
- Jedermann: Birgit Minichmayr, Nicholas Ofczarek - Hermann und Clärchen Baus
Dieses Jahr feierten die Salzburger Festspiele ihr 90 jähriges Jubiläum und man konnte bei der heurigen Inszenierung des Traditionsstücks „Jedermann“ einige Änderungen erleben.
Alles neu macht Christian Stückl
Dieses Jahr, zum Jubiläum inszenierte Christian Stückl den „Jedermann“ und änderte so einiges an dem Stück. Den „Jedermann“ spielt ab heuer Nicholas Ofczarek, der mit seinen 39 Jahren der jüngste „Jedermann“ aller Zeiten ist. Die Rolle der „Buhlschaft“, die zwar nicht sehr viele Textpassagen hat, aber immer heiß diskutiert wird, übernimmt heuer, auch zum ersten Mal, Birgit Minichmayr.
Nicht nur die zwei bekanntesten Rollen des „Jedermann“ wurden ab diesem Jahr neu besetzt, auch das übrige Ensemble ist weitgehend neu bestückt. So kann man einen wirklich perfekt kostümierten Ben Becker in der Rolle des „Todes“ bewundern und auch der „Teufel“, dargestellt von Peter Jordan hat ein fabelhaftes Kostüm an und spielt den „Teufel“ wirklich authentisch und auch ein kleinwenig komisch.
Alles in allem hat Christian Stückl das Schauspiel entstaubt und ein wenig flotter inszeniert und auch Nicholas Ofczarek ist ein sehr guter „Jedermann“.
Die Kulisse – der Salzburger Domplatz
Der Salzburger Dom gilt als die größte frühbarocke Kirche im nördlichen Alpenraum. Seit 1920 wird der Platz vor dem Dom als Kulisse für das Stück „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal verwendet. Die Zuschauertribüne, die davor aufgebaut ist umfasst 2.544 Sitzplätze. Als Ausweichplatz dient das Große Festspielhaus, falls es Schlechtwetter geben sollte.
Nicholas Ofczarek als „Jedermann“
Der jüngste „Jedermann“ seiner Zeit wurde 1971 in Wien geboren und bekam seine Ausbildung zum Schauspieler am Wiener Konservatorium. Claus Peymann wurde auf ihn aufmerksam und so spielte er nun am Wiener Burgtheater. Seine erste Hauptrolle dort spielte er 1995/1996 in „Der Messias“ von Patrick Barlow. Ofczarek gehört bis heute dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an. Jedoch spielt Nicholas Ofczarek nicht nur auf der Bühne sondern auch in diversen Fernseh- und Kinofilmen mit wie zum Beispiel in „Falco – Verdammt, wir leben noch!“ als Falco-Entdecker Markus Spiegel oder in „Soko Kitzbühel“ oder „Kommissar Rex“.
Birgit Minichmayr als die „Buhlschaft“
Birgit Minichmayr löste Sophie von Kessel dieses Jahr als „Buhlschaft“ bei den Salzburger Festspielen ab. Sie wurde 1977 in Linz geboren und erhielt ihre Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Für ihre Rolle als „Medea“ in Franz Grillparzers Werk „Das goldene Vlies“ wurde sie 2004 mit dem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet. Diesen erhielt sie im Jahr 2009 gleich noch einmal, und zwar für die Rolle des Weibs in Karl Schönherrs „Der Weibsteufel“ sowie den Publikumspreis. Genau wie Nicholas Ofczarek gehört auch Birgit Minichmayr zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Sie spielt ebenfalls auch in Film- und Fernsehproduktion mit und wurde auch dafür schon geehrt zum Beispiel mit dem Silbernen Bären auf der Berlinale für ihre Darstellung im Film „Alle Anderen“. Weiters hat sie in dem oscarnominierten Film "Das weiße Band" von Michael Haneke mitgespielt.
Bildernachweis:
Jedermann: (Buhlschaft) Birgit Minichmayr, Jedermann (Nicholas Ofczarek)
© Hermann und Clärchen Baus
