
- Martin Zoller - © 2011 Photography by photography@malcoruesch.com
Martin Zoller ist ein Medium, ein spiritueller Mensch, der seine intuitive Begabung trainiert und ständig erweitert. Der Weltenbummler ist in Paris geboren, in der Schweiz aufgewachsen und hat in Südamerika Fernsehkarriere gemacht. Sein Wissen gibt er in Büchern und Schulungen zur Intuition und Medialität weiter. Suite101-Autorin Dörthe Huth interviewte Martin Zoller zum Abschluss der ersten Staffel seiner RTL 2-Sendung "Verschwunden - ein Medium sucht Spuren", die den Schweizer nun auch im gesamten deutschen Sprachraum bekannt gemacht hat.
Suite101: An Ihre Präsenz als Medium im Fernsehen sind für viele Menschen sicherlich hohe Erwartungen geknüpft. Wie gehen Sie mit diesen vielleicht zu hohen Erwartungen um und wie mit Ihren Visionen?
Martin Zoller: Indem ich von Anfang an und immer ganz offen sage, dass auch wir medialen Menschen nicht perfekt sind. Kein Medium hat eine 100-prozentige Treffsicherheitsquote in seinen Vorhersagen. Eine Aussagequote von 75 bis 80 Prozent ist bereits sehr gut. Erfahrungsgemäß erreiche ich diesen Prozentsatz, damit bin ich mehr als zufrieden. Es kommt auch vor, dass ich Visionen zu Situationen habe, zu denen ich nicht gefragt wurde. Handelt es sich um kollektive Bilder wie zum Beispiel wirtschaftliche oder politische Situationen, so veröffentliche ich sie auf meiner Webseite oder auf Facebook. Bei Visionen zu Einzelpersonen schätze ich die Bilder ein. Spüre ich, dass ich die Bilder mitteilen möchte, gehe ich auf die Person zu. Andernfalls lasse ich die Bilder los und konzentriere mich auf etwas Anderes. Kann ich nicht helfen, so erkläre ich warum. Ich versuche dann zu sehen, ob es vielleicht jemand anderen gibt, der weiter helfen könnte.
Suite101: Viele Menschen hier in Deutschland stehen der Medialität sehr skeptisch gegenüber. Was ist anders im Unterschied zu Ihrer Arbeit in Südamerika oder im Nahen Osten und wie gehen Sie mit den Zweifeln anderer um?
Martin Zoller: Diese Skepsis empfinde ich nicht nur in Deutschland, sondern insgesamt in Mitteleuropa. Manchmal wird fast schon überheblich auf Medialität geschaut. Mit einem Kritiker oder Zweifler über Medialität zu diskutieren, ist meistens wie mit einem Eunuchen über Sex zu sprechen. Da benehmen sich Leute wie die Kirche im Mittelalter, verurteilen und werten auf eine sehr oberflächliche Weise, ohne überhaupt zu wissen, was sie genau verurteilen. Selbst in Ländern wie dem Iran, Afghanistan oder den Arabischen Emiraten sind die Menschen sehr aufgeschlossen der Medialität gegenüber. Mein Hörbuch "Die Kraft der Intuition" bietet viel Inspiration, sich mit Medialität auseinander zu setzen. Erinnern sich die Menschen hier nicht ihrer eigenen intuitiven Wurzeln, so verliert eine grundlegende Fähigkeit immer mehr an kultureller und somit auch gesellschaftlicher Bedeutung.
Suite101: Sie reisen viel durch die Welt, was hat Sie in den Mittleren Osten gebracht und was haben Sie dort gemacht?
Martin Zoller: Nach 14 Jahren Südamerika habe ich gespürt, dass ich eine Veränderung brauche. Ich nahm eine Auszeit und besuchte vier Monate lang Französisch Polynesien und die Cook Inseln. Während dieser Zeit hatte ich die mediale Eingebung, in den Mittleren Osten zu reisen. Ich bin in den Iran gereist, besuchte Dubai und blieb in Beirut hängen. Über meine Arbeit dort habe ich vieles in meinem Buch „Intuition als Schlüssel deiner Seele“ berichtet. Leider verbinden viele Menschen bei uns den Mittleren Osten nur mit Terrorismus und Gewalt. Wie in meinem Buch „Wenn die Dämonen rufen“ beschrieben gehört übrigens Gewalt oder das sogenannte Böse zum menschlichen Wesen wie der Fisch zum Wasser.
Suite101: Ihren Büchern und der CD zufolge gehen Sie von der Theorie der Wiedergeburt aus. Was sollen Sie in diesem Leben lernen und wer inspiriert Sie?
Martin Zoller: Es gibt viele, die mich inspirieren. Sowohl in unserer Dimension als wohl auch in feinstofflichen Welten. Meine Geistführer und spirituell weise Menschen, Künstler, Politiker, Priester, Bettler, Prostituierte und Journalisten et cetera. Jede Begegnung kann eine Lernerfahrung sein, geht man mit offenen Augen durch das Leben. Mit meiner medialen Begabung, den Menschen und natürlich auch mir helfen zu können, ist meine Aufgabe. Die Essenz meiner Arbeit ist es, meine Klienten ihrem Potential und ihrem „göttlichem“ Wissen näher zu bringen. Für mich geht es darum, zu lernen, wie ich am besten zwischen den Welten kommunizieren und vermitteln kann. Menschen und mich selber im Leben weiter zu bringen und zum ganzheitlichen Erfolg zu führen, ist mein Ziel.
Suite101: Wie ist Ihre Sendung auf RTL2 „Verschwunden – ein Medium sucht Spuren“ entstanden? Sind Sie mit den Folgen zufrieden und wird es eine Fortsetzung geben?
Martin Zoller: Eine Produzentin von Sony Pictures hat mich angeschrieben. Ich persönlich war mit den Sendungen sehr zufrieden. Spannend war, dass sich einer der Fälle während des Drehens löste und zwar genau so, wie ich es medial sah! Schade war, dass mit meinen Informationen nicht gearbeitet wurde. Aus Erfahrung weiß ich, dass meine Hinweise sehr hilfreich sind, würde man sie erst nehmen.
Die Rückmeldungen waren im Großen und Ganzen sehr gut. Die Einschaltquoten wurden von Sendung zu Sendung besser. Leider hat der Kanal sich nach längerem Überlegen entschieden, keine zweite Staffel zu drehen. Persönlich bin ich von diesem Ausgang enttäuscht. Ich habe in Südamerika, den USA oder im Mittleren Osten über Jahre Öffentlichkeitsarbeit ausgeführt und viel Erfolg damit verbuchen können. In Europa scheint man dafür noch nicht offen genug zu sein. Aber vielleicht kommt das ja noch.
Suite101: Vielen Dank für das Interview, Herr Zoller.
