Jane Lynch: Die Sue Silvester-Darstellerin aus der Serie Glee

Schreiber-Icon - Illustration: Friederike Rave
Schreiber-Icon - Illustration: Friederike Rave
Die Karriere der Fernseh- und Filmschauspielerin Jane Lynch im Überblick. Neue Folgen von "Glee" gibt es jeden Montag auf Super RTL.

In den 1980er Jahren war es hauptsächlich der J.R. Ewing-Charakter, der die Zuschauer der Seifenoper "Dallas" zum Einschalten bewegte. An der Musical-Serie "Glee", einem Zuschauer- und Kritikerliebling unserer Tage, fasziniert ebenfalls ein Antihelden-Charakter: Sue Silvester. Die Trainerin der Cheerios an der William McKinley High School arbeitet in jeder "Glee"-Folge daran, den Glee-Club zu Fall zu bringen. Ihr Charakter ist von teuflischer Natur und sie trägt diese offen zu Tage. Doch Sue hat noch eine andere, verborgene Seite. Sie hat eine Schwester, die am Down-Syndrom erkrankt ist. Ihr gegenüber verhält sie sich stets liebevoll und fürsorglich.

Die private und die berufliche Seite der Jane Lynch

Wie bei Sue Silvester registriert die Öffentlichkeit auch zwei ganz unterschiedliche Seiten bei deren Darstellerin Jane Lynch. Privat gibt es von der offen lesbisch lebenden Schauspielerin keine Skandale zu berichten. Diese ist seit 2010 mit der Psychologin Laura Embry verheiratet und ist die Stiefmutter von deren Tochter Haden Ryan Embry. Ihre dunkle Seite lebt sie stattdessen in ihrem Berufsleben aus. Hier ist ihr Markenzeichen die Darstellung von direkten, non-chalanten Persönlichkeiten mit einem Hang zum trockenen Humor. Ihre Körpergröße von 1,83 Meter verleiht ihr schon von Natur aus eine imposante Erscheinung. Sie wird überwiegend für Charaktere besetzt, deren berufliche Position ein gewisses Maß an Autorität mit sich bringt. So kennt der Zuschauer sie als Anwältin ("L-World"), Abteilungsleiterin ("Jungfrau (40), männlich sucht") oder Psychologin ("Two and a half men").

Die Theater-Schauspielerin Jane Lynch

Für die am 14. Juli 1960 in Dolton, Illinois geborene Jane Marie Lynch stand schon früh fest, dass sie Schauspielerin werden wollte. Sie machte ihren Abschluss im Fach Theater an der Illinois State University. Danach absolvierte sie eine professionelle Schauspieler-Ausbildung an der Cornell University. Mit nur sechs anderen Leuten in ihrer Klasse durchlief sie hier ein regelrechtes Boot Camp für angehende Schauspieler. Mangels Alternativen spielte sie alles von der Unschuld bis zur alten Frau. Hier lernte sie zu fechten, zu singen und zu tanzen. Sie trat in den Aufführungen von "The Real Live Brady Bunch" auf, in der mehrere Episoden des Sitcom-Klassikers auf der Bühne nachgespielt wurden. Hiermit tourte sie fast ein Jahr lang in New York und später in Los Angeles. Danach ging es zurück nach Chicago. Hier lebte sie insgesamt 15 Jahre, wo sie u.a. als Mitglied der "Steppenwolf Theatre Company" arbeitete. Desweiteren tourte sie mit der Comedy Truppe "The Second City" durchs Land.

Jane Lynchs herausragende Filmrollen

Filmblut leckte die Schauspielerin durch eine Minirolle in dem Actionfilm "Auf der Flucht (1993)". Sie spielte die Rolle der Dr. Kathy Wahllund, die in nur in einer Szene mit Harrison Ford zu sehen ist. Gewissermaßen eine Blaupause für ihre späteren Rollen lieferte Jane Lynch mit der Darstellung der maskulinen-lesbischen Hundetrainerin Christy Cummings in der Mockumentary Best in Show (2000). Einem breiten Publikum wurde sie schließlich in der Judd-Aptow Komödie "Jungfrau (40), männlich, sucht" (2005) bekannt. Hier verkörperte sie Paula, die zynische Chefin des Steve Carell-Charakters. Danach sah der Zuschauer sie in weiteren Komödien- Produktionen wie "Ricky Bobby: König der Rennfahrer" (2006) und "Vorbilder?!" (2009). 2009 schlug sie Entertainment Weekly aufgrund ihrer beeindruckenden Darstellung in dem Film "Julia und Julia" (2009) als Kandidatin für den Oscar vor.

Jane Lynch: Die wohl fleißigste Gast-Schauspielerin des US-TVs

Doch Jane Lynch machte sich in erste Linie als Gast-Darstellerin in Fernsehserien einen Namen. Seit der ersten Hälfte der 1990er-Jahre hatte sie in nahezu allen populären Fernsehserien mindestens einen Gastauftritt absolviert. So war sie in Sitcoms wie "Frasier" (1996), "King of Queens" (2001) oder "Two and a half men" (2004-2010) zu sehen. In zuletzt genannter Sitcom hatte spielte sie insgesamt 10 Mal Alans geldgierige Psychologin Dr. Linda Freeman . Doch auch das Drama-Genre kam ohne ihre Mitwirkung nicht aus. Es gab auch hier Episodenrollen in Serien wie "J.A.G.-Im Auftrag der Ehre" (2000), "CSI" (2005) und "Desperate Housewives" (2006). Wiederkehrende Gastrollen hatte sie beispielsweise in "Boston Legal" (2006-2008) und "Criminal Minds" (2006-2008). Besonders am Herzen lag ihr das Engagement bei der Lesben-Serie "The L-World" (2005-2009), in der sie die Anwältin Joyce Wischnia verkörperte.

Jane Lynch: Erfolg mit "Glee"

Seit 2009 spielt sie nun mit dem Charakter der Sue Silvester eine der zentralen Rollen in "Glee". Wieder eine Nebenrolle, aber mit deutlich mehr Präsenz als bei ihren vorherigen Auftritten. Dass so mancher Zuschauer aufgrund ihrer Omni-Präsenz im Fernsehen früher lediglich ihr Gesicht, aber nicht ihren Namen kannte, ist wohl seit dem Erfolg mit "Glee" endgültig vorbei. 2010 brachte ihr die Sue Silvester-Rolle den Emmy als beste Nebendarstellerin in einer Serie. 2011 folgte dann noch der Golden Globe als beste Nebendarstellerin in einer Komödien-Serie.

Quellen: imdb.com und afterellen.com

Harald von Treuenfels, Fotograf: Horst Werner

Harald von Treuenfels - Mitte der 1990er Jahre entdeckte ich meine Leidenschaft zum Film, die mit einem wöchentlichen Besuch im Kino kultiviert wurde. Damals ...

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