Johannisbeeren - Pflanzung, Pflege, Rückschnitt

Die roten Beeren stecken voller Vitamine - Ingrid Oertel
Die roten Beeren stecken voller Vitamine - Ingrid Oertel
Johannisbeeren wachsen genügsam und brauchen nur wenig Pflege. Wer ein paar grundlegende Dinge beachtet, bekommt von gesunden Sträuchern eine gute Ernte.

Jeder kennt sie, die Johannisbeere. Es gibt sie in Rot und in Weiß aber auch in Schwarz. In den leicht säuerlich schmeckenden Beeren stecken viele Powerstoffe. So enthalten alle Johannisbeer-Sorten die Vitamine A, C, E, B1, B2, B6, Eisen Magnesium und Calcium sowie reichlich Kalium, Fruchtsäuren und Pektin. Die schwarzen Johannisbeeren enthalten besonders viele der gesundheitsfördernden Vitalstoffe.

Aus den Beeren lassen sich herrlich schmeckende Marmeladen, Gelees und Säfte, Kuchen und Liköre aber auch Fruchtbonbons herstellen. Und natürlich schmecken die Beeren auch frisch im Müsli sehr lecker.

Johannisbeeren lieben einen luftigen sonnigen Standort

In der Gärtnerei stehen neben den bekannten Johannisbeersträuchern auch Halb- und Hochstämmchen zur Auswahl. Für kleine Gärten sind besonders die Hochstämmchen optimal geeignet.

Das Steinbrechgewächs liebt die volle Sonne im Garten. Aber auch zwischen Obstbäumen im lichten Schatten gedeihen sie. Die Beeren entfalten dann allerdings nicht ihre volle Süße. Die Sträucher können sehr alt werden.

Die optimale Zeit zur Neupflanzung ist der frühe Herbst und das zeitige Frühjahr, da die Pflanzen sehr früh austreiben.

Bei der Pflanzung sollte ein Abstand zwischen 1,50 Metern bis zu 2 Metern Abstand zueinander eingeplant werden. An der Grundstücksgrenze können sie sich meist ungestört ausbreiten und stören nicht bei der Gartenarbeit. Gleichzeitig ergibt eine Reihe mit Johannisbeersträuchern auch einen optimalen Windschutz für jeden Garten, besonders gut kommt dies an der Westseite des Grundstücks zur Geltung.

Wer den Sträuchern einen weiten Abstand gönnt, hat es später einfacher mit dem Rückschnitt der Zweige. Auch breiten sich an einem luftigen Standort weniger Krankheiten aus. Schwarze Johannisbeeren entwickeln sich kräftiger und benötigen bis zu 2,50 Metern Abstand.

Das Pflanzloch für die jungen Beerensträucher sollte zu zwei Dritteln mit gutem Kompost ausgefüttert werden. Anschließend werden die Pflanzen etwas tiefer gesetzt als sie vorher im Container standen. Natürlich ist es selbstverständlich und sehr wichtig, dass die Erde völlig unkrautfrei ist. Sind die Beerensträucher erst einmal eingewurzelt lässt sich ihre Umgebung nicht mehr durch Hacken unkrautfrei halten. Denn Johannissbeeren wurzeln sehr flach und würden durch diese Pflegemaßnahmen Schaden nehmen. Nach der Pflanzung werden die Zweige um zwei Drittel eingekürzt.

Kompost, Brennesseljauche und Wermut halten die Johannisbeersträucher gesund und garantieren eine gute Ernte

Im Herbst sowie im zeitigen Frühjahr werden die Johannisbeeren mit Kompost, etwas Brennesseljauche oder mit einem organischen Dünger versorgt. Wer keinen Kompost im Garten hat, kann selbstverständlich auch den im Handel erhältlichen Beerendünger verwenden.

Das ganze Jahr über wirkt sich eine Mulchdecke beispielsweise aus Grasschnitt besonders vorteilhaft aus. Eine Mulchdecke verhindert das Aufkommen von Unkraut, wenn sie etwa fünf Zentimeter dick ausgelegt wird. Dafür eigenet sich leicht angetrockneter Grasschnitt, der ruhig auch einige Beinwell- und Brennesselzweige enthalten darf. Wer Rindenmulch um die Sträucher verteilt, sollte zuvor Hornspäne streuen, um den Stickstoffbedarf seiner Beerensträucher zu decken. Rindenmulch benötigt zu seiner Zersetzung Stickstoff, der somit den Beerenbüschen fehlt. Wermut zwischen die Beerensträucher gepflanzt hält sie gesund. Er verhindert den Johannisbeer- und den Säulchenrost.

Der Rückschnitt der Johannisbeeren erfolgt im Spätwinter und im Sommer

Da Johannisbeeren sehr früh im Jahr austreiben, empfiehlt sich ein Rückschnitt bereits im Januar, wenn keine allzu hohen Frostgrade mehr herrschen. Unter Minus vier Grad sollte die Temperatur allerdings nicht betragen.

Von älteren Johannisbeersträuchern werden alle mehrjährigen Triebe unten an der Basis entfernt. Sie sind problemlos an ihrem dunklen Holz zu erkennen. Ältere, knorrige oder vermooste Triebe werden bis auf den Wurzelstock zurück geschnitten. Am Beerenstrauch sollten nicht mehr als acht bis zwölf Triebe stehen bleiben. Auch alle sich kreuzenden oder nach innen wachsenden Zweige müssen entfernt werden.

Jüngere Beerenobst-Büsche werden ebenfalls jährlich zurück geschnitten.

Rote und weiße Johannisbeeren tragen am zwei- bis dreijährigen Holz, während die schwarzen Johannisbeeren am diesjährigen Holz ihre Früchte bilden. In jedem Jahr werden deshalb alle schwache Triebe entfernt und nur zwei bis drei neue Triebe stehen gelassen. Schwarze Johannisbeeren benötigen etwas mehr Feuchtigkeit im Garten und sind gegen lichten Schatten unempfindlicher.

Nach der Ernte im Sommer können die Beerensträucher ebenfalls zurückgeschnitten werden. Dann lassen sich ältere Zweige, die ohnehin ausgelichtet werden sollen, gleich mit den Früchten entfernen.

Hochstämmchen sollten nach dem Schnitt sechs bis acht neue Triebe behalten.

Ingrid Oertel, Matthias Oertel

Ingrid Oertel - Texterin und Journalistin Ich schreibe am liebsten über Natur- und Gartenthemen Mit der Kamera halte ich gerne spannende ...

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