
- Wappen Ascona - Ascona
Ascona im Tessin, am Nordufer des Lago Maggiore, westlich des Deltas des Maggia-Flusses gelegen, ist ein Stück Sonnenstube der Schweiz – nachgerade ein gutes Stück Italien in der Svizzera. Das Städtchen, Kurort seit eh und je, zählt gerade mal rund 5.500 Einwohner. Hier haben sich schon immer die Schönen und Reichen getummelt, aber auch die Künstler; im Ort selbst, oder oberhalb, auf dem Monte Verità, dem „Berg der Wahrheit“. Jedes Jahr Ende Juni, in 2011 zum 27. Male, öffnet sich Ascona in besonderer Weise der Musik, dem Jazz. Mit einem Festival, diesmal bis zum 3. Juli 2011. Dieses Jazz-Festival stand und steht unter dem Motto „Body & Soul“ und bietet von Burlesque bis Gospel ein ganzes Musikspektrum – es reicht von Sinnlichkeit bis Spiritualität. Und für die deutschen Jazzfreaks gab es diesmal ein ganz besonderes Highlight: Der 83 Jahre alte Paul Kuhn erhielt am 25. Juni 2011 den „Ascona Jazz Award 2011“ für sein Lebenswerk.
Paulchen Kuhn spielte mit seinem Trio auf
Der Pianist, Sänger und Bandleader, der Entertainer, Schauspieler und Talent-Scout „Paulchen“ Kuhn wurde von der Festspielleitung „für eine einmalige Karriere“ geehrt, die bereits in den 1950er Jahren begonnen hatte. Für seine Orchesterarbeit habe er sich inspirieren lassen von Count Basie, als Pianist von Georg Shearing und Art Tatum; und im Jazz verbinde man seinen Namen vor allem mit der legendären Bigband des Senders Freies Berlin (SFB), die er von 1968 bis 1980 geleitet hat. Paul Kuhn, der 83-Jährige, nahm die Auszeichnung mit Vergnügen entgegen – und hatte für Ascona und die erlesene Gästeschar ein besonderes Dankeschön parat: das nach wie vor höchst lebendige „Paul Kuhn Trio“ – er am Klavier; dazu die Sängerin Gaby Goldberg und der Saxofonist Gustl Mayer – spielte munter auf.
Erinnerung an Mahalia Jackson
JazzAscona ist im Laufe der Jahre eines der beliebtesten Sommerfestivals im Tessin geworden. In 2011 gibt es wieder neue Rekorde. 56 Musikgruppen, über 350 Musiker bestreiten rund 230 Konzerte. Der künstlerische Leiter Nicolas Gilliet hat erfolgreich den Versuch unternommen, die Traditionen des Jazz zu erneuern; das Angebot zu variieren. Also wird in 2011 nicht nur Jazz aus New Orleans oder Swing gespielt, sondern auch Blues, R&B, Gospel und Soul. Apropos Gospel: Besonderen Anlass bietet in Ascona der 100. Geburtstag von Mahalia Jackson. Dieser Geburtstag wurde und wird zuvorderst von zwei Sängerinnen gefeiert, die man sehr selten bei Festivals trifft, sieht und hört. Aus Harlem ist Mother Alice McClarity gekommen und aus New Orleans Betty Lastie Williams. -- Ascona am Lago Maggiore im Sommer 2011 mit Jazz am See – in einer Mischung aus Sinnlichkeit und Spiritualität.
