Job bei der Post – Gehalt, Arbeitsbedingungen, Alternativen

Sortierer oder Briefträger - Benjamin Klack / pixelio.de
Sortierer oder Briefträger - Benjamin Klack / pixelio.de
Im Bereich der Postdienstleistung gibt es vor allem im Bereich der Briefsortierung und Briefzustellung Möglichkeiten für Quereinsteiger.

Nicht nur die Deutsche Post AG steht Quereinsteigern offen gegenüber. Subunternehmen und Wettbewerber im Briefmarkt bieten Arbeitsplätze, die jedoch in ihrer Entlohnung und bei den Arbeitsbedingungen sehr unterschiedliche, regional abhängige und marktorientierte Konditionen bieten.

Über das Unternehmen Deutsche Post AG

Die Deutsche Post AG gehört zu dem sieben größten Arbeitgebern weltweit und ist der größte Arbeitgeber Deutschlands. In der Sparte Logistik- und Postunternehmen ist es weltweit führend, auch wenn der Konkurrenzkampf mit der UPS in den USA verloren wurde und sich die Unternehmensleitung dazu gezwungen sah, den Versand von Paketen innerhalb der USA einzustellen. Von 1990 bis 2008 wurde es von Klaus Zumwinkel geleitet, der wegen Ermittlungen in Sachen Steuerhinterziehung zum Rücktritt gezwungen und durch Frank Appel ersetzt wurde.

In Deutschland gestand das Postgesetz der Post bis Ende 2007 einige Exklusivlizenzen zu und bis Juni 2010 war die Post AG wegen "flächendeckender Universaldienste" von der Umsatzsteuer im Geschäftskundenbereich befreit – das sogenannte Briefmonopol. Die Abmahnungen von Seiten der EU haben jedoch dazu geführt, dass ab dem 1. Juli 2010 alle Unternehmen gleich besteuert werden. In Europa erfolgte zum 1. Januar 2011 die vollständige Liberalisierung des Postmarktes.

Im Jahr 2007 hat die Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberverband Postdienste einen Mindestlohn-Tarifvertrag für Briefzustellen in Höhe von 8,00 bis 9,80 Euro geschlossen. Die Bundesregierung hat auf der Grundlage des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes diesen Postmindestlohn zum Januar 2008 für die gesamte Branche eingeführt. Die Konkurrenz kritisierte den hohen Abschluss und reichte erfolgreich Klage ein, sodass der Mindestlohn am 28. Januar 2010 vom Bundesverwaltungsgericht wegen Verfahrensfehler wieder gekippt wurde.

Quereinsteigen bei der Deutschen Post AG

Die Deutsche Post stellt Quereinsteiger vor allem in den Sparten Briefzustellung und Sortierung ein. Arbeitsplätze für Fahrer, Mitarbeiter im Verkauf und kaufmännische Mitarbeiter werden verstärkt an Externe, sogenannte Subunternehmer, ausgelagert, sodass die Chancen in diesen Sparten eher gering sind. Die Anforderungen an die Bewerber in der Briefzustellung und -sortierung sind überschaubar – auch bei der Konkurrenz. Eine abgeschlossene Ausbildung in einem bestimmten Bereich ist nicht zwingend notwendig, auch Zeiten der Arbeitslosigkeit spielen nicht unbedingt eine Rolle. Abverlangt werden vor allem körperliche Fitness, keine Einträge im Führungszeugnis und ausreichende Deutschkenntnisse, um Arbeitsanweisungen verstehen zu können. Bewerber können sich auch initiativ bei der Post bewerben und erhalten bei Bedarf die Einladung zu einer Vorstellungsrunde. Die Mitarbeiter müssen natürlich bei allen Witterungsbedingungen und samstags bereit sein, die Arbeit zu erledigen. Auch der körperliche Einsatz sollte nicht unterschätzt werden, da die Post AG die Einnahmeverluste in der Sparte Brief durch andere Aufträge auszugleichen sucht und neben der leichten Post auch die Zustellung von Werbeprospekten und Katalogen ausführt.

Arbeitsbedingungen und Gehälter bei der Deutschen Post

Die Deutsche Post zahlt bundesweit einheitliche Löhne, Urlaubsgeld und eine Jahressonderzahlung in Höhe eines Monatsgehalts – alle genannten Punkte sind für die Branche und Konkurrenz eher unüblich. Die Wochenarbeitszeit für Vollzeitkräfte beträgt 38,5 Stunden. Problematisch ist jedoch, dass bei Neueinstellungen für Sortierer und Briefträger in der Regel nur noch Teilzeitverträge im Umfang von 15 oder 19,25 Stunden vergeben werden. Damit ist die Sicherung einer Existenz nur begrenzt möglich. Des Weiteren sind die Verträge befristet (Beispiel: zunächst drei Monate mit Verlängerung für sechs Monate und ähnlich, bis die zwei Jahre der sachgrundlosen Befristungsdauer erreicht sind).

