John Carpenter mit The Ward zurück im Kino

Filmplakat
Filmplakat "The Ward" - Concorde Filmverleih
Nach zehn Jahren Kinoabstinenz feiert John Carpenter im September 2011 mit "The Ward" sein Comeback.

John Carpenter, Regisseur von Klassikern wie "Halloween", "Die Klapperschlange", "The Fog - Nebel des Grauens" oder "Christine", kehrt nach zehn Jahren mit dem Thriller "The Ward" zurück ins Kino. Der Film läuft in deutschen Kinos am 29. September 2011 an.

Über "The Ward"

"The Ward" spielt in den 60er Jahren. Hauptfigur Kristen (Amber Heard, bekannt aus "Zombieland") findet sich in einer Irrenanstalt wieder, ohne zu wissen, wie sie dort gelandet ist. Die anderen Patientinnen - vier weitere junge Frauen - können ihr auch keine Antworten geben. Nur eines scheint klar zu sein: sie befinden sich in Gefahr. Eine nach der anderen verschwinden die Insassinen und Kristen unternimmt alles, um zu fliehen.

Gedreht wurde im Bundesstaat Washington, auf dem Campus einer noch funktionierenden Anstalt. Das Set war begrenzt, die Anzahl Figuren gering, so dass der Film kein großes Budget verschlingen musste. Genau die Art von Film, die John Carpenter mag.

John Carpenter - einer der letzten Independents

Carpenter hat seine Filme immer außerhalb des Studiosystems gemacht, um die nötige Kontrolle über ihre Fertigstellung zu haben. Er war oft unter Pseudonym für den Schnitt verantwortlich und hat bei den meisten seiner Filme auch die Musik komponiert. Diese Unabhängigkeit bedeutet natürlich ebenso, dass die finanziellen Mittel oft begrenzt sind und alle Beteiligten hochprofessionell arbeiten müssen. Der Zuschauer sieht Carpenters Filmen oft an, dass ihnen das nötige Kapital für Ausstattung und Effekte fehlte, auch das Budget für so genannte A-Schauspieler. In diesem Sinne kann Carpenter als B-Movie-Regisseur bezeichnet werden.

Dennoch hat Carpenter einen unverkennbaren Stil. Oft vereint er dasselbe Team immer wieder um sich. Auch dies ermöglicht es ihm, effizient zu arbeiten. Wenn es einen "King der B-Movies" gäbe, wäre Carpenter erster Anwärter auf den Thron.

John Carpenter - ein Genre-Regisseur

Carpenter ist ein Genre-Regisseur. Seine Horrorfilme setzen gezielt Suspense ein und überraschen immer wieder durch Schockeffekte mit genau dem richtigen Timing, von ihm selbst als "cheap scares" bezeichnet. Seit ihrem ersten Einsatz in Carpenters "Halloween", tauchen sie immer wieder in seinen Filmen auf.

Begonnen hat seine Karriere mit dem Science-Fiction-Klassiker "Dark Star", eine Satire auf das Science-Fiction-Genre, der gekonnt und intelligent mit Versatzstücken und Referenzen spielt. Sein zweiter Film ist eine direkte Hommage an Carpenters Lieblingsregisseur Howard Hawks: In "Assault on Precinct 13" geht es um eine Gruppe von Menschen, die in einem Bezirk in Los Angeles aus unerfindlichen Gründen belagert werden und als Gemeinschaft den Gegner bezwingen müssen.

Diese beiden Filme haben gemeinsam, dass sie mehr oder weniger an nahezu einen Ort gebunden sind. Carpenter kehrte auch später immer wieder zu dieser Konstellation zurück. Offensichtlich wird es in "Das Ding aus einer anderen Welt", der in einer Forschungsstation in der Antarktis spielt. Oder in "Fürst der Finsternis", in dem die Protagonisten in einer Kirche eingeschlossen sind.

Auch in seinem neuen Film scheint Carpenter wieder zu dieser Ausgangssituation zurückzukehren. "The Ward" spielt nahezu ausschließlich in der Anstalt.

Höhepunkt der Karriere in den 70ern und 80ern

Carpenter ist vor allem durch seine Horrorthriller "Halloween", "The Fog - Nebel des Grauens" und "Christine" bekannt geworden. Aber auch seine Ausflüge ins Science-Fiction-Genre sind zu Klassikern geworden. Hierzu zählen vor allem seine Zusammenarbeiten mit dem Schauspieler Kurt Russell. "Die Klapperschlange" ist ein Kultfilm geworden und "Das Ding aus einer anderen Welt" ist das düstere Remake eines B-Movies aus den 50ern, der mit einer für damalige Verhältnisse (1982) atemberaubenden Tricktechnik aufwartet. Wer diese Filme nicht im Kino gesehen hat, sah sie spätestens mit Aufkommen der Videos in den 80ern.

In den folgenden beiden Jahrzehnten hat Carpenter noch weitere Filme gemacht, vor allem Horrorfilme. Sie haben aber, vielleicht mit Ausnahme von "Vampires", nie den Bekanntheitsgrad und die Größe seiner früheren Filme erreicht. Die Neuauflage von "Die Klapperschlange", "Flucht aus L.A." konnte bei weitem nicht den Kultstatus erreichen, den "Die Klapperschlange" hat. Seit seinem letzten Film, "Ghosts on Mars" (2001), der vor allem bei Kritikern durchfiel, hat Carpenter nur noch für das Fernsehen Filme gemacht. "The Ward" kann also ein großes Comeback werden.

Quellen:

- Concorde Filmverleih Presseservice

- The Internet Movie Database

Michael Hanik - Studium der Philsophie, Germanistik und Medienkultur an der Universität Hamburg. Seit 2005 Hobbykritiker für Filme und ...

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