Interview mit der Heavy Metal-Band Alpha Tiger

Alpha Tiger Promo 1 - Alpha Tiger
Alpha Tiger Promo 1 - Alpha Tiger
Peter von den formidablen Newcomern Alpha Tiger äußerte sich im kurzweiligen Interview zu seiner Band und dem wirklich gutklassigen Debütalbum.

"Man Or Machine" ist ein ziemlich starkes Debütalbum einer jungen Band aus Leipzig - Alpha Tiger. Die fünf jungen Heavy Metaller spielen eingängigen und gleichzeitig anspruchsvollen Heavy Metal im Stil der 1980er-Jahre, der ein ums andere Mal an Bads wie Iced Earth oder Fates Warning erinnert. Gitarrist Peter Langforth stand im Interview Rede und Antwort.

Wolfgang Weitzdörfer (WW): Hallo, zunächst einmal Gratulation zum neuen Album „Man Or Machine“! Ein wunderbar altmodisches Heavy Metal-Album, das zugleich sehr modern aus den Lautsprechern tönt! Erzähl mal ein bisschen was über euch – woher kommt ihr, was macht ihr neben der Band sonst noch so, wohin wollt ihr?

Peter Langforth (PL): Hi Wolfgang, danke für die nette Einleitung! Wir sind „Alpha Tiger“ und kommen aus dem Osten von Deutschland um genauer zu sein aus Freiberg in Sachsen. Die Band nimmt mittlerweile den Großteil unserer Freizeit ein, nebenbei versuchen wir aber noch ein bisschen zu studieren, unser Drummer und unser Sänger kämpfen noch mit ihrer Lehre.

Wir wollen natürlich soweit nach vorn wie es nur geht. Zurzeit läuft es bereits bestens für uns, also können wir uns keineswegs beschweren. Das große Ziel ist natürlich, irgendwann von der Musik leben zu können.

WW: Beim Namen „Alpha Tiger“ muss ich eher an „Mötley Crüe“ oder andere Glam-Bands denken... Was steckt hinter dem Bandnamen und hast Du schon einmal bereut, dass ihr euch so genannt habt?

PL: Nein, wir sind jetzt seit genau einem Jahr mit dem Namen unterwegs und können uns absolut nicht beschweren. Der Name steht einfach für Power und Energie, außerdem prägt er sich gut ein und lässt sich bestens für Artworks verwenden, er erfüllt deshalb jeden Zweck den ein Bandname haben sollte, das ist das einzige was zählt.

WW: Ihr habt „Man Or Machine“ bei Karl Walterbach aufgenommen, einem echten Szene-Veteran. Wie kam der Kontakt zustande?

PL: Er hat uns direkt angeschrieben, da er neue aufstrebende Bands für sein neues Label gesucht hat. Daraufhin sind wir nach Berlin gefahren und haben alle Einzelheiten besprochen, als wir ihn noch live überzeugen konnten, war die Sache dann in Sack und Tüten und bisher ist es eine super Zusammenarbeit mit ihm.

WW: Apropos – was verbindest Du mit den alten Noise-Bands? Stehen die bei Dir im Schrank?

PL: Klar, wer nicht die alten „Helloween“-, „Kreator“- und „Running Wild“-Platten im Schrank stehen hat, darf sich ja heutzutage gar nicht als echter Metalhead bezeichnen (lacht)! Aber darüber hinaus hat Noise Records ja noch eine Menge andere starke Bands hervorgebracht, wovon die meisten auch heute noch aktiv sind.

WW: Was sind eure Einflüsse, wer hat euch dazu gebracht, Gitarre/Mikro/Drumsticks in die Hand zu nehmen?

