
- Lossau und Schumacher: Der Elbenschlächter - Egmont-Lyx
In Krimis hat inzwischen wohl fast jeder schon einmal ermitteln dürfen – längst sind es nicht mehr nur Polizisten, alte Damen und Journalisten, die die Rolle des Detektivs übernehmen. In „Der Elbenschlächter“ von Jens Lossau und Jens Schumacher lösen ein Troll und ein durch ein misslungenes Magieexperiment entstellter Mensch eine Mordserie. Diese ereignet sich in einer Fantasy-Welt.
Lossau und Schumacher lassen einen Elbenschlächter auf ihre Fantasy-Welt los
In der Stadt Nophelet ist ein Serienkiller unterwegs. Seine fünf Opfer waren alle Elben. Sie arbeiteten als Stricherjungen im übelsten Bezirk der Stadt, und der Mörder nahm ihnen nicht nur das Leben, sondern auch ihr gesamtes Blut. Da er bei seinen Taten Magie benutzt hat, werden die beiden besten Ermittler des Instituts für angewandte investigative Thaumaturgie (IAIT) auf den Fall angesetzt. Der Troll Jorge und Meister Hippolit (selbst ein Magier) sollen den Elbenschlächter festnehmen. Sollten sie scheitern, drohen dem Königreich blutige Rassenunruhen, denn der erste Verdacht ist auf die Vampyre gefallen.
Jens Lossau und Jens Schumacher schreiben gemeinsam Krimis
Das Autorenduo hat mit „Der Elbenschlächter“ zum ersten Mal einen Fantasy-Roman geschrieben. Jens Lossau und Jens Schumacher (beide 1974 geboren) haben bereits mehrfach Krimis und Kurzgeschichten gemeinsam verfasst, darunter den Detektiv-Roman „Der Schädeltypograph“.
In „Der Elbenschlächter“ dürfen sie ihrer Vorliebe für Sex and Crime ohne Scheu frönen. Denn auch wenn das Königreich Sdoom ein wenig an das spätviktorianische England erinnert, nimmt es auch die Bevölkerung mit der Moral nicht allzu genau. In dieser Hinsicht verbirgt sich wohl Sodom hinter Sdoom.
Wie bereits andere Autoren vor ihnen, haben Lossau und Schumacher eine Fantasy-Welt entworfen, die weniger dem Mittelalter entspricht, sondern vielmehr einer technisch weiterentwickelten Zivilisation nachempfunden ist. So gibt es dampfbetriebene Fahrzeuge, wie sie auch Daniel Abraham eingeführt hat, und Schusswaffen, die ein William King in den "Legenden der Terrarch" verwendet. In „Der Elbenschlächter“ ist die Fantasy mehr Kulisse, die dem Autorenduo dazu dient, sich über die Grenzen der realen Welt hinwegzusetzen.
„Der Elbenschlächter“ ist der Auftakt zu einer ganzen Fantasy-Krimi-Reihe
Der Krimi „Der Elbenschlächter“ um Jorge und Hippolit ist insgesamt gelungen. Das größte Manko liegt in der Lösung der Mordfälle. Erfahrene Krimileser werden den Mörder leicht erraten, wodurch natürlich die Spannung verloren geht. Auch die konsequent verwendeten Sprichwörter des Trolls Jorge gehen am Ende so auf die Nerven, dass man den Troll am liebsten seine von ihm angewandte Medizin zu schlucken geben möchte. Dafür entschädigen der manchmal platte und manchmal originelle Humor, der sich durch das gesamte Buch zieht sowie einige originelle Einfälle der Autoren.
Wer von dem ungleichen Ermittlerduo Jorge und Meister Hippolit noch nicht genug hat, wird sich freuen, dass „Der Elbenschlächter“ der Auftakt zu einer ganzen Fantasy-Krimi-Reihe ist. Lossau und Schumacher haben bereits Band 2 und Band 2 geschrieben. Sie tragen die Titel „Der Orksammler“ und „Der Schädelschmied".
Jens Lossau, Jens Schumacher: Der Elbenschlächter. Band 1. Egmont-Lyx 2010. Taschenbuch, 320 Seiten. Euro 9,95 (Österreich 10,30).
