Parson Russell Terrier

Kleiner Hund mit großem Herzen

Maxwell auf Entdeckungsreise - Ursula Rischanek
Maxwell auf Entdeckungsreise - Ursula Rischanek
Hohe Intelligenz, Mut, Lebhaftigkeit, Ausdauer und sein fröhliches Wesen zeichnen diese Hunderasse aus.

Klein, aber oho - das gilt ganz besonders für Parson Russell Terrier. Kaum etwas kann ihn erschüttern - schließlich wurde er für die Arbeit im Fuchsbau gezüchtet. Also lassen sie sich von seiner Größe oder Kleinheit nicht täuschen, er ist und bleibt ein Jagdhund, ein Arbeitstier. Sein Jagdtrieb ist ausgeprägt, er ist selbstständig und ziemlich eigenwillig. Konsequente Erziehung vom Welpenalter an ist ein Muss, um aus dem frechen Kerl einen angenehmen und gesellschaftsfähigen Mitbewohner zu machen. Noch dazu angesichts seines treuherzigen, lebhaften und aufmerksamen Blicks, bei dem so manches Menschenherz dahinschmilzt.

Nichts für Stubenhocker

Ein schier unterschütterliches Maß an Lebhaftigkeit, Temperament und Bewegungsfreude sind seine weiteren herausragenden Eigenschaften - wer einen ruhigen Stubenhocker-Hund will, ist da bei der falschen Rasse gelandet. Zwar können auch Parson Russell Terrier, die hochbeinige "Variante" des Jack Russell Terrier, ruhig in ihrem Körbchen liegen, aber irgendwann wollen sie ihr Tagespensum an Bewegung auch absolvieren. Neben ausgedehnten Spaziergängen zählen auch Joggen, neben dem Rad herzulaufen und Agility zu ihren Lieblingsbeschäftigungen - Fressen, Schlafen und Spielen natürlich ausgenommen.

Kompakter, zäh und widerstandsfähig

Parson Russell Terrier sind robuste Terrier mit geraden Läufen, kleinen, kompakten Pfoten, festen Ballen und einem freien, flotten Gang. Rüden haben eine Idealgröße von 35,5 Zentimeter (gemessen am Widerrist), Hündinnen von 33 Zentimetern. Die Länge des Rückens sollte der Widerristhöhe entsprechen. Wichtig sind weiters gut gelagerte, schräg zurückliegende Schultern und eine gute Winkelung vorne und hinten. Der Kopf ist keilförmig, mäßig breit mit einem flachen Schädel. Drei verschiedene Haarkleider finden sich beim Parson Russell - glatt, rauh und broken coated. Bei letzterem sind die Haare am Körper kaum länger als bei glatten Haaren, der Hund hat aber einen kleinen Ziegenbart und struppige Augenbrauen. Stichwort Haare: Pedantischen Hausfrauen und -männern ist von einem Parson Russell abzuraten, da sie zu jeder Jahreszeit haaren - und das manchmal ziemlich stark. Auffallend an dieser Hunderasse ist die dicke, elastische und lose Haut - sie hat die Aufgabe, im Falle eines Fuchsangriffs die inneren Organe des Hundes zu schützen.

Bei entsprechender Haltung kann ein Parson Russell Terrier übrigens bis zu 15 Jahre und älter werden. Rassespezifische Erbkrankheiten sind nur wenige bekannt. Dazu gehört etwa die Legg-Calcé-Perthes-Krankheit, eine krankhafte Veränderung des Oberschenkelkopfes. Auch Taubheit kann bei weißen Hunden gelegentlich auftreten. Meist erst im Alter manifestiert sich eine Linsenluxation. Die Ablösung der Linse von den inneren Augenmuskeln kommt bei Terriern häufig vor und kann operativ korrigiert werden.

Jagdbesessener Pfarrer als "Züchtervater"

Als Stammmutter der Rasse gilt „Trump“, die weiße Terrierhündin von John Russell (1795 bis 1883). Der Pfarrer und passionierte Jäger aus der englischen Grafschaft Devon, dem seine Jagdgenossen den Spitznamen Hunting Parson (jagdbesessener Pfarrer) gegeben hatten, nahm die unterschiedlichsten Einkreuzungen mit anderen einfarbigen oder bunt gefleckten Arbeitsterriern vor. Sein Zuchtziel war immer die Arbeitstauglichkeit bei der Jagd, ein typisches Rassebild war sekundär. Die Aufgabe des Parson Russell bestand darin, Füchse in ihren Erdbauten aufzustöbern und dem Jäger vor die Flinte zu treiben. Nach Russells Tod existierte eine Gruppe unterschiedlichster Terrier, die zunächst nur „Working Terrier“ (Arbeitsterrier) genannt wurden. Erst in den 1930er Jahren wurde der Name „Jack Russell Terrier“ geprägt, der Parson wurde erst 1991 von der FCI, der Fédération Cynologique Internationale, als eigene Rasse anerkannt.

Ursula Rischanek, Ursula Rischanek

Ursula Rischanek - Schreiben ist eine Sucht - zumindest für mich. Zwei Mal habe ich dem Journalismus abgeschworen - und bin vom Schreib-Fieber immer wieder ...

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