Jaguar E-Type: Eine Legende ist 50 geworden

Jaguar E-Type, Serie II von 1969 - Jaguar
Jaguar E-Type, Serie II von 1969 - Jaguar
Der Jaguar E-Type fasziniert heute wie gestern. Mit seinem Design zählt der Sportwagen aus der britischen Manufaktur noch heute zum schönsten Automobil.

Als im März 1961 auf dem Automobil Salon in Genf der Jaguar E-Type enthüllt wurde, fand der Sportwagen auf Anhieb viele Bewunderer und Käufer: Kurz nach der Enthüllung waren die ersten 500 Exemplare verkauft. Enzo Ferrari nannte den Wagen sogar „das schönste Auto der Welt“. Mit einem Anschaffungspreis von 25.000 DM war der E-Type deutlich erschwinglicher als beispielsweise der Ferrari 250GT.

Jaguar E-Type: Aus der Feder eines Luftfahrtingenieurs entstanden

Elegant, sinnlich, kraftvoll, so zeichnete Malcolm Sayer, von Beruf eigentlich Luftfahrtingenieur, den E-Type. Die ellenlange Motorhaube öffnete nach vorne, die Scheinwerfer unter Plexiglas geschützt, die Hecktür seitlich angeschlagen und die nach oben gebogenen Endrohre des Auspuffes setzten Trends. Doch nicht nur das Design war anders, auch die Konstruktion der hinteren Einzelradaufhängung, die Sayer für den E-Type erdachte. Hier setzte der Ingenieur auf je einen Längslenker und zwei Federbeinpakete pro Seite. Als obere Querlenker kamen Antriebswellen zum Einsatz. Darüber hinaus verzögerten rundum Scheibenbremsen den Sportwagen. Die hinteren waren zur Verringerung der ungefederten Massen innen angeordnet.

Erster E-Type mit 265 PS Leistung

In der ersten Auflage werkelte unter der Motorhaube ein Sechszylinder mit einem Hubraum von 3,8 Litern und drei Vergasern. Er leistete 195 kW (265 PS). Die Maximalleistung lag bei 5500 Umdrehungen je Minute an. Die Kraft übertrug eine manuelle Viergang-Schaltung an die Hinterräder. Die Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h machte den E-Type von damals zum schnellsten Serienauto. Im Herbst 1964 hatte der 3,8-Liter-Motor ausgedient. Ihm folgte ein 4,2-Liter-Triebwerk. Das bescherte dem Sportwagen einen verbesserten Durchzug. Kein Wunder: Der Motor hatte nun ein Drehmoment von 380 Newtonmetern und damit 32 Newtonmeter mehr als zuvor. Trotz der Hubraumvergrößerung leistete das Aggregat nach wie vor 265 PS.

Eineinhalb Jahre später kam der E-Type 2+2 auf den Markt. Dafür verlängerte Jaguar die Karosserie des Coupés um fünf Zentimeter und den Radstand um 23 Zentimeter. Zusammen mit dem um 3,8 Zentimeter höheren Dach schafften die Engländer Platz für zwei Notsitze im Fond. Außerdem konnte man im 2+2 nun auch schalten lassen - eine Dreigang-Automatik war erhältlich. Die Änderungen zogen eine Gewichtszunahme nach sich, die sich auf die Höchstgeschwindigkeit (219 km/h) und auf die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 (fast neun Sekunden) auswirkte.

Serie III war die letzte E-Type-Version

Im Herbst des Jahres 1968 debütierte die Serie II. Ihre Merkmale waren die frei stehenden Scheinwerfer und ein deutlich größerer Kühler. Blinker und Rücklichter waren eckig ausgeführt und unter den durchgängigen Stoßfängern angebracht. Die Endrohre der Abgasanlage wanderten in Richtung Seite. Im Frühjahr 1971 folgte die nächste Version des E-Type. Die Serie III wurde von einem Zwölfzylinder in V-Bauweise angetrieben. Dazu kamen vier Zweistufen-Fallstromvergaser zum Einsatz. Der 5,3-Liter leistete 203 kW (276 PS). Das Drehmoment erreichte seinen höchsten Punkt bei 408 Newtonmetern. Aus dem Stand vergingen 6,4 Sekunden bis zur 100-km/h-Marke. Die Maximalgeschwindigkeit lag bei 240 km/h. Geändert wurde auch das Bremssystem: Vorne waren jetzt innenbelüftete Scheiben montiert. Auch der Roadster erfuhr eine Änderung: Er bekam den Radstand des 2+2-Sitzers. Optisch zeigte sich der Serie III mit aufgesetzten Kotflügeln und einem verchromten Kühlergrill.

In den 14 Jahren seiner Bauzeit wurde der Jaguar E-Type insgesamt 72.515 produziert. Am beliebtesten war der Roadster, der 33.996 Abnehmer fand. Mehr als 50 Prozent der verkauften E-Type wurden in den USA heimisch. Heute begegnet man dem Jaguar E-Type bei Oldtimer-Veranstaltungen. Oder im Museum of Modern Art in New York (USA). Dort kann ein Roadster bewundert werden.

Cornelia Wahl - Schon als Kind war für Cornelia Wahl klar, dass sie etwas mit Technik und Autos zu tun haben wollte. Alles was brummt und fährt, ...

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