Informationen über die DPAG-Tarife werden nur eingeschränkt an die Öffentlichkeit gegeben. Seit November 2006 bis April 2008 galt folgender Haustarifvertrag (Mantel- und Entgelttarifvertrag) mit ver.di, DPVKOM und CGPT:

  • für Sortierer und Fahrer im Nahverkehr (Entgeltgruppe 2) mindestens 9,63, maximal 11,69 Euro die Stunde;
  • für Fahrer im Fernverkehr und Briefzusteller (Entgeltgruppe 3) mindestens 10,14 und maximal 12,72 Euro;
  • für Mitarbeiter im Verkauf (Entgeltgruppe 2-3) mindestens 9,63 und maximal 12,72
  • und für kaufmännische Mitarbeiter (Entgeltgruppe 3–9) mindestens 10,14 und maximal 24,08 Euro.

Die Gehälter wurden ab 1. November 2008 um 4,0 Prozent und ab 1. Dezember 2009 um weitere 3,0 Prozent erhöht. 2009 wurde überdies vereinbart, dass es vor dem Januar 2012 keine weiteren Lohnerhöhungen geben wird. Die Eingruppierung richtet sich nach der Tätigkeit und Betriebszugehörigkeit. Quereinsteiger bekommen in der Regel das Mindestgehalt. Das Gehalt der DPAG ist damit branchenunüblich hoch, dennoch noch einmal der Hinweis, dass die Verdienstmöglichkeiten durch Teilzeitverträge begrenzt sind.

Alternativen bei Subunternehmen

Seit Jahren versucht die Deutsche Post sich auf dem Markt neu zu positionieren und verkleinert sein Filial- und Briefkastennetz. Vor allem der Transport ist inzwischen überwiegend an Kurierdienste und Speditionen ausgelagert. Der Betrieb von Postfilialen und -agenturen geht an Zeitschriftenläden, Kioske, Supermärkte und Tankstellen. Hier werden die Mitarbeiter regional sehr unterschiedlich entlohnt – dafür ist die Möglichkeit für einen Vollzeitvertrag gegeben.

Alternative: Tochterfirma First Mail

Für die Tochterfirma der Post, First Mail, mit inzwischen 1.000 Mitarbeitern, gelten nicht die Tarifverträge der Deutschen Post. Laut der Berichterstattung von Welt Online liegen die Gehälter rund 12 Prozent unter denen des Konzerns. Für Auszubildende wurde allerdings inzwischen ein Tarifvertrag ausgehandelt.

Alternativen bei den Wettbewerbern – PIN AG, TNT Post Deutschland und co.

Die PIN AG ist der bekannteste Konkurrent der Post. Im Jahr 2007 war die PIN Group AG eine Holding verschiedener regionaler deutscher Postunternehmen und befand sich unter mehrheitlicher Kontrolle des Axel-Springer-Verlags. Seit 2008 zahlte es seinen Mitarbeitern auch den verabredeten Briefzusteller-Mindestlohn. Allerdings stieg Axel Springer AG aus der PIN Group aus, was zu Insolvenzanträgen zahlreicher Tochtergesellschaften führte. Inzwischen hat es sich auf dem Markt wieder etabliert und stellt insofern eine gute Alternative zur Post AG dar, als es auch Vollzeit-Verträge vergibt und von den Stundenlöhnen im Bereich des Mittelwerts (8,44 Euro) der Briefmarktanbieter rangiert.

TNT Post Deutschland ist ein Tochterunternehmen des niederländischen Logistikunternehmens TNT. Dieses hat außerdem die mail alliance gegründet, um im Verbund mit verschiedenen regionalen Anbietern und einem gemeinsamen IT-System ein Gegengewicht zur "gelben" Post zu schaffen. Ein Beispiel für einen regionalen Briefsdienstleister ist die CITIPOST, Niedersachsens größter Briefdienst.

Weitere Informationen: Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste: Arbeitsbedingungen im Briefmarkt 2007.

Sofie Weber-Remich - Bei suite101 schreibe ich für die Rubrik Beruf und Karriere, da ich hauptberuflich seit vielen Jahren als Arbeitsberaterin und ...

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