Johann Gottfried Büring: Planer des Neuen Palais

Nauener Tor in Potsdam - Harald Rossa
Nauener Tor in Potsdam - Harald Rossa
1754 trat Büring das zweite Mal in preußische Dienste und begann mit der Planung des Neuen Palais. 1764 musste er nach Baubeginn aus Preußen fliehen.

Johann Gottfried Büring gehört zu den Baumeistern Preußens, über deren Leben nur fragmentarische Daten überliefert sind. Er war ein Baumeister des Spätbarocks, stand zeitweise in preußischen Diensten und wirkte vor allem in Potsdam.

Jugend und Ausbildung

Johann Gottfried Büring kam 1723 zur Welt. Sein Geburtsort ist nicht genau bekannt. Berlin oder Hamburg wird gemutmaßt. Sein Vater war der in Berlin wirkende Hofzimmermeister Johann Andreas Adam Büring.

Er lernte in Berlin an der „Königlich-Preußischen Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften“ bei dem Maler und Kupferstecher Constantin Friedrich Blesendorf und bei dem Oberbaudirektor Johann Carl Stoltze.

Erste Erfahrungen als Baumeister in Potsdam und Berlin

Nach der Ausbildung kam er als Baukondukteur nach Potsdam. Er wirkte 1744 mit Friedrich Wilhelm Diterichs und Carl Ludwig Hildebrandt an der Terrassierung des Weinbergs am Schloss Sanssouci mit. Anschließend war er gemeinsam mit Johann Boumann mit der Leitung des Baus der Hedwigskirche in Berlin nach Plänen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und Jean Laurent Le Geay beschäftigt.

Sein Vater finanzierte ihm eine Studienreise. 1748 bereiste er Italien und Frankreich. Daran anschließend ließ er sich in Hamburg nieder. 1751 wurde er Ehrenmitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Künste.

Rückkehr nach Potsdam 1754

Der Direktor der Potsdamer Bauten Carl Ludwig Hildebrandt empfahl König Friedrich II. die Anstellung des Baumeisters Büring. Der folgte 1754 dem Ruf des preußischen Königs nach Potsdam, der seine zweite Residenzstadt schöner und eindrucksvoller herausputzen wollte. Für dieses Vorhaben zu Lasten der königlichen Schatulle war 1752 ein eigenes Hofbauamt gebildet worden. Das unterstand unmittelbar dem Monarchen. Die Leitung lag in den Händen von Hildebrandt und Büring.

Als sein erster Bau in Potsdam entstand 1754 das Direktionsgebäude der Gewehrmanufaktur. Das wurde als „Ochsenkopfhaus“ bezeichnet. Denn 22 paarweise angebrachte Widderschädel aus Sandstein, die Johann Peter Benkert schuf, schmückten das Gesims.

Neben Hildebrandt betreute Büring zahlreiche Bauten des Königs und fertigte nach dessen Vorgaben Entwürfe für einfache Wohnhäuser mit repräsentativen Palastfassaden nach historischen Vorbildern. Auch war er schon mit Entwürfen für das Neue Palais beschäftigt. Friedrich II. skizzierte ein verändertes Nauener Tor nach dem Vorbild des schottischen Inveraray Castle. Büring setzte 1755 diese Idee um.

1756 kaufte Büring das so genannte „Büringsche Vorwerk“ südwestlich des Parks Sanssouci und ließ bis 1758 dort ein Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude errichten. Auf diesem Gelände entstand ab 1826 das Schloss Charlottenhof für den späteren König Friedrich Wilhelm IV.

Mit Beginn des Siebenjährigen Krieges 1756 kamen die Baumaßnahmen in Potsdam und im Park Sanssouci ins Stocken. Die Arbeiten an der 1755 nach Bürings Entwürfen begonnenen Bildergalerie und dem Gartenpavillon Chinesisches Haus zogen sich bis nach Kriegsende hin und konnten erst 1764 abgeschlossen werden.

Mit Kriegsende 1763 startete der Bau des Neuen Palais. Heinrich Ludwig Manger und Johann Gottfried Büring waren federführend beim Entwurf des Gästeschlosses. Doch die Bauarbeiten selbst leitete Büring nicht. Denn nach den Erdarbeiten für das Neue Palais warf Friedrich II. ihm Unregelmäßigkeiten in der Rechnungsführung vor. Büring fiel in Ungnade und wurde 1764 gar verhaftet. Ihm gelang die Flucht in das Kurfürstentum Sachsen und die Bauleitung für das Neue Palais übernahm Carl von Gontard.

Das weitere Schicksal von Johann Gottfried Büring

Kurz vor seiner Flucht aus Potsdam starb am 26. Dezember 1763 seine Ehefrau Margarethe. Sie wurde auf dem Bornstedter Friedhof beigesetzt. Büring lebte nach seiner Flucht zunächst in Eisleben. Weitere Aufenthalte in anderen sächsischen Orten sind wahrscheinlich. Nach dem Tod Friedrichs II. erlaubte dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm II. dem Architekten die Rückkehr nach Preußen. Doch dazu kam es bis 1788 nicht und seither gab es keine Nachrichten mehr von oder über Johann Gottfried Büring, der maßgeblich an dem größten Bauprojekt des Alten Fritz, dem Neuen Palais, beteiligt war.