John Locke - Staatsgründung

Der Weg vom Naturzustand zur Staatsgründung nach dem englischen Philosophen John Locke.

John Locke (1632-1704), der einflussreichste englische Philosoph seiner Zeit, gilt mit seiner Theorie der Staatsgründung als Vordenker der Aufklärung. Er war gleichzeitig der Hauptvertreter des Empirismus und gilt als "Vater des Liberalismus". Neben Thomas Hobbes und Jean-Jacque Rousseau ist er einer der bedeutensten Vertragstheoretiker.

Um den Weg zur Staatsbildung nach John Locke zu konstruieren ist es notwendig Lockes Ansicht der Welt vor dem Staat zu beschreiben.

Naturzustand nach John Locke

John Locke gliedert seine Vorstellung vom Naturzustand in zwei verschiedene Stufen.

Als erste Stufe beschreibt er einen friedvollen Zustand, in dem Wohlwollen und Harmonie herrschen. Er bejaht die Existenz natürlicher Rechte und betrachtet diese als gut.

Als gegensätzliche zweite Stufe spricht Locke von einem Zustand der Feindschaft. Dort regieren Vernichtung und Bösartigkeit. In dieser Phase kommt es zu Rechtsbrüchen, die den Zustand des Friedens in einen Zustand des Krieges verwandeln. Menschen die Rechtsbrüche begehen, agieren nach Lockes Ansicht wie Tiere. Nach Locke ist dieser Kriegszustand der Normalzustand vor der Staatsgründung. Es fehlt an einem geordneten Gesetz, das von den Menschen als allgemeiner Maßstab angenommen wird. Unparteiische Richter existieren nicht . Jeder kann somit seine eigene Meinung als richtig und wegweisend verstehen. Ebenso fehlt es an Vollstreckungsinstanzen um bestimmte Durchsetzungen voran zu treiben. Das Naturzustandsproblem bei Locke ist also ein Autoritätsproblem. Es fehlt an leitenden Autoritäten, Instanzen. Dieser Kriegszustand führt und bedarf nach John Locke einer Staatsgründung.

Staatsgründung nach John Locke

Die Staatsgründung bei Locke gründet sich auf drei Stufen. Die erste Stufe beschreibt die Gründung einer politischen Gemeinschaft. Jedem ist es freigestellt sich dieser Gemeinschaft anzuschließen. Dies fasst er unter dem Begriff "Einstimmigkeitsprinzip" zusammen. Es genügt, wenn man sich nur auf dem Territorium des Staates aufhält. Locke versteht dies als stillschweigende Zustimmung.

Die zweite Stufe betrifft Konflikte innerhalb der politschen Gemeinschaft. Hier wird nach Locke das "Mehrheitsprinzip" einschlägig. Dadurch liegt die Souveränität bei jedem einzelnen Bürger. Die politische Gemeinschaft wird dadurch erst handlungsfähig.

Die dritte Stufe setzt ein Vertrauensverhältnis zwischen der Bürgerschaft und der von ihnen beauftragten Regierung fest. Der Regierung werden Rechte übertragen, die den Menschen im Naturzustand zugekommen sind. Die Regierung darf Justiz üben und Vollstrecken.

Diese 3 Stufen sind das Basiselement der Staatsgründung bei John Locke.

Zweck des Staates nach John Locke

John Locke versucht mit der Staatsgründung den Kriegszustand im Naturzustand zu beenden. Er verfolgt damit ebenso seine oberste Norm: "Gott will, dass seine Schöpfung erhalten bleibt und der Mensch soll dafür alles in seiner Macht stehende veranlassen!"

Sandra Spitzner - Hallo! Mein Name ist Sandra und ich begeistere mich für das Schreiben. Suite 101 bietet mir die perfekte Möglichkeit meine ...

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