Jan Tenner: Das Kulthörspiel der 80er Jahre

Der Held Jan Tenner - (c) Stefanie Vogel
Der Held Jan Tenner - (c) Stefanie Vogel
Jan Tenner war der Vorläufer aller deutschen Hörspiele im Bereich Science Fiction und ist auch heute noch sehr bekannt.

Von 1980-1989 wurde das Hörspiel von Kiosk produziert und erfreute sich großer Beliebtheit. In insgesamt 46 Folgen konnten die Zuhörer die zahlreichen Abenteuer von Jan Tenner, Laura und Co. miterleben.

Die Hauptpersonen im Hörspiel Jan Tenner

Jan Tenner, gesprochen von Lutz Riedel, ist ein junger blondhaariger Physikstudent, der seltsamerweise während aller Folgen nie in einem Hörsaal erscheint, geschweige denn seinen Abschluss macht. Zum Helden wir Jan vor allem dadurch, dass er sich als Testperson für die Experimente des Physikers Professor Futura zur Verfügung stellt. Dieser hat sich auf verschiedene Seren spezialisiert, mit denen man die Fähigkeiten eines Menschen verändern kann. Fliegen, Unsichtbar-werden und durch-Wänd- gehen sind mit diesen Wundermitteln plötzlich möglich. Unterstützt wird der Professor von seiner Assistentin. In den ersten drei Folgen wurde diese Rolle von Tanja übernommen. Da sie aber eine für die Hörer sehr anstrengende Sprechweise hatte, ließ man sie in der vierten Folge ins Koma fallen und ersetzte sie durch Laura. Diese erweist sich als spitzzüngige Rothaarige, die nach einigen Folgen eine Romanze mit Jan Tenner beginnt.

Zusätzlich wird das Militär durch General Forbett vertreten. Forbett ist ein Militarist durch und durch, dem es gar nicht gefällt, dass Jan und seine Freunde ihn und seine Autorität immer wieder umgehen. Zu Beginn kostet es ihn einiges an Überwindung, mit ihnen zusammen zu arbeiten. Zu guter Letzt gesellt sich Mimo, der Bordcomputer des Raumschiffs Silbervogel zum Team. Dieses Raumschiff stahlen Jan, Laura und Professor Futura von ihren Erzfeinden, den Leonen, als sie in der Vergangenheit gefangen waren.

Die Feinde von Jan Tenner und seinen Freunden

Damit deutet sich schon an, dass auch das Team um Jan Tenner mit den unterschiedlichsten Feinden zu kämpfen hat. Jan und seine Freunde leben in dem fiktiven Land Westland, welches sich im Laufe der Serie immer mehr als Synonym für die USA entpuppt. Nichts bietet sich deshalb mehr an, als in Gedenken an den kalten Krieg eine Art russisches Feindbild zu erschaffen. In diesem Fall sind es die Leonen – riesige vierarmige Wesen mit Löwenköpfen. Sie wollen die Erde erobern, um an das heißbegehrte Uran zu kommen, das sie auf ihrer Welt brauchen. Jan Tenner und seine Freunde müssen sich in vielen Abenteuern gegen die löwenköpfigen Außerirdischen wehren, bis es ihnen schließlich in Folge 24 gelingt, sie mit dem Stein der Macht zu besiegen

Auch eine Frau gehört zu den Feinden. Seytania ist die Tochter des Herrschers des dunklen Imperiums und herrscht über einen Planeten von Puppen. Diese verehren sie fast wie eine Göttin. Als Jan und seine Freunde diesen einmal besuchten, verliebte sie sich in ihn. Doch Tenner wies sie ab. Seytanias Ego verkraftete dies nicht und versuchte sich deshalb immer wieder an ihm zu rächen. Erst in Folge 39 kommt es zu einer Art Aussöhnung als Seytania ihr Leben gibt, um ihre Heimatwelt zu retten.

Professor Zweistein ist hingegen ein ganz normaler Mensch, der aber sowohl intelligent als auch wahnsinnig ist. Sein Ziel ist es, die Weltherrschaft zu erlangen. Dazu stielt er Professor Futuras Forschungsergebnisse und stellt den Freunden immer wieder hinterlistige Fallen. Offene Angriffe gibt es keine. Eher agiert er im Dunkeln und versucht mit List und Tücke seine Pläne umzusetzen. Immer wieder wird er dabei von Jan Tenner aufgehalten und teilweise sogar inhaftiert. Seltsamerweise gelingt es diesem Professor aber immer wieder zu entkommen. Zweistein ist auch die einzige Feindkomponete während der ganzen Serie, die immer wieder auftaucht.

Ungewöhnliche Erzählweise im Hörspiel aus heutiger Sicht

Auf die Kinder von heute mag die Serie Jan Tenner recht seltsam wirken. Dies ist wohl vor allem auf die etwas gewöhnungsbedürftige Erzählweise zurück zu führen. In heutigen Hörspielen werden Handlungen und Geschehnisse meist durch entsprechende Geräusche verdeutlicht. Ein Türöffnen wird zum Beispiel durch ein Knarren angedeutet. In Jan Tenner wird dagegen alles besprochen. So schreit Laura zum Beispiel auch schon mal, dass eine große Qualle auf sie zu schwimmt und mit den Fangarmen nach ihr schlägt, sie ausweicht und dann doch gefangen wird. Diese genaue Beschreibungen im Form von Dialogen hat Jan Tenner wohl seinen etwas trashigen Ruf eingebracht.

Trotzdem handelt es sich bei Jan Tenner um einen Hörspielklassiker, der auch heute noch bei den ehemaligen Hörern sehr beliebt ist. Auch eine große Sammlergemeinschaft hat sich schon gebildet. Einzelne MCs können auf ebay zum Beispiel über 100 Euro einbringen. Die Nostalgie begünstigt dieses Phänomen wahrscheinlich noch.

Kommunikation, Stefanie Vogel

Stefanie Vogel - Geboren wurde ich Anfang der 1970ern im Bundesland Hessen und bin nun im Rheingau Zuhause. Nach dem Abitur und einer mäßig ...

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