Jörg Kachelmann war seit dem 20. März 2010 in der Justizvollzugsanstalt Mannheim. Grund: eine seiner früheren Freundinnen beschuldigte ihn der Vergewaltigung. Der Schweizer war wochenlang bei verschiedenen Freundinnen in Deutschland untergebracht und machte ein Geheimnis aus seinem Leben. Nach seiner Moderation bei den Olympischen Winterspielen wurde er in die Untersuchungshaft genommen – wegen des Vorwurfs einer Vergewaltigung. Vier Monate musste Jörg Kachelmann nun in der JVA auf wenigen Quadratmetern absitzen, da wohl aufgrund seiner Schweizer Heimat Fluchtgefahr bestand.
Jörg Kachelmann aus der Untersuchungshaft entlassen
Am Morgen des 29. Juli 2010 ist der Beschluss des Oberlandesgerichts Karlsruhe gefallen, dass Kachelmann aus dem Untersuchungshaft noch am selben Tag entlassen werden soll. Da kein dringender Tatverdacht besteht, ist der Geschäftsmann und Wettermoderator bis zum Prozess am 6. September 2010 frei. Rechtlich gesehen darf er bis zu diesem Zeitpunkt sogar in die Schweiz reisen. Im frühen Herbst muss er sich dann vor dem Mannheimer Landgericht verantworten. Da Aussage gegen Aussage steht und der schwere Vorwurf der Anklägerin nicht durch Zeugenaussagen und Beweise bestätigt werden konnte, ist der Anwalt von Jörg Kachelmann, Reinhard Birkenstock, zuversichtlich, dass es nicht zu einer gefürchteten Höchstverurteilung von 15 Jahren Haft kommen wird. Im Gegenteil, der Freispruch und die Worte „Nicht Schuldig“ seien durch die Freilassung aus der JVA nun eine realistische Hoffnung.
Jörg Kachelmann – seine Freilassung aus der JVA ohne Aussage seinerseits
Gegen 13.30 Uhr kam Jörg Kachelmann am 29. Juli 2010 aus der Untersuchungshaft. Am 24. März appellierte er mit einem kurzen Statement „Ich bin unschuldig“ an die Öffentlichkeit. Doch nun, bei der Freilassung aus der JVA, ließ er seinen Anwalt die Worte finden. Reinhard Birkenstock sprach im Namen Kachelmanns Dankessagungen für die stetige Unterstützung aus. Jörg Kachelmann selbst wirkte bei der Freilassung entspannt, erleichtert und beglückte vor den Toren der JVA in Mannheim erwartungsvolle Journalisten mit einem leichten Grinsen im Gesicht. Von der Belastung der vergangenen vier Monate und des Vergewaltigungsvorwurfes war nichts zu spüren.
Jörg Kachelmanns Karriere – droht sie zu zerbrechen?
Er galt als kecker Wetterexperte der ARD. Seine Wortgewandtheit, die mit frechen und forschen Sprüchen ummantelt war, war typisch für Jörg Kachelmann und sorgte nicht selten für Gesprächsstoff. Seine Fähigkeit die Meteorologie journalistisch zu verpacken prägte die ARD in der Wettervorhersage. Die Prognosen kamen von Jörg Kachelmanns 1990 gegründeten Firma Meteomedia. Der Wetterdienst Meteomedia hat sich in Europa zu einer zuverlässigen Quelle etabliert und ist deshalb bei vielen Kunden eine beliebte Wetterprognosequelle.
Der Wetterfrosch und Geschäftsmann hat seine Karriere mit steilen Höhepunkten erlebt. Dass seine Firma Meteomedia Vorhersagen für die ARD belieferte, hatte Jörg Kachelmann dem Orkan „Anna“ Anfang des Jahres 2002 zu verdanken. Der Deutsche Wetterdienst konnte damals nicht rechtzeitige Warnungen aussprechen, sodass fortan Das Erste auf die Prognosen von Kachelmanns Team setzte.
Seine Karriere ging bergauf, doch nach dem schweren Vorwurf der Vergewaltigung droht nun seine Karriere zu zerbrechen. So ein Vorwurf kann nur sehr schwer vergessen werden. Das Beispiel des Talk-Show-Moderators Andreas Türck, der ebenfalls der Vergewaltigung beschuldigt wurde, zeigt wie eine Fernsehkarriere durch solch einen Vorfall sich förmlich im Nichts auflösen kann. Auch er wurde in einem Prozess von 2005 für nicht schuldig erklärt und trotzdem wurde Andreas Türck auf immer gekennzeichnet. Dem Wettermeteorologen Jörg Kachelmann droht nun das gleiche Schicksal.