PL: Ich kann jetzt nur für mich sprechen. Bei mir fing alles mit „Black Sabbath“ und Ozzy an, dicht gefolgt von „Metallica“. Mir hat es einfach nicht gereicht Musik nur zu hören, daraufhin hab ich mir gleich eine Gitarre zugelegt. Ein Jahr später konnte ich schon die ersten Songs von „Metallica“ spielen und ein weiteres Jahr später stand ich mit der Vorgängerband von „Alpha Tiger“ auf der Bühne. Bei Alex, dem zweiten Gitarrist von „Alpha Tiger“ sah es ähnlich aus. Unser Sänger Stephan hat schon in jungen Jahren mit Gesangsunterricht angefangen und im Chor gesungen.

WW: Kommen wir zu den Texten. Kann man bei „Man Or Machine“ von einem Konzeptalbum sprechen? Zumindest einen roten Faden scheint es ja zu geben, oder?

PL: Ein Konzept steht auf keinen Fall dahinter, das wäre mir als Textschreiber viel zu anstrengend. Aber einen roten Faden kann man schon erkennen. Das Albumcover steht auch im direkten Bezug zum Titeltrack.

Der Werteverfall der derzeitigen Gesellschaft steht auf jedem Fall im Mittelpunkt, aber bei dem was derzeit in der Welt passiert, ist es nicht allzu schwer geeignete Themen zu finden.

WW: Worum geht es in „Crimson Desert“? Nahe liegt, den Text mit den Kriegen im Nahen Osten in Verbindung zu bringen – stimmt das, oder liege ich da völlig falsch?

PL: Ja, das ist richtig. Was aber nicht stimmt ist, dass dieser Song eine US-feindliche Botschaft besitzt, was uns oftmals in US-Reviews angekreidet wird.

Es ist lediglich eine Gegenüberstellung der beiden Seiten des Konfliktes und was wohl in deren Köpfen so vorgeht. Man kann natürlich hineininterpretieren was man will, aber da sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden.

WW: „When Autumn Leaves Fall“ klingt eher nach einer Goth-Band oder wenigstens nach dem „Type O Negative“-Dunstkreis. Dazu ist es ein eher melancholischer Song – worum geht’s hier?

PL: Ja, es ist ein eher melancholischer Song, aber nach einer Goth-Band sollte es natürlich nicht klingen, eher nach einer typischen Metal-Ballade. Es geht um einen alten Mann, der sich in den letzten Augenblicken seines Lebens fragt, ob er alles richtig gemacht hat und ob er all seine sich selbst gesetzten Ziele erreicht hat. In den Herbstblättern findet er dann letztendlich die Antwort auf seine Frage. Alles sehr metaphorisch, aber wer genau hinhört, sollte die Botschaft schon verstehen.

WW: Wessen Paradies besingt ihr in „Martyr’s Paradise“? Das mit den 77 Jungfrauen?

PL: Bingo... (lacht)

WW: „Der Unberührbare des schwarzen Sterns“ („Black Star Pariah“) – was genau soll man darunter verstehen?

PL: In erster Linie ist es ein cool klingender Songtitel. Dabei handelt es sich natürlich ebenfalls um eine Metapher, ich bin mir nicht sicher ob es grammatisch korrekt ist, aber das verbuche ich einfach unter künstlerische Freiheit... (lacht) Auf jeden Fall soll es eine verächtliche Bezeichnung für unseren Planeten sein, bzw. für dessen Bewohner, der Planet selbst kann ja am wenigsten dafür.

Im Song selbst geht es um eine Aufzählung vieler Dinge, die derzeit falsch laufen in dieser Welt, aber auch darum, dass es noch lange nicht zu spät ist, den Hebel umzulegen.

Interview: iPod-Shuffle, peinlichstes Album und die Zukunft von "Alpha Tiger".

Rezension: "Man Or Machine" von "Alpha Tiger" (bei: HardHarderHeavy.de)

Wolfgang Weitzdörfer, Fotostudio Sabine Winkler

Wolfgang Weitzdörfer - Werdegang Abitur 1996Ausbildung zum Heilerziehungspfleger 1998-2001Berufstätigkeit 2001-20082008 - 2011: Studium BA ...

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