
- Valentino & Uz - Wienliveedition
Privatdetektiv UZ, 42, alleinstehend und übergewichtig, mit einer Leidenschaft für statistische Jahrbücher glaubt, eine Insel sein zu dürfen. Er will nicht gestört werden von Menschen, Tieren und Autos. Doch Uz schläft mit der Gräfin, die er beschatten sollte, und zum Dank lädt diese ihren Hund Valentino, einen versnobten Whippet, vor seiner Tür ab. Uz kann Hunde nicht ausstehen.
Hundewelt
Mann und Hund sind gleichermaßen schockiert, doch während Valentino begreift, dass es eben eine Menschen – bzw. eine Hundewelt gibt, kapiert Uz erst einmal gar nichts. Gut, dass der Autor dem Hund eine Stimme gibt: "Selten, ganz, ganz selten trifft man einen Menschen, der die Wahrheit kennt: Wir Hunde sind die weit überlegene Spezies. Ich meine, wer muss für ein Stück Fleisch um sechs Uhr aufstehen und arbeiten gehen? Na eben. Um sechs in der Früh wedle ich nicht einmal mit dem Schwanz. Genau dieses Verständnis fehlt Uz. Ach, die Welt ist ja so geräumig und Uz ist so ahnungslos." Uz, der im Grunde herzlos geworden ist, weiß nicht wie ihm geschieht, fügt sich vorerst in sein Schicksal. Während eines Spaziergangs mit Valentino wird er Zeuge eines Unfalls: Der blinde Dr. Klever mit seinem Hund wird von einem Lastwagen überfahren. Ein Ableben, dass in keine von Uz' Statistiken passen will.
Lesevergnügen
Der Kriminalroman ist ein witziges und zugleich sehr berührendes Lesevergnügen. Ivo Schneider, seit 1994 professioneller Drehbuchautor für Film und Fernsehen, schrieb den Kriminalroman „Valentino & Uz“, weil er endlich eine Geschichte erzählen wollte, in der ein Hund nicht nur als kuscheliger Statist begeistert, sondern einen Charakter hat und seinen Gedanken sprachlich Ausdruck verleiht.
Statistik
So wie sein Antiheld Uz hat auch der Autor einen Hang zu statistischen Daten, die er immer wieder kurzweilig in den Kriminalroman eingewoben hat. „Es gibt so viel Meinung auf der Welt und so wenige Fakten. Da ist es hin und wieder eine Wohltat eine Tabelle durchzusehen, wo exakt erfasst ist, wie viele Leute wirklich gestorben sind und wie viele geboren wurden.“
Humor
Bei allem Humor, der immer wieder zwischen den Zeilen hervorblitzt und bei aller Spannung geht die eigentliche, sehr berührende Botschaft der Geschichte nicht verloren: Nämlich dass Menschen Verantwortung für einander haben, dass sie keine kleinen Kinder sind, die sich die Hand vor die Augen halten und meinen, niemand sieht sie. „Wir sind ja alle ein bisschen wie die Lottospieler. Jeder glaubt er wird Schwein haben, und dann landen wir doch alle in der Wurst.“
Ivo Schneider: Valentino & Uz. WienliveEdition 2008. Taschenbuch, 206 Seiten. Euro 9,90.
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