Irgendwann werden wir uns alles erzählen von Daniela Krien

Irgendwann werden wir uns alles erzählen - Graf Verlag
Irgendwann werden wir uns alles erzählen - Graf Verlag
Eine Liebesgeschichte, deren tragisches Ende vorhersehbar ist und die trotzdem spannend bis zum Schluss bleibt.

Daniela Krien legte mit ihrem Erstlingswerk "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" einen grandiosen Start hin. Bereits vor Erscheinen des Buches wurden die Auslandsrechte in 14 Länder verkauft. Dazu zählen unter anderem England, Frankreich, Brasilien und China. Daniela Kriens literarisches Debüt ist eine Hommage an die Liebe, die Lebenswichtiges und Zeitgeschehen gekonnt miteinander verknüpft.

Ein Sommer im Jahr 1990

Man schreibt das Jahr 1990. Es ist Sommer und die Mauer ist seit einem halben Jahr gefallen. Die sechzehnjährige Maria lebt in einem kleinen Dorf im Osten. Sie bewohnt mit ihrem Freund Johannes den Dachboden auf dem Bauernhof seiner Eltern. Zuhause bei ihrer Mutter fühlte sich Maria nicht mehr wohl. Ihr Freund Johannes ist im Gegensatz zu ihrer traurigen Mutter konsequent und strebsam und steht kurz vor seinem Abitur. Maria versucht in ihrem Leben mit Johannes klar zu kommen. Sie schaut bei Johannes Mutter und Oma zu, wie sie kochen, backen und sich um den Hof und das Vieh kümmern. Manchmal schwänzt sie auch die Schule, um ihren Träumereien und dem Lesen der Lektüre von Dostojewski nachzugehen.

Eine schicksalhafte Begegnung

Der Nachbarhof, auf dem der vierzigjährige Henner allein lebt, ist im Gegensatz zum Brendel-Hof heruntergekommen. Henner lebt nur für seine Pferde und trinkt ganz gern mal einen über den Durst. Im Dorf wird er misstrauisch beobachtet, denn mit seiner charismatischen Ausstrahlung erregt er die Eifersucht der männlichen Dorfbewohner. Eines Tages begegnet Maria dem seltsamen Mann und diese Begegnung löst in ihr eine übermächtige Unruhe und Sehnsucht nach Henner aus. Die beiden beginnen eine Liebesbeziehung, die lange ohne Gespräche auskommt. Niemand darf von ihren geheimen Treffen erfahren, denn dann müsste Maria sofort den Brendel-Hof verlassen und Hennes würde als Vergewaltiger dastehen. Nach langem Versteckspiel entschließt sich die junge Frau, zu dieser Liebe zu stehen und auf den Hof zu Henner zu ziehen. Aber dazu soll es nicht kommen - Henner wird tot aufgefunden.

Marias Ängste

"Irgendwann werden wir uns alles erzählen" ist ein tiefgründiger Roman, der aus der Perspektive eines 16jährigen Mädchens geschrieben ist. Der Schreibstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, da die Gedanken und Ängste Marias sehr ausführlich und bildhaft erzählt werden. Der Leser kann sich dadurch recht gut in die Gedankenwelt der Sechzehnjährigen hinein versetzen. Der Roman lebt von den authentischen und berührenden Beschreibungen und so ist es auch nicht weiter tragisch, dass eigentlich nicht viel passiert. Vor dem Hintergrund des Mauerfalls erlebt eine junge Frau Leidenschaft und Liebe.

Fazit

Daniela Kriens Debütroman hat durchaus das Potenzial zum einem Bestseller. Ihre Protagonisten sind lebendig und authetisch dargestellt. Durch den Ich-Erzählstil nimmt der Leser hautnah an allen Gefühlsregungen der Protagonisten teil. Ein intensiver, sehr lesenswerter Roman!

"Irgendwann werden wir uns alles erzählen" von Daniela Krien, 236 Seiten, gebunden, 18 Euro, erschienen am 16. September 2011 im Graf Verlag, ISBN 978-3-86220-019-1

Die Autorin bedankt sich beim Graf Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Graf Verlag

Gabriele Pagenhardt von Mainberg, Gabriele Pagenhardt von Mainberg

Gabriele Pagenhardt von Mainberg - Vor einigen Jahren war ich für ein Berliner Internet-Magazin im Bereich Veranstaltungs- und Ausflugstipps tätig und für ...

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