Interview mit den Metalrockern Dead by April

MySpace machte die fünf Schweden weltweit berühmt

Album Dead by April - Universal Music
Album Dead by April - Universal Music
Dead by April machen eine gesunde Mischung aus Metal und Rock. Diese Mixtur verhalf ihnen zu tausenden MySpace-Freunden und schließlich auch zum Plattenvertrag.

Dead by April sind die schwedischen Rock-Newcomer des Jahres. Durch das Online-Netzwerk MySpace erlangten sie zunächst in ihrer skandinavischen Heimat, dann aber auch weit bis nach Japan und in andere Teile der Welt einen immer größer werdenden Bekanntheitsgrad. 2008 nahm sie Universal Music unter Vertrag und ihre erste Single „Losing You“ und das kurz danach in Schweden veröffentlichte Album „Dead by April“ schossen an die Spitze der Charts. Nun wurde das Hitalbum auch in Deutschland veröffentlicht und die fünf sympathischen Schweden haben gerne ein wenig zu sich und zu ihrer Musik erzählt.

Wer sind Dead by April?

Dead by April, das sind fünf Musiker, die fast ihr ganzes Leben in unterschiedlichen Bands Musik gemacht und sich dann zusammengetan haben, um eine Mischung aus Metal und Alternative Music zu spielen. Starke Melodien, viel Dynamik und eine emotionale Komponente in den Texten. Das sind Dead by April!

Warum habt Ihr Euch „Dead by April“ genannt?

Unser Bestreben ist es, musikalische Extreme und deren Kontrapunkte in unseren Songs miteinander zu vereinen. Nicht nur Aggression, sondern auch Schönheit, Angst, Hoffnung, Liebe und viele weitere menschliche Emotionen als Thema sind Teil unserer Musik. Der Ausdruck Dead, also Tod, spiegelt dabei die harte Seite der Musik sowie der Texte wieder und der Monat April die schöne Seite, den Frühling, wenn alles wieder zum Leben erwacht.

Könnt Ihr uns ein bisschen über Euren Werdegang erzählen?

Wir haben als schwedische Unterground-Band angefangen, die recht schnell eine immer größer werdende Hörergemeinde auf ihrer Myspace-Seite hatte. Wir haben dann in ganz Schweden und in einigen angrenzenden Orten viele Konzerte gespielt. Das war lange bevor wir einen Plattenvertrag in der Tasche hatten, ein Song von uns in den größten Radiostationen Schwedens gespielt wurde, wir auf einigen großen schwedischen Festivals aufgetreten sind und auch bevor uns Universal Music 2008 unter Vertrag nahm. Als dies dann geschehen war, sind wir zusammen mit Dark Tranquility und Engl durch Schweden getourt und haben im selben Jahr einige Preise als beste Newcomer abgeräumt. Anfang 2009 haben wir damit begonnen, unser erstes Album aufzunehmen und etwa drei Monate daran verbracht. Im März 2009 wurde die erste Single „Losing You“ in Schweden veröffentlicht. Sie befindet sich aktuell immer noch in den schwedischen Top 60 und war drei Wochen lang auf Platz eins der Charts. Im Mai kam unser Debütalbum heraus und stieg auf Platz zwei in die schwedischen Albumcharts ein. In Deutschland ist unser Album erfreulicherweise jetzt auch zu haben und wir hoffen, dass wir nach der sehr kurzen Tour, die uns im September nur an einige wenige deutsche Orte geführt hat, demnächst noch einmal wieder kommen können. Aktuell gehen wir nun zusammen mit Skindred auf Tour durch Großbritannien und werden noch ein Konzert im Loud Park in Tokio spielen. Danach touren wir erstmal durch ganz Skandinavien.

Hättet Ihr Euch jemals träumen lassen, durch ein Online-Netzwerk wie Myspace so viele Fans in Skandinavien, aber auch in anderen Teilen der Welt zu bekommen?

