischen oder beruflichen Gesichtspunkten (36%). Beim Vergleich der Geschlechter führen in diesen Aktivitäten fast ausnahmslos die Jungen. Intensiver bei der Sache sind Mädchen jedoch, wenn es darum geht regelmäßig für Ausbildung oder Schule zu recherchieren (42%). Jungen sind hier mit 31% weit abgeschlagen. Auch beim Versenden von E-Mails haben die Mädchen einen knappen Vorsprung. In der Nutzung von Chatrooms sind die Zahlen ausgeglichen. Auch hier ein Blick auf das Bildungsniveau. Gymnasiasten benutzen das Medium Internet weitaus häufiger zu Recherchezwecken und um sich zu informieren als Real- und Hauptschüler. Auch setzten sie sich öfter mit Instant Messeging und E-Mails auseinander. Chatrooms hingegen sind in der Beliebtheitsskala der Hauptschüler am weitesten oben.

Beliebteste Seiten

Suchmaschinen oder Provider liegen in der Beliebtheit ganz weit vorne, wobei Google an der Spitze liegt. Sehr populär sind Social-Web-Angebote oder Seiten mit user generated content, worauf eigene Inhalte eingebaut werden können. Hier erwähnen die Jugendlichen "YouTube", "schülerVZ" und "Wikipedia".

Web 2.0

Die neueste Entwicklung in der weiten Welt des Web lässt auch jugendliche Herzen höher schlagen. Im Bereich Web 2.0 lassen sich hohe Aktivitäten verzeichnen. Ein Viertel der Befragten haben Freude daran, bestimmte Seiten selbst mitzugestalten und stellen regelmäßig Inhalte online. Am aktivsten sind die Altersgruppen von 14 bis 17 Jahre.

Katrin Braun, Foto Sauter München

Katrin Braun - Nach meinem Studium der Geschichte fand ich bald Gefallen am Verlagswesen. Publizieren im Print- und Onlinebereich begeisterte mich von ...

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