Interview mit Sebastian Niklaus, Singer-Songwriter aus Karlsruhe

Singer-Songwriter Sebastian Niklaus im Interview - PR-Foto (c) J. Wäldle
Singer-Songwriter Sebastian Niklaus im Interview - PR-Foto (c) J. Wäldle
"Ich denk Musik": Interview mit Sebastian Niklaus über Home Recording und Songwriting. Nächstes Konzert: Local Triple Night, Jubez Karlsruhe, 18.2.2011.

Am Anfang stand die Neugier: Wie wäre es, wenn man Songs nicht nur selbst schreiben, sondern auch gleich im Home Recording Studio aufnehmen würde? Sebastian Niklaus, Singer-Songwriter aus Karlsruhe, fackelte nicht lange, kaufte sich die entsprechende Technik und legte mit Apple MacBook Pro und Apple Logic Pro 9 los.

Seit 2009 sind so zahlreiche Titel in deutscher und englischer Sprache entstanden, die der Sänger und Gitarrist in über 20 Konzerten allein im letzten Jahr live präsentierte. Zudem bekam Sebastian Niklaus als Newcomer unter anderem Airplay auf den Radiosendern BigFM (mit „Ich denk Musik“) und die neue Welle (mit „Blick aus dem Fenster“).

Singer-Songwriter Sebastian Niklaus im suite101.de-Interview

Im suite101.de-Interview mit Elisa Reznicek verrät Sebastian Niklaus im Vorfeld der „Local Triple Night“ (Jubez Karlsruhe, 18.2.2011, 20.30 Uhr) unter anderem, woher die Inspiration für Songwriting und Texte kommt, mit welchen Home-Recording-Tools er arbeitet und welchen Stellenwert die Musik in seinem Leben hat.

suite101.de: Was hast du dir in musikalischer Hinsicht für 2011 vorgenommen?

Sebastian Niklaus: Auf jeden Fall möchte ich eine EP veröffentlichen, entweder in Eigenregie oder mit Unterstützung eines professionellen Produzenten, der möglichst von meiner Musik genauso überzeugt ist wie ich. Ich bin sehr an einer Zusammenarbeit interessiert, möchte dazulernen! Auch möchte ich weitere Konzerte geben, natürlich gern mit wachsender Resonanz. Das Fest in Karlsruhe wäre eines meiner „Wunschkonzerte“. Medienpräsenz versuche ich ebenfalls zu erzielen, unter anderem freue ich mich sehr auf „Kaffee oder Tee?“ im SWR Fernsehen am 12. August 2011! Bis dahin soll auch spätestens die EP fertig sein.

Sebastian Niklaus über Songwriting und Inspiration

suite101.de: Woher kommt die Inspiration für deine Songs und Texte?

Sebastian Niklaus: Inhaltlich sind meine Songs zu 70 Prozent autobiografisch, sind aus meiner jeweiligen Situation oder Eindrücken aus meinem Umfeld entstanden. Die Einfälle kommen in allen Lebenslagen: Beim Arbeiten, beim Autofahren, kurz vorm Einschlafen abends... Ich versuche alles zu notieren oder mit einem kleinen Recorder festzuhalten. Mal nur ein Stichwort, manchmal der Beginn einer Strophe oder auch die markanteste Zeile des Refrains. Um diese Elemente herum schreibe ich den restlichen Text. Bei den meisten meiner Stücke kam bisher der Text vor der Musik.

suite101.de: Warum sind manche Texte auf Deutsch, andere auf Englisch?

Sebastian Niklaus: Meine Ideen kommen einfach in diesen beiden Sprachen. Nach der kurzen Überlegung mich sprachlich festzulegen, habe ich mich entschlossen, die Texte umzusetzen, wie sie mir einfallen. Dass der Anteil der englischen Songs fast identisch ist, liegt sicher mit daran, dass ich einige Monate lang in den USA gelebt habe.

Sebastian Niklaus über Repertoire, Covers, Einflüsse

suite101.de: Wie viele Songs hast du bisher im Repertoire?

Sebastian Niklaus: Live spiele ich zurzeit maximal 25 Songs, darunter circa 15 meiner Stücke, die ich auch unplugged gut vermitteln kann. Sie behandeln viele Themen wie Liebe, Arbeitsleben, Gesellschaft und Musik selbst. Inhaltlich gibt es sicher auch Übereinstimmungen mit den Songs anderer Künstler, jedoch erzähle ich aus meiner persönlichen Sicht.

suite101.de: Du hast auch Coversongs im Programm. Welche Musiker und Bands haben dich in deiner musikalischen Entwicklung beeinflusst?

Als Musikkonsument bin ich etwas unberechenbar und interessiere mich für eine Vielzahl von Genres und Interpreten. Was mir seit vielen Jahren gefällt sind unter anderem Pink Floyd, die Foo Fighters und Beck. Auch Kings of Leon habe ich in letzter Zeit für mich entdeckt. Oder die alten Joni-Mitchell-Platten. Ich höre auch mal Electro, R 'n' B oder aktuelle Charts.

