
- Offener Bücherschrank - susanne schmich/pixelio.de
Seit nunmehr einen halben Jahr besteht neben bisherigen Initiativen in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien bezüglich Offener Bücherschränke eine neue und äußerst unkonventionelle Projektgruppe, die Gemeinschaft der Buchtrinker oder kurz genannt: Die Buchtrinker oder Büchertrinker. Gegründet wurde sie vom Wiener Basisphilosophen Jan Vitis von Granna. Dieser hat eine Gemeinschaft von Bibliomanen um sich geschart, die das Konzept der Offenen Bücherschränke auf ihre Art und Weise verwirklichen wollen. Als Modeschöpfer, Designer und Bücherforscher geht Vitis von Granna dabei seinen eigenen unkonventionellen Weg.
Die heimliche Figur des Jan Vitis von Granna
Vitis von Granna lebte nach seiner Geburt in Wien ursprüngliche viele Jahre in Russland und in der Dominikanischen Republik, absolvierte daraufhin in der Bundesrepublik Deutschland eine Modedesignausbildung. Nach dem Ende seiner Ausbildung übersiedelte er wieder nach Österreich, wo seine Stationen Wien und Linz waren. Gerade wegen dieses interessanten Lebensweges hält sich Vitis von Granna von der Öffentlichkeit gerne fern. Nur wenigen Journalisten war es bisher möglich, überhaupt ein Interview und damit eine Wortspende von Vitis von Granna zu erhalten.
Die Gemeinschaft der Buchtrinker
Im Sommer 2011 wurde in Wien die Gemeinschaft der Buchtrinker gegründet. In dieser Gemeinschaft von Buchtrinkern sind Menschen vereinigt, die zum Buch als Medium eine ganz besondere Beziehung haben. Dabei ist die Herkunft der Gemeinschaftsmitglieder sehr unterschiedlich. Sie reicht vom Philosophiestudenten über den Szenewirt bis hin zur Büroangestellten. Dazu gesellen sich Pensionisten und Handwerker. Das gemeinsame Ziel ist die Erhaltung des Bücherlesens und die Pflege des Besitzes und der Weitergabe alter Bücher. Damit will man sich auch bewusst von der aktuell sehr internetlastigen Medienkultur abheben. Vielmehr will man die Buchkultur durch gemeinsame Lesungen, das Aufstellen von Offenen Bücherschränken und die Pflege der Vereinsgeselligkeit rund um das Medium Buch pflegen. Die Bezeichnung der Buchtrinker leitete sich von Johann Georg Tinius ab, der im 18.Jahrhundert lebte.
Die Projekte der Offenen Bücherschränke
In der Tradition von Johann Georg Tinius will man möglichst vielen Menschen die Möglichkeit bieten, Bücher zu besitzen, zu beriechen, zu lesen und auch auswendig zu lernen. Aktuell sind von der Gemeinschaft der Buchtrinker Standorte für Offenen Bücherschränke im 2., 13., 21. und 22. Bezirk geplant. So sollen im Wiener Prater, im Wiener Augarten, im Lainzer Tiergarten, auf der Donauinsel, am Bisamberg und im Donaupark jeweils eigene Offene Bücherschränke errichtet werden. Unterstützt werden soll dieses Projekt mit eigenen Lesezeichen, die das Logo der Gemeinschaft der Buchtrinker sowie auch kommerzielle Werbeinhalte transportieren soll.
Fahrenheit 451 das Codewort für ihre Projekte
Als Codewort hat die Tiniustraditionsbewegung der Buchtrinker unter dem Vorsitz von Jan Vitis von Granna „Fahrenheit 451“ gewählt. Fahrenheit 451 ist die Selbstentzündungstemperatur von Papier und entspricht 233 Grad Celsius. Unter diesem Codewort versammelt sich die Gruppe der Buchtrinker jede Woche an einem anderen öffentlichen Ort in Wien, wobei die Zusammenkunft jeweils von Jan Vitis von Granna in einer verschlüsselten Anzeige in einer Tageszeitung des Versammlungstages verlautbart ist. Die Buchstaben dieser verschlüsselten Anzeige stehen in Beziehung zu den Zahlenkombinationen 451 und 233 und ergeben dann die Koordinaten und die Uhrzeit des jeweiligen Treffens.
