Allergien sowie Hautentzündungen führen bei Hunden oftmals zu starkem Juckreiz. Dieser äußert sich vor allem durch intensives Kratzen am gesamten Körper, Lecken der Pfoten oder Reiben des Gesichtes über den Boden. Viele Tierärzte verabreichen dem Hund Kortison, um den Juckreiz zu stillen. Da eine Allergie bei Hunden allerdings lebenslang besteht, ist dieses Medikament keine Lösung. Denn die Nebenwirkungen, die Kortison auslösen kann, sind äußerst gefährlich für das Tier: Bei einer dauerhaften Kortisongabe wird die Haut immer dünner, das Immunsystem sowie die Nebennierenrinde werden angegriffen.

Um dem Hund diese unnötigen Schäden zu ersparen, sollte der Juckreiz durch andere Mittel gelindert werden.

Erste Hilfe bei Juckreiz: Fettsäuren

Besonders effektiv bei der Behandlung von Juckreiz sind Fettsäuren. Die essentiellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst produzieren kann, können innerhalb weniger Wochen dazu beitragen, dass der Juckreiz sich wesentlich bessert oder sogar ganz verschwindet. Spezielle Fertigpräparate aus dem Handel sollten dazu täglich ins Futter gegeben werden. Alternativ kann auch Leinöl verwendet werden, da dieses ebenfalls Omega-3-Fettsäuren enthält. Je nach Größe des Hundes werden ein bis zwei Teelöffel pro Tag unter das Futter gemischt.

Medizinische Shampoos

Eine Behandlung des Juckreizes von außen kann ebenfalls zur Linderung beitragen. Beim Tierarzt gibt es hypoallergene Medizinshampoos und -lotionen, die die Haut beruhigen und schonend reinigen. Da diese Shampoos sehr mild sind, ist es sogar möglich, einen sehr empfindlichen Hund mit starkem Juckreiz täglich zu baden. Die Häufigkeit der Anwendung richtet sich nach der Ausprägung des Juckreizes.

Antihistaminikum

Die Gabe eines Antihistaminikums ist eine weitere Möglichkeit, um das juckreizbedingte Kratzen und Pfotenlecken zu verhindern. Jedoch sollte mit dem Tierarzt abgesprochen werden, welches Antihistaminikum verabreicht werden kann und welche Menge notwendig ist. Obwohl es sich dabei ebenfalls um ein Arzneimittel handelt, sind die Nebenwirkungen wesentlich harmloser als die des Kortisons. Vor allem Müdigkeit wird oftmals als mögliche Nebenwirkung beschrieben.

Desensibilisierung

Juckreiz, der durch Allergien verursacht wird, kann oftmals durch eine Desensibilisierung beim Tierarzt behandelt werden. Dabei handelt es sich um eine allergenspezifische Immuntherapie, bei der dem Hund die Allergene, auf die er allergisch reagiert, in zunehmender Dosierungsmenge gespritzt werden.

Diese Therapie ist allerdings sehr kostspielig: Zu Beginn der Therapie muss der Hund einmal pro Woche gespritzt werden. Nach einiger Zeit können die Intervalle zwar auf vier bis fünf Wochen erweitert werden, aber da die Allergien ein Leben lang bestehen, summieren sich die Kosten. Ob eine Desensibilisierung tatsächlich erfolgreich ist, kann erst nach etwa einem Jahr beurteilt werden. Die Erfolgsrate liegt zwischen 60 und 70 Prozent.

Futterumstellung

Leidet der Hund an Juckreiz, der durch eine Futtermittelallergie ausgelöst wird, so kann dieser langfristig nur durch die Umstellung des Futters behandelt werden.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Tierarzt - nicht ersetzen kann.