
- Chargers - Dolphins (2008) - Mr. Usaji
American Football ist ein harter und sehr gefährliche Sport. Die Härte macht jedoch auch den Reiz dieser Sportart aus. Es geht oftmals Mann gegen Mann, Auge um Auge mit dem Ziel, dass sich der Stärkere am Ende durchsetzt. Die Besten werden gekrönt, zu Stars erkoren und geliebt - jedoch genauso schnell wieder fallen gelassen, wenn die Leistung nicht mehr stimmt.
Brot und Spiele
American Football soll Spaß machen – und er macht Spaß. An jedem verdammten Wochenende strömen die Fans zu zehntausenden in die Arenen um Ihr Team zu bewundern und zu unterstützen. Die Härte des Sports ist hierbei ein ausschlaggebender Faktor. Spektakulär ist es, wenn die Spieler durch die Luft fliegen und offensiv wie auch defensiv überdurchschnittliche Leistung bringen.
Der American Football ist nicht freigegeben für Veränderungen. Natürlich werden die Athleten besser, die Ausrüstung sicherer und die Bilder im TV oder dem mobilen Gerät schärfer. Am Spiel selbst soll sich aber nichts ändern. Eine ähnliche Debatte wird seit Jahrzehnten übrigens auch im Fußball geführt. Videobeweis ja oder nein – verändert dies das Spiel? Darf man mit der Tradition eines Sports brechen?
Über die Jahre wurde allerdings behutsam am Konzept American Football gefeilt. Spätestens wenn man die Statur eines Spielers aus den 70ern mit der eines Spielers aus dem Jahr 2010 vergleicht, merkt man, dass Einschränkungen und Regeln beim Thema "Stoppen des Gegenspielers" angepasst bzw. erneuert werden müssen. Die Gefahr, dass die Spieler auf dem Feld lebensbedrohlich oder lebensverändernd verletzt werden können stieg stark an.
Die NFL reagierte und markierte bestimmte Zonen am Körper der Athleten, die als regelkonforme Trefferzone gelten. Unerlaubt ist beispielsweise das "rushen" eines Spielers in seinen Gegner mit dem Kopf voran in Richtung des Kopfes des Gegenübers – auch bekannt als "Helmet-to-Helmet". Verletzte man diese Regel, ahndete die NFL dies zum einen im Spiel selbst und abseits des Feldes mit einer Geldstrafe.
NFL greift bei Regelverstößen künftig härter durch
Am 6. Spieltag der laufenden NFL Saison wurde dieses - leicht beiseite gedrängte - Thema ungewollt eine aktuelle Schlagzeile. Gleich drei Spieler erhielten im Nachgang von der Liga für Ihr Verhalten auf dem Feld eine Geldstrafe aufgrund übertriebener Härte.
Die Spieler Brandon Meriweather (New England Patriots), Dunta Robinson (Atlanta Falcons) und James Harrison (Pittsburgh Steelers) verletzten Ihre Gegner derart schwer, dass diese zunächst lange auf dem Feld liegend stabilisiert werden mussten und für die kommenden Partien aufgrund einer Gehirnerschütterung ausfallen. Die Anzahl der Verletzungen ließ die Diskussion um die Härte des Sports neu entfachen. Die NFL bestätigte in einer Stellungnahme ihren Willen, bedingungslos zu handeln, sollten Spieler unachtsam mit der Gesundheit Anderer umgehen. Man wolle in Zukunft sofort Suspendierungen aussprechen und der übertriebenen Härte im Spiel Einhalt gebieten.
Medien und Fans diskutieren über die Zukunft des American Footballs
Diverse Sportmedienhäuser, Berichterstatter und Fans diskutieren seit dem Vorstoß der Liga über dieses Thema. Die eine Fraktion sieht es als vollkommen notwendig an, Regelverstöße hart zu bestrafen. Gegner (wie beispielsweise Spieler) dieser Entscheidung sehen darin eine Verwässerung des Sports und predigen dessen lange Tradition. Immerhin wissen die Spieler, welchen Beruf sie ausführen.
Die National Football League befindet sich, abseits der Diskussionen, in einer Zwickmühle. Einerseits ist die Liga auf den Schutz der Spieler und Akteure bedacht, anderseits sind es die Fans und Zuschauer, die den Takt vorgeben. Der Football könnte in den Augen der Öffentlichkeit und der Konsumenten an Attraktivität verlieren, wenn Spieler mittels Regeln und Sanktionen zu einer weicheren Gangart gezwungen werden. Denn wenn man den gediegenen Anhänger des Sports beobachtet, dann stößt dieser beim Zusammenprall zweier Spieler zunächst ein begeistertes "Wow, what a hit!" aus, bevor er das brutale Resultat mit einem "Uh, I hope he is okay" weiter verfolgt.
Der American Football lebt von seiner Härte, Fans wollen harte Treffer sehen und den Stärkeren umjubeln. Der Sport lebt von Spielern, die sich der Gefahr bewusst sind. Aus diesem Grund wird auch die NFL dieses Thema in Zukunft wieder in der Schublade verschwinden lassen. So lange bis der nächste Verletzte auf dem Spielfeld liegt.
