John Law - Spieler und Ökonom

John Law war ein talentierter, risikofreudiger Spieler und Finanzgenie. In der Finanz Hochburg Amsterdam wurde der Grundstein für spätere Ereignisse gelegt.

John Law (1671 – 1729), geboren in Schottland als Sohn eines erfolgreichen Goldschmiedes, ausgebildet in Mathematik und Theorien des Handels, war eine vielseitige Persönlichkeit. Nachdem er schon früh in seiner Jugend große Verluste durch Glücksspiel und riskante Geschäfte hinnehmen musste, wurde er, nachdem er 1694 in London einen Mann im Duell getötet hatte, des Mordes angeklagt. Er schaffte es nach Amsterdam zu fliehen, der damaligen Finanzhochburg. Dort eröffneten sich für ihn neue Perspektiven.

Amsterdam – Hochburg der Finanzwelt

Amsterdam war um 1690 die Hochburg der Finanzinnovationen. Mit der Gründung der 'Wisselbank' (Amsterdamer Wechselbank) 1609, man kann sie auch als erste Zentralbank der Welt bezeichnen, schaffte es Holland unter anderem seine Währung zu stabilisieren. Die 'Wisselbank' erlaubte es damaligen Geschäftsleuten Konten in einer standardisierten Bankwährung zu eröffnen, so dass im Rahmen einer aktuellen Transaktion kein wirkliches Geld, oder Münzen, die Hand wechseln musste. Ähnlich unserem heutigen System, führte sie damit als erste Bank die Bewegung von Geldbeträgen von einem Konto zum anderen ein. Sie revolutionierte das Finanzwesen indem sie kurz gesagt Überweisungen vornahm. Kunden bekamen für ihre Einzahlungen so eine Art Quittungen in 'Bankgulden' ausgestellt. So wurde der Handel unterstützt und das Problem der in den vereinigten Provinzen existierenden verschiedenen Währungen gelöst.

Ein zweiter Meilenstein der Vormachtstellung Amsterdams in der Finanzwelt war die VOC. Die Niederländische Ost-Indische Kompanie (VOC-Vereeingde Ost Indische Compagnie), gegründet 1602, war das, was heutzutage unserer Aktiengesellschaft am nächsten kommt. Sie gab Anteile aus, die die Anteilseigner allerdings nur zu Geld machen konnten, wenn sie sie an andere Interessenten verkauften – so wurde der erste Aktienmarkt ins Leben gerufen.

Finanzstruktur Amsterdams führen Law zu neuen Ideen

John, der im Haus eines erfolgreichen Geschäftsmannes aufwuchs, wusste um Finanzen, Banken und Kredite. Er entwickelte seine eigenen Theorien, allerdings ermöglichte ihm sein Aufenthalt in Amsterdam eine ganz neue Sichtweise. Neben den zahllosen Möglichkeiten für finanzielle Unternehmungen aller Art, war er fasziniert von der Beziehung zwischen der holländischen VOC, der 1609 gegründeten holländischen Wechselbank Bank und dem Aktienmarkt.

Die Möglichkeiten und Variationen des Gesehenen schienen endlos. Die Variationen des Zusammenspiels der Vorteile einer monopolistischen Handelsgesellschaft gepaart mit der Rechtlosigkeit ihrer Anteilseigner, einer Bank die 'Banknoten' ausgibt wie die Bank von England und dem Aktienmarkt, der seinen Teil zum Wertwachstum beiträgt, waren überwältigend. Nun suchte Law eine Ort, an dem er sein System etablieren und anwenden konnte.

Er verbrachte einige Zeit in Genua und Venedig mit finanziellen Spekulationen, baute am Londoner Aktienmarkt ein Vermögen auf, bis er dann 1705 dem schottischen Parlament einen Vorschlag für die Bildung einer Zentralbank unterbreitete, der allerdings abgelehnt wurde. Laws Idee beinhaltete die Ausgabe von verzinslichen Banknoten durch eine Zentralbank, die Münzen als Währung ersetzen sollten.

Law sucht nach Möglichkeiten seine Theorien in die Praxis umzusetzen

Enttäuscht nach der Absage Schottlands, außerdem drohte die Vereinigung des schottischen mit dem englischen Parlament und Law wurde in England immer noch als Mörder gesucht, reiste er 1711 unter anderem nach Turin und macht die Bekanntschaft von Victor Amadeus II., Herzog von Savoyen. Auch ihm unterbreitete er seinen Vorschlag einer Papierwährung. Law war überzeugt, mit genügend Vertrauen in die Währung fungiere Papiergeld ebenso effektiv wie Münzen. Der Duke erwiderte angeblich, „Ich bin nicht reich genug, um mich selbst zu ruinieren“.

Law war ein Finanzgenie und Spieler mit enorm guten Kontakten. Einer dieser Kontakte war der Duke of Orléans, der spätere Regent anstelle des noch minderjährigen Ludwig XV., den Law bei seinem Aufenthalt in Paris kennengelernt hatte. Nach Laws eigener Aussage hatte er den Stein der Weisen gefunden, nämlich aus Papier Geld zu machen. Er bekam seine Chance sich zu beweisen in Frankreich, obwohl er auch hier nicht sonderlich angesehen war. 1708 hatte der Außenminister Ludwigs XIV., Marquis of Torcy, ihn als professionellen Spieler und möglichen Spion identifiziert. Trotzdem bekam er die Chance sich im großen Rahmen zu etablieren.

Der Grund dafür war, neben seiner Bekanntschaft mit dem Duke of Orléans, die angespannte finanzielle Situation Frankreichs und gleichzeitig, durch den Tod Ludwigs XIV. verursachte, einsetzende politische Unsicherheit. Obwohl hohe Staatseinnahmen und eine gut gehende Wirtschaft – nur Holland hatte eine bessere Handelsbilanz - ein anderes Bild zeichneten, waren die Staatsschulden Frankreichs nach den Kriegen Ludwigs des XIV. so hoch, dass es am Rande des dritten Bankrottes in weniger als hundert Jahren stand.

Zusätzlich hatte der Versuch die Menge der im Umlauf befindlichen Gold und Silbermünzen zu reduzieren die Wirtschaft in eine Rezession katapultiert. Zu all diesen Problemen gab Law vor die Lösung zu haben. Er kreierte was später als 'Mississippi Bubble’ oder 'Mississippi Spekulation’ bekannt werden sollte und die französische Wirtschaft an den Rande des Zusammenbruchs brachte.

Andrea Heitger, Andrea Heitger

Andrea Heitger - Geboren und aufgewachsen in Deutschland, einer Ausbildung in BWL und Tiermedizin mit anschließender Promotion, arbeitete sie mehrere ...

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