
- Microsoft ISCSI-Initiator - Jan Klettke
ISCSI im Windows-Netz oder Windows 7 Homepremium als NAS
Der Markt gibt viele Lösungen für Speichersysteme im Netzwerk her, allerdings hat sich ein brauchbares und auch für den SOHO-Bereich sinnvolles Konzept noch nicht unbedingt gefunden. Die einfachen NAS-Systeme stellen immer einen unschönen Kompromiss dar: Jeder kann drauf zugreifen, oder es muß dauerhaft an mehreren Stellen administriert werden, es können keine weiteren Anwendungen installiert werden, die Dateisysteme sind nur schlecht erweiterbar. So kann auch nicht einfach eine einfache externe USB-Platte kann auch nicht über das Netzwerk verbaut werden. Ausnahmen bilden hier USB-Ports an irgendwelchen Routern, aber auch diese Lösungen sind nicht sehr professionel.
ISCSI- hat das was mit der teuren Profi-Hardware-Anbindung SCSI zu tun?
Als Lösung bietet sich hier das ISCSI-Protokoll an. Es handelt sich hierbei um ein reines Datenübertragungsprotokoll und erfordert nicht unbedingt irgendwelche SCSI-Komponenten. Wer sie hat kann sie aber natürlich ebenfalls nutzen. Das ISCSI-Protokoll funktionier t in jedem IP-Netz und mit Windows oder auch LINUX-Rechnern. Wer sich damit auseinandersetzen möchte, landet nicht in irgendeiner Sackgasse, es handelt sich hierbei schon um einen verbreiteten, plattformübergreifenden Standard.
Das ganze ISCSI-Equipment basiert auf einem ISCSI-Target, sozusagen dem “Server“ und dem ISCSI-Connector, also dem „Client“. Während Microsoft ein ISCSI-Target nur für seine Server-Versionen bereithält, in den 2008-er-Versionen soll es immerhin schon gratis mitgeliefert werden, oder zumindest gratis aus dem Internet ladbar. Es gibt auch andere, teilweise sogar freie Software, die diesen Part bereitstellt. Auf der "Client"-Seite wird ein ISCSI-Initiator benötigt. In der aktuellen Versionkann er gratis von der Webseite von Microsoft geladen werden. Dieser ist lauffähig ab Windows XP, läuft jedoch auch unter anderen Versionen, so z.B. auch dem SBS 2003.
Als ISCSI-Target habe ich den Kern Safe iStorage Server von der Internetseite www.kernsafe.com geladen und installiert. Diese Software ist gratis, muß für längeren Nutzen jedoch noch gratis lizensiert werden. Gleichzeitig ist sie später auf ein Device beschränkt. Wenn allerdings auf dem Windows-Rechner mehrere Platten zu einem logischen Laufwerk zusammengefasst werden, wird auch dies wieder reichen.
Die Installation des „Servers“ verlief problemlos auf meinem Atom-PC mit MS Windows 7 Home Premium. Anschließend habe ich die Konfiguration über die grafische Benutzeroberfläche vorgenommen. Da es in meinem Netzwerk nicht viel zu konfigurieren gibt, habe ich den einfachen Weg gewählt und dem ISCSI-Target nur die Kommunikation mit einem Rechner erlaubt. Hierzu habe ich die Kommunikation einfach über IP gewählt und die entsprechende IP-Adresse zufür die Kommunikation zugelassen. So kann das NAS mit meinem SBS 2003 kommunizieren.#
Allen anderen Rechnern habe ich die Kommunikation mit diesem ISCSI-Target verboten. Das ISCSI-Device habe ich ISCSI genannt. Der Einfachheit halber habe ich das Device als Virtual-Hard-Disk (VHD) eingerichtet, dies erfordert keine Veränderungen am Dateisystem und es kann einfach auf dem bestehenden System eine neue Datei erstellt werden. Die Größe kann frei vergeben werden, ich habe mich hier für 400 GB entschieden, die Eingabe muss in MB vorgenommen werden. Bei gleichzeitiger dynamischer Erstellung dieses Speichermediums besteht die größtmögliche Flexibilität. So blockiert dieser Speicher nicht von Anfang andie Festplatte.
Die Einbindung des ISCSI-Target vom ISCSI-Initiator wiederum ist auch nicht schwierig, in der Systemsteuerung taucht ein neues Icon, der ISCSI-Initiator auf. Dieser wird gestartet und öffnet sich auf der ersten Registerkarte, der Name wird vom System selbst vergeben, kann aber auch geändert werden.
Auf der zweiten Registerkarte wird die IP-Adresse des ISCSI-Targets festgelegt, um Fehlfunktionen zu vermeiden, sollte das ISCSI-Target mit einer festen IP-Adresse ausgerüstet werden. In der dritten Registerkarte taucht das Device dann auch wieder mit seinem Status auf, als ISCSI, dies ist der Name, der ursprünglich für das ISCSI-Device vergeben wurde.
Um das gerade konfigurierte Device schließlich nutzen zu können, wird als nächster Schritt die Computerverwaltung und dort die Datenträgerverwaltung aufgerufen, dort erscheint das ISCSI-Device nun wie ein normales lokales Festplattenlaufwerk und kann einfach formatiert werden, mit anschließender Laufwerksbuchstabenvergabe.
Über den SBS 2003, also den "Client" kann dieses Laufwerk dann normal, wie ein Domänendatenträger, oder auch eine normale Freigabe verwaltet werden.