Um ehrlich zu sein, wir hätten es niemals für möglich gehalten. Allerdings wird es nicht nur ausschließlich an MySpace gelegen haben. Es gab schon einen großen Hype um uns, bevor wir auch nur irgendetwas auf MySpace veröffentlicht hatten. Unsere ersten Shows wurden schon von bis zu 500 Leuten gesehen, was wirklich eine Menge für eine relativ unbekannte Band war. Der Erfolg, den wir bislang hatten und den wir hoffentlich weiterhin haben werden, rührt sicherlich nicht nur von ein oder zwei Faktoren her, sondern ist eine Kombination aus vielen kleinen einzelnen Ursachen, die zusammen ein Ganzes ergeben. Die Songs und die Musik sind dabei natürlich das Wichtigste. Dann unsere Art, uns als Band zu präsentieren und natürlich unser Bestreben, soviel und so intensiv wie möglich den Kontakt zu unseren Fans zu pflegen, wie wir es beispielsweise über MySpace tun.

Euer erstes Album, das ihr schlicht mit Eurem Bandnamen betitelt habt, ist am 18. September 2009 in Deutschland auf den Markt gekommen. Darauf sind 13 Songs zu finden, wozu auch die erste Single „Losing You“ gehört. Das Lied ist ein sehr emotionaler Rocksong, teils gesungen, teils geshoutet. Kann man das Lied als repräsentativ für das ganze Album betrachten?

Das Spektrum der Songs ist sehr breit gefächert. Es gibt aber natürlich einige wesentliche Elemente, die sich durch das gesamte Album ziehen. „Losing You“ repräsentiert vor allem die starken Gefühle, die wir mit unseren Liedern ausdrücken wollen. Es gibt außerdem ein paar sehr harte Songs, wie das aggressiv anmutende „Angels Of Carity“ und eher balladesque ausgerichtete wie „Carry Me”.

Was für Geschichten erzählt Ihr in Euren Liedern? Beruhen diese auf wahren Begebenheiten?

Pontus schreibt die meisten unserer Lyrics. Er sagt meist nicht viel darüber, wie sie genau entstehen. Aber sie handeln von vielen verschiedenen Erlebnissen und Erfahrungen. Persönliches, aber auch Dinge, die Freunden passiert sind oder über die er etwas im Alltag gehört hat.

Ist es für Jimmie einfacher, zu singen oder zu shouten? Welche Rolle spielen beide Ausdrucksweisen für Eure Songs?

Aus Jimmies Sicht ist das Singen der Songs wesentlich schwieriger, als das Shouten. Shouten kann er sogar, wenn er krank und heiser ist. Singen klappt da schon nicht mehr ganz so gut. Der Gesang und das Shouting bilden einen dynamischen Gegensatz in unserer Musik. Das Shouting steht für Aggression, aber auch für Angst und Energie. Jimmies Gesang spiegelt eher das Schöne, Fließende und Melodiöse wieder.

Ihr versucht, so oft wie möglich mit Euren Freunden” auf MySpace via E-Mail oder durch den Blog in Kontakt zu sein. Wie wichtig ist für Euch diese starke Bindung zu Euren Fans?

Unsere Fans bedeuten alles für uns! Sie sind es, die uns die Stärke verliehen haben, die unseren Erfolg ausmacht. Es ist für uns zwar mittlerweile schwierig geworden, so oft wie möglich mit unseren Fans zu kommunizieren, aber wir versuchen es trotzdem, wann immer dazu etwas Zeit da ist. Es ist uns dabei vor allem wichtig, den Fans zu zeigen, dass wir nicht nur die erfolgreichen Künstler sind, sondern auch ganz normale Menschen mit einem Leben hinter dem Starrummel. Wir werden auch weiterhin für unsere Fans da sein. Das sind wir ihnen einfach schuldig!

Dead by April: Dead by April, Universal Music, VÖ: 18. September 2009

Stephanie Riechelmann, Stephanie Riechelmann

Stephanie Riechelmann - Hallo liebe Leser! Willkommen in meinem Profil! Ein paar Dinge über mich: Ich bin studierte Sozialwissenschaftlerin, 36 Jahre ...

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