Jahrestag der Loveparade in Duisburg - Trauerarbeit leisten

Ein Kerzenmeer zum Jahrestag - mephys / pixelio.de
Ein Kerzenmeer zum Jahrestag - mephys / pixelio.de
Am 24. Juli jährt sich das Unglück auf der Duisburger Loveparade. Was ist für den Jahrestag geplant und wie kann effektive Trauerarbeit geleistet werden?

Genau vor einem Jahr wurde die Loveparade in Duisburg für viele Besucher zum Alptraum ihres Lebens. In einer Massenpanik, ausgebrochen im Tunnelzugang zum Loveparade-Gelände, starben 21 Menschen. Mehrere Hundert wurden verletzt.

Klärung der Schuldfrage

In den letzten zwölf Monaten kam Duisburg nicht zur Ruhe. Immer wieder gab es negative Schlagzeilen in den Medien, die sich im Wesentlichen um die Klärung der Schuldfrage drehten. Staatsanwaltliche Ermittlungen untersuchten das Zusammenspiel von Veranstalter, Stadt, Polizei. Wie Mitarbeiter des Justizministeriums in der Zeit-online berichteten, sei der Tatort umfassend gesichert und die Spuren seien digitalisiert worden. Obwohl die Schuld mehrfach zwischen den Beteiligten hin- und hergeschoben wurde, sehen viele den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Adolf Sauerland, als den Hauptschuldigen, der zumindest politische Verantwortung für die Katastrophe übernehmen solle.

Aufarbeitung des Unglücks

Selbstverständlich verfolgen viele Angehörige die juristische Aufarbeitung des Unglücks. Dennoch sind es oft die einfachen Schritte der Trauerbewältigung, die den Weg zurück in die Normalität vorbereiten: das Blumen- und Kerzenmeer an der Unglücksstelle, die Einträge ins ausliegende Trauerbuch oder der Gedenkgottesdienst, auf dem Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, eine bewegende Rede hielt. Am 24. Dezember 2010 richteten betroffene Bürger im Karl-Lehr-Tunnel in Duisburg eine provisorische Gedenkstätte ein.

Um auch langfristig über einen angemessenen Ort der Trauer zu verfügen, wurde der Duisburger Künstler Gerhard Losemann mit dem Entwurf eines Mahnmals beauftragt. Am 26. Juni 2011 wurde das stählerne, über 3,5 Meter hohe Mahnmal in einer feierlichen Zeremonie den Duisburger Bürgern übergeben. Als symbolischen Akt und weiteren Schritt der Trauerbewältigung legten sie für jedes der 21 Opfer eine rote Rose nieder.

Die Bedeutung des 1. Todestages

Die ersten zwölf Monate nach dem Tod eines geliebten Familienmitglieds sind für die Angehörigen und Freunde besonders schwer. Traditionell folgt dieses Jahr einem besonderen Rhythmus, der zuerst in kurzen, dann in länger werdenden Zeitabschnitten Stationen der Trauerarbeit bereithält. In der katholischen Kirche folgt beispielsweise auf die Heilige Messe anlässlich der Beerdigung das Sechs-Wochen-Amt und schließlich das Jahresgedächtnis. Bis vor wenigen Jahrzehnten war es durchaus üblich, dass die Frauen nach einem Todesfall in der Familie ein Jahr lang "schwarz" trugen, also nur schwarze oder dunkelgraue Kleidung. Der erste Jahrestag steht demnach für einen Wendepunkt, an dem sich der Blick der Angehörigen wieder auf das Leben richtet, das vor ihnen liegt.

Der 1. Jahrestag des Unglücks der Loveparade

Am 24. Juli 2011 wird eine öffentliche Gedenkfeier in der Duisburger MSV-Arena abgehalten, gestaltet von der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Petra Bosse-Huber, und dem Essener Weihbischof Franz Grave. Wie Christian Schwerdtfeger in RP-online berichtet, haben sich rund 150 Angehörige angesagt, darunter auch Trauergäste aus Spanien und China. Als weiteren Meilenstein in der Trauerarbeit wird Bernd Graf, Leadsänger der Band "Unheilig" auftreten mit der Rockballade "Geboren um zu leben":

"Es fällt mir schwer ohne dich zu leben, jeden Tag zu jeder Zeit einfach alles zu geben (...).

Ich denke an so vieles, seitdem du nicht mehr bist, denn du hast mir gezeigt, wie wertvoll das Leben ist."

Diese Ballade drückt sehr gut aus, was viele der Angehörigen und Freunde fühlen, spricht das Unfassbare aus, gibt der Verzweiflung und inneren Leere Worte. Das erste Jahr der Trauer ist vorbei.

Weitere Informationen zum Thema sind unter anderem verschiedenen Artikeln der Rheinischen Post zu entnehmen.

Portrait Kraus, Kilian Kraus

Simone Kraus - Diplom-Betriebswirtin mit Schwerpunkt "Internationales Management", lebt und arbeitet seit vielen Jahren im ...

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