Zu meinen Covers: Neil Youngs „Heart of Gold“ ist ein Song, der mich einfach berührt und immer wieder fasziniert. Im Zusammenspiel mit Mundharmonika und Gitarre hat Neil Young einen tiefgründigen Song erschaffen, der neben dem Gesang keinerlei weiterer Elemente bedarf. Sunrise Avenues „Fairytale gone bad“ spiele ich in der Akustik-Version, die rhythmisch sehr interessant ist. Mit „Fairytale gone bad“ kann ich mich inhaltlich identifizieren, außerdem passt das von der Tonlage einfach gut. „Hey there delilah“ von Plain White T ist ebenfalls ein Titel, der einfach nur mit Gitarre und Gesang wirkt. Mit diesem Song verbinde ich einige sehr schöne Momente in meinem Leben. Es gibt noch einige andere Singer/Songwriter-Klassiker, die ich mag. Mein Repertoire wächst mit den äußeren Einflüssen.

suite101.de: Du hast einen Song namens „Ich denk Musik“ geschrieben. Welchen Stellenwert nimmt die Musik in deinem Leben ein?

Sebastian Niklaus: „Ich denk Musik, bei allem was ich mache“ – das trifft die Sache ziemlich genau! Ich nehme mir die Zeit für Sport und meine Freunde, habe jedoch meinen Lebensschwerpunkt auf die Musik gelegt. Mein Arbeitstag als Projektmanager im Bereich Energieversorgung umfasst circa neun Stunden, anschließend nehme ich an drei bis vier Tagen pro Woche Unterricht in Gesang und Gitarre. In der restlichen Zeit kümmere ich mich um Pressearbeit, Booking, Recording, Üben und das Schreiben neuer Songs, gebe öffentliche Konzerte oder spiele im privaten Rahmen. Als Songwriter gibt es nichts Schöneres als auf Menschen zu treffen, die sich aufmerksam mit der eigenen Musik auseinandersetzen.

Sebastian Niklaus über Home Recording und Apple Logic Pro

suite101.de: Du spielt deine Songs im Home Recording Studio ein. Schon einmal über eine Zusammenarbeit mit einer Band nachgedacht?

Sebastian Niklaus: Derzeit spiele ich meine Gigs solo, also nur Gitarre, Gesang und ein wenig Mundharmonika. Im heimischen Studio arrangiere ich je nach meiner Vorstellung vom Song auch Bass, E-Gitarre, Drums oder auch mal Streicher für die Stücke. Im letzten Jahr sind dabei einige neue Stücke entstanden, ich kann mir gut vorstellen, das in einer Bandbesetzung aufzuführen. Meine „Unplugged“-Tätigkeit möchte ich jedoch auf keinen Fall aufgeben.

suite101.de: Mit welchem Equipment arbeitest du beim Home Recording?

Sebastian Niklaus: Herzstück meines Studios ist ein Apple MacBook Pro, auf dem ich mit Logic Pro 9 arbeite. Neben einigen Plugins habe ich mir auch diverse Vorverstärker, Mikrofone, Abhörlautsprecher und weitere Geräte, zum Beispiel zur Dynamikbearbeitung, ausgesucht und gekauft. Besonders freue ich mich immer wieder über mein Brauner Mikrofon und den alten TAB Preamp für meine Gesangsaufnahmen. Fast alles, was ich bisher kann, habe ich mir in den letzten zwei Jahren durch Lesen oder Ausprobieren selbst beigebracht. Toll wäre es bei einem renommierten Produzenten mal über die Schulter schauen zu dürfen.

suite101.de: Danke für das Interview!

Sebastian Niklaus auf Facebook, YouTube – plus: Die nächsten Konzerttermine

Auch in den kommenden Wochen ist Sebastian Niklaus wieder live unterwegs. Den Auftakt macht die „Local Triple Night“ im Jubez Karlsruhe (18.2.2011, 20.30 Uhr, mit Jan Wittmer und Florian Bronk). Im Frühjahr gibt der ursprünglich aus Elchesheim-Illingen stammende Sänger/Gitarrist unter anderem Konzerte in der Reithalle Rastatt (18.3.2011, 20 Uhr) und im Bottich Pforzheim (3.5.2011, 20 Uhr).

Alle Termine findet man auf der Homepage von Sebastian Niklaus und auf seinem Facebook-Profil. Videos von und mit Sebastian Niklaus, unter anderem zu seinem Song „Scared of leaving“, gibt’s auf YouTube.

Elisa Reznicek - Ich interessiere mich für die unterschiedlichsten Themenbereiche und möchte immer noch etwas mehr wissen. Wenn am Ende dabei ein ...

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