
- J.R.R. Tolkien: Der kleine Hobbit - dtv
Bilbo Beutlin liebt nichts mehr als gutes Essen und Trinken sowie eine Pfeife, gestopft mit dem besten Kraut des Auenlandes. Doch der Zauberer Gandalf hat anderes mit dem kleinen Hobbit im Sinn. Er bringt Bilbo mit einer Gruppe Zwerge zusammen, die ein altes Unrecht rächen will. Zusammen möchten sie dem bösen Drachen Smaug den Schatz entreißen, den er den Zwergen vor langer Zeit gestohlen hat. Aber bevor sie auch nur in die Nähe des Drachen kommen, müssen sich die Abenteurer mit anderen seltsamen Wesen und Ungeheuern rumschlagen: Orks, Wölfe und Trolle stellen sich ihnen in den Weg. Weder die Zauberkünste Gandalfs noch magische Waffen können der Gemeinschaft aus jeder Klemme helfen. Vor allem für Bilbo wird es immer wieder eng – besonders als er von der Gruppe getrennt wird und sich allein dem seltsamen Gollum gegenüber sieht, der seinen „Schatz“ sucht …
Der Hobbit war zunächst eine Geschichte für Kinder und Jugendliche
Bevor John Ronald Reuel Tolkien mit dem „Herrn der Ringe“ die Bibel für Fantasy-Fans schrieb, erschuf er den „Kleinen Hobbit“. Aus einer Gute-Nacht-Geschichte für seinen Sohn Christopher formte Tolkien seinen ersten Roman, der 1937 erstmalig erschien. Anders als bei seinem epischen Spätwerk legte Tolkien den „Hobbit“ ursprünglich als Geschichte für Kinder an. Und so sollte der Roman auch gelesen und verstanden werden. Für Kinder und jüngere Jugendliche ist er eine gute Einstiegsdroge in die Welt der Fantasy. Kämpfe und Schlachten spielen zwar eine zentrale Rolle, doch die Gewalt wird nicht so detailliert geschildert wie in den meisten modernen Fantasy-Romanen. Mit Bilbo Beutlin gibt es eine Identifikationsfigur für den Leser, die mit ihren Aufgaben wächst, aber nie zum übermenschlichen Helden mutiert.
Hinweise zur Buchausgabe und Übersetzung
Nach der Veröffentlichung seines epischen „Herrn der Ringe“ musste Tolkien enttäuscht feststellen, dass sein Werk als Kinder- und Jugendliteratur aufgenommen wurde. Dagegen wehrte er sich in Vorträgen und Seminaren. Außerdem überarbeitete er seinen „Hobbit“, nahm ihm in einer späteren Ausgabe etwas von seinem kindlichen Charakter, um so weitere Argumente gegen seine Kritiker zu bekommen. Das spiegelt sich noch heute in den beiden deutschen Übersetzungen wider, die derzeit auf dem Markt sind. Walter Scherf übersetzte 1957 die achte englische Auflage von 1956. Seine Übersetzung gilt als sehr nah am Original, bekommt aber gerade in der Ausgabe mit den Illustrationen Klaus Ensikats den Kinderbuchcharakter, den Tolkien in seinen späteren Jahren vermeiden wollte. Zudem strich Scherf einige der Gedichte oder kürzte sie zumindest. Wolfgang Krege nahm sich in den 90er Jahren die überarbeitete Originalausgabe von 1966 vor. In seiner Übersetzung liegen die Gedichte vollständig vor und sind vor allem die Namen an den „Herrn der Ringe“ angepasst. Der „Düsterwald“ heißt nun nicht mehr wie noch bei Scherf „Nachtwald“. Kreges Version richtet sich zudem mehr an erwachsene Leser.
Verfilmung des Buches geplant
Nachdem die Verfilmung des „Herrn der Ringe“ so erfolgreich war und einen regelrechten Fantasy-Boom auslöste, gab Regisseur Peter Jackson bekannt, er wolle auch den „Hobbit“ verfilmen. Aus terminlichen Gründen will er jedoch die Regie an Guillermo del Toro („Pans Labyrinth“) abgeben. 2011 soll der erste von zwei Teilen in die Kinos kommen. Zeit genug also, sich zunächst vom Buch verführen zu lassen.
J.R.R. Tolkien: Der Hobbit. Mit Illustrationen von Alan Lee. Klett-Cotta-Verlag 2009. Gebundene Ausgabe, 423 Seiten. Euro 22,90. In der Übersetzung von Wolfgang Krege.
J.R.R. Tolkien: Der kleine Hobbit. Deutscher Taschenbuch Verlag 2001. Taschenbuch, 336 Seiten. Euro 10,00 (Österreich 10,30).
J.R.R. Tolkien: Der kleine Hobbit. Mit Illustrationen von Klaus Ensikat. dtv junior 2003. Taschenbuch, 480 Seiten. Euro 9,95 (Österreich 10,30). Beide in der Übersetzung von Walter Scherf.
J.R.R. Tolkien: Der Hobbit oder Hin und zurück. Klett-Cotta-Verlag 2007. Gebundene Ausgabe, 310 Seiten. Euro 16,00. In der Übersetzung von Wolfgang Krege.
