Iron Maiden: Neues Album "Final Frontier" ab heute in den Läden

Cover The Final Frontier - EMI Records- 2008 Iron Maiden Holdings Ltd
Cover The Final Frontier - EMI Records- 2008 Iron Maiden Holdings Ltd
Das 15. Studioalbum von Iron Maiden wurde mit Spannung erwartet. Heute ist "The Final Frontier" (VÖ: 13.8.2010) da. So klingt es.

Nach dem vorab gratis auf ironmaiden.com erhältlichen Download El Dorado und dem Video zu Satellite 15... The Final Frontier war man nicht unbedingt euphorisch, was die neue Iron-Maiden-Scheibe The Final Frontier anging.

Neues Iron-Maiden-Album The Final Frontier

Während El Dorado ohne wiedererkennbare Melodie experimentell und als bessere B-Side einzustufen war, gab es bei Final Frontier wenigstens etwas eingängigere Klänge zu hören, wenn auch diese in alter Maiden-Tradition à la Wicker Man, The Angel and the Gambler oder Wildest Dreams als erste Auskopplung ziemlich mau ausfiel. Aber da die Hoffnung bekanntermaßen als letzte stirbt, war am 13. August 2010 Tag des Erwachens für alle Maiden-Jünger – zu den bereits über 70 Million verkauften Alben werden die Jungfrauen nun noch ein paar weitere hinzurechnen dürfen.

Die Kritik an The Final Frontier im Einzelnen

Der Titeltrack von The Final Frontier, der übersetzt „Die letzte Grenze“ bedeutet, soll laut Aussagen der Band allerdings nicht auf das letzte Album hindeuten. Vielmehr bildet er den Beginn des neuen Albums und beginnt, anders als in der Videoversion, mit einem rund vier Minuten langen Intro, das sich wie ein Soundcheck in einem Flugzeughangar anhört und so der ideale Soundtrack zur wunderbar kitschigen „Predator-Eddie“-Covergestaltung im Sci-Fi-Style ist. Danach entwickelt er sich zu einer Nummer, die eben an jene Singles wie den Wicker Man erinnert. Lang aber unspektakulär.

Daran schließt El Dorado an, das ebenfalls eher schwer zugänglich ist und ohne echte Hook auskommt. Es klingt an allen Enden nach Iron Maiden und wurde in dieser Art auch schon häufiger von Harris, Dickinson & Co. geboten. Die Produktion klingt sehr angenehm unauffällig. Sehr organisch, heavy und natürlich warm. Nach El Dorado kommt der erste Höhepunkt.

Höhepunkt Nummer Eins auf The Final Frontier: Der Song Mother of Mercy

Mother of Mercy bietet neben typischen Maiden-Trademarks, wie galoppierenden Beats, einem Hauptriff, das stark an Piece of Mind Zeiten erinnert und Maiden-typischen Melodien, die Frontmann Bruce Dickinson ein wenig gequält singt, auch ein paar originelle Gitarrenspielereien, die aufhorchen lassen. Wenn man dann tiefer in die Lyrics eintaucht, fällt der Song außerdem durch seine morbide Energie auf, die von einem Soldaten erzählt, der sich mit Suizidgedanken quält.

Coming Home ist eine astreine Ballade, die so auch auf jedem Solo-Album von Dickinson hätte auftauchen können. Schön und schlicht.

Der schnellste Song auf The Final Frontier: The Alchimist

Danach kommt der bis dahin schnellste Song auf The Final Frontier. The Alchimist erinnert in Tempo und Gesangsmelodie ein wenig an Men on the Edge vom 1995er Album The X-Factor. Ein hymnischer Song mit großartigen Solos, einer super Gesangsleistung ein Lied für große Momente.

Der sechste Song auf The Final Frontier hört auf den Namen Isle of Avalon. Ein bisschen klingt er nach The Prophecy, (zu finden auf dem Album 7th Son Of A 7th Son) bevor er in einen Ghost of the Navigator-ähnlichen Refrain übergeht.(Vom Reunion-Album Brave New World, erschienen in 2000.) Mit über neun Minuten ein abwechslungsreicher Song über Mutter Erde und göttliche Wiedergeburt – aber nicht der längste auf The Final Frontier.

Bei Starblind stehen die drei Gitarren im Vordergrund, die man auch heraushören kann. Ein Titel – so wie bisher alle Songs auf The Final Frontier – der bereits Bekanntes kompliziert verbindet und sich nicht gleich beim ersten Hören im Kopf festsetzt. Fast scheint es, als hätte der Gesang nicht viel mit dem Rest des Songs zu tun, bis sich ab etwa der Hälfte neben einer famosen Gesangsmelodie und einer Pause der komplette Track nochmal wendet und in abwechslungsreichen melodielastigen Megabreaks Bahn bricht, bevor er in einem facettenreichen Klangteppich endet. Auch hier kommt wieder 7th Son-Gefühl auf.

The Talisman ist die erste Überraschung auf The Final Frontier

Und zwar, weil er mit lupenreinem Akustik-Intro in feinstem mittelalterlichem Klanggewand daherkommt. Dickinsons Gesang folgt der Gitarrenmelodie ungewöhnlich tief und ergänzt sich im Duett quasi selber. Nach rund zweieinhalb Minuten geht dann der eigentliche Song los und macht richtig Laune: Bruce Dickinson singt hier engagiert und druckvoll. Der Song ist spätestens im Refrain eingängig und trotz vieler ungewöhnlicher Elemente und Akkorde sofort zum mitbangen prädestiniert. Sicher ein Highlight auf kommenden Konzerten – auf The Final Frontier sowieso. Dass der Titel von einem Break aus in ausgiebige Solos übergeht, war bei Iron Maiden fast zu erwarten. In The Talisman haben wir auch den ersten Maiden-typischen Oh-Oh-Oh-Part auf The Final Frontier, der wunderbar von der Leadgitarre vorgegeben wird.

The ManWho Would Be King beginnt mit einem vom Gesang dominierten Intro, das ein wenig an Dream Of Mirrors erinnert. (Auch auf Brave New World). Im Anschluss mischt sich das Ganze dann mit Elementen, die man eher in die Somewhere in Time-Ära gesteckt hätte und hält trotzdem immer noch ein paar kleine Überraschungen für den aufmerksamen Hörer parat.

The Final Frontier von Iron Maiden:Das Beste kommt zum Schluss

Als Ausstieg aus The Final Frontier haben Iron Maiden noch einen Leckerbissen auf das Album gepackt. When The Wild Wind Blows klingt wie zum Mitsingen gemacht, bedient sich einer einfachen Melodie, die aus dem Folk-Bereich zu kommen scheint und wirkt wie eine Bandhymne, die als Ausklang eines Konzerts gedacht ist. Sehr eigenwillige Gitarrensounds, typische Maiden-Rhythmik, zahllose Stereo- und Doppel-Lead- Solos und mit genau elf Minuten der längste Song des Albums. Den komplexen Aufbau kann man bei nur einem Durchgang nicht nachvollziehen und trotzdem findet man leicht Zugang zu dem Song, der (auch Maiden-typisch) Bass-dominiert durch zahllose Wechsel und Melodien segelt, um dann in einer Windgeräuschkulisse mit der eingängigen Eingangsmelodie zu enden. Ein würdiger Abschluss.

Das Fazit zum aktuellen Iron-Maiden-Album The Final Frontier

The Final Frontier ist ein Album, das die Erwartungen erfüllt, nicht aber übererfüllt. Wirklich Revolutionäres darf man von einem Iron-Maiden-Album ohnehin nicht erwarten. Auch auf The Final Frontier wird Altbekanntes mit ein paar neuen Ideen gewürzt, abgeschmeckt und mundgerecht serviert. Hits sind auf The Final Frontier keine auszumachen, trotz einer insgesamt soliden Leistung. The Final Frontier ist atmosphärisch, abwechslungsreich, sperrig, gut und entbehrlich, zumal man alles irgendwie schon mal gehört hat. Für jeden Maiden-Fan natürlich ein Muss, für Noch-nicht-Fans ein ebenso guter Einstieg ins Iron-Maiden-Universum wie jede andere Maiden Platte. Nummer Eins in den Charts dürfte jedenfalls gesichert sein. Und das zu Recht.